Sie sind hier: Skip Navigation LinksAbteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie

Forschungsbereiche

​Die Forschungsaktivitäten der Abteilung, welche sich kontinuierlich seit ihrer Gründung im Jahr 1994 in zahlreichen drittmittelgeförderten Projekten widerspiegeln, umfassen ein breites Spektrum an Themen. In der nachfolgenden Auflistung finden Sie eine Übersicht über aktuell laufende sowie abgeschlossene Projekte. Die Ergebnisse dieser Projekte wurden umfassend in Zeitschriftenaufsätzen, Büchern und Abschlussberichten publiziert sowie in Pressekonferenzen einem breiten Publikum zugänglich gemacht.

Abgeschlossene Projekte der Jahre 1993 – 2018

Psychoonkologie

​Leitung: Anja Mehnert-Theuerkauf und Jochen Ernst    

Eine Krebserkrankung hat vielfältige Auswirkungen auf das psychosoziale Befinden, die Lebenssituation und die Lebensqualität von Patienten und ihren Angehörigen. Unser Anliegen ist es, die individuellen, familiären, sozialen wie gesellschaftlichen Faktoren im Zusammenhang mit den krankheits- und behandlungsbedingten Belastungen in ihren Auswirkungen auf das psychosoziale Befinden und die Lebensqualität besser zu verstehen. Wir möchten mit unseren Forschungsprojekten mittel- und längerfristig dazu beitragen, Menschen im Umgang mit der Erkrankung und dieser schwierigen Lebenssituation zu helfen und die psychosoziale Versorgung von Patienten und Angehörigen zu verbessern.

Unsere psychoonkologische Forschung umfasst ein breites Spektrum an Themen, das sich auf die psychosozialen Aspekte im Umgang mit der Erkrankung und den Krankheitsfolgen über die Lebensspanne erstreckt und unterschiedliche Phasen der Erkrankung von der kurativen Behandlung (Cancer Survivorship) bis hin zu supportiver und palliativer Versorgung einschließt.
 

Aktuelle Forschungsthemen

  • Psychosoziale Langzeitfolgen einer Krebserkrankung
  • Krankheitsverarbeitung und Partnerschaft
  • Sinnbasierte Interventionen

Forschungsprojekte

Survivorship: Leben mit und nach einer schweren Erkrankung

Leitung: Peter Esser und Katharina Kuba

Viele körperliche Erkrankungen lassen sich einfach therapieren, und die erkrankte Person kann nach abgeschlossener Behandlung weiterleben wie bisher. Bei schweren Erkrankungen jedoch können die Krankheit selbst sowie die oftmals schwerwiegenden Therapien dazu führen, dass das Leben nach der Heilung dauerhaft beeinträchtigt bleibt. Zudem gibt es chronische Erkrankungen, die häufig mit steigender Symptombelastung und Funktionseinschränkung verbunden sind. Durch Fortschritte in der Medizin steigt die Zahl dieser oftmals hoch belasteten „Überlebenden“ (englisch: Survivor) rapide an.

Unsere Arbeitsgruppe hat das Ziel, die körperliche und seelische Lebensqualität dieser (ehemaligen) Patientinnen und Patienten wieder zu verbessern bzw. aufrechtzuerhalten. Dafür erfassen wir krankheitsbezogene Symptome über alle Stadien der Therapie und Nachsorge hinweg, um dadurch Risikogruppen und Zeitfenster mit hohem Versorgungsbedarf identifizieren zu können. Der zweite Bereich umfasst die Entwicklung und krankheitsspezifische Anpassung psychotherapeutischer Interventionen, die dabei helfen sollen, krankheitsbezogene körperliche Beschwerden bzw. die damit verbundene psychische Belastung zu reduzieren.

Bei unserer Arbeit streben wir eine enge Verzahnung von Forschung und Praxis (Ärzten, Psychologen, Sozialarbeitern etc.) sowie den Einbezug von Betroffenen dieser Erkrankungen an: Nur so können wir praxisrelevante Fragestellungen generieren und sicherstellen, dass die Forschungsergebnisse den Weg in die Versorgung finden.
 

Aktuelle Forschungsthemen

  • Trauma- und belastungsbezogene Symptomatik und Angststörungen bei Krebspatientinnen
  • Effekte der Stammzelltransplantation auf die Lebensqualität bei KrebspatientInnen
  • Kognitiv-behaviorale Intervention zur Reduzierung von chronischer Erschöpfung (Fatigue) bei KrebspatientInnen
  • Sinnbasierte Intervention zur Steigerung des Wohlbefindens bei Patienten mit Amyotropher Lateralsklerose

Forschungsprojekte 

Junge Erwachsene mit Krebs

Informationen zum Forschungsbereich Junge Erwachsene mit Krebs finden Sie hier.

Suizidalitätsforschung

​Leitung: Lena Spangenberg und Heide Glaesmer

Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 10.000 Menschen durch einen Suizid. Die Prävention von Suiziden ist seit Jahren ein wichtiges Ziel für die internationale und nationale Gesundheitspolitik. Die Arbeitsgruppe trägt mit ihren Projekten dazu bei, diagnostische Zugänge für die Beurteilung von Suizidalität zu validieren und die Vorhersage von Suizidalität zu verbessern.

Neben methodisch innovativen Ansätzen wie der Analyse von Riskofaktoren und Suizidgedanken in Echtzeit („ambulatory assessment“) und der indirekten Erfassung von Suizidalität mithilfe eines Impliziten Assoziations-Tests (IAT), werden prospektive Studien durchgeführt, die Risikofaktoren und suizidales Verhalten über längere Zeiträume in klinischen Stichproben untersuchen. Neuere Suizidtheorien wie die Interpersonale Theorie Suizidalen Verhaltens nach Joiner (2005) oder das Integrativ Motivational-Volitionale Modell suizidalen Verhaltens nach O’Connor (2011) bilden den theoretischen Rahmen für unsere Projekte. Ein weiterer Fokus der Arbeitsgruppe liegt auf der psychometrischen Prüfung und Validierung klinischer Fragebögen zur Erfassung von Suizidalität.
 

Aktuelle Forschungsthemen

  • Ambulantes Assessment von Suizidgedanken
  • Validierung der Interpersonalen Theorie Suizidalen Verhaltens
  • Indirekte Erfassung von Suizidalität über implizite Assoziationen (IAT)
  • Risikofaktoren für Suizidgedanken und Acquired Capability for Suicide
  • Zeitliche Dynamik von Suizidgedanken 

Forschungsprojekte

Psychotraumatologie und Migrationsforschung

​Leitung: Heide Glaesmer

Traumatische Erfahrungen haben oft vielfältige, langfristige und schwerwiegende Konsequenzen für die psychische und körperliche Gesundheit. Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit den gesundheitlichen Folgen traumatischer Erfahrungen in verschiedenen Gruppen, wie z.B. der Weltkrieg-II-Generation, den Besatzungskindern des Zweiten Weltkrieges, geflüchteten Menschen oder unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten. Darüber hinaus werden die gesundheitlichen Folgen von Missbrauchs- und Vernachlässigungserfahrungen in der Kindheit untersucht.

Ein zweiter Schwerpunkt liegt in der Erforschung des Wohlbefindens und der gesund-heitlichen Situation von Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrungen. Neben dem Aspekt der kultursensiblen Diagnostik sowohl im Bereich der Forschung als auch Versorgung, untersucht die Arbeitsgruppe migrationsspezifische Einflussfaktoren – Integrationsgrad, Diskriminierungserfahrung, kulturelle/ethnische Identität – auf psychische und physische Gesundheit.
 

Aktuelle Forschungsthemen

  • Langzeitfolgen des Zweiten Weltkrieges
  • Besatzungskinder / Wehrmachtskinder / „Children Born of War“
  • Epidemiologie von traumatischen Erfahrungen und Traumafolgestörungen
  • Missbrauchs- und Vernachlässigungserfahrungen in Kindheit und Jugend
  • Psychische Belastungen bei Migranten und Geflüchteten
  • Migrationssensible Gesundheitsversorgung
  • Entwicklung und Validierung diagnostischer Instrumenten für Migranten und Geflüchtete / kultursensible Diagnostik

Forschungsprojekte  

 

Psychometrie und Lebensqualitätsforschung

​Leitung: Andreas Hinz

Die Arbeitsgruppe analysiert die psychometrischen Eigenschaften für verschiedenste Fragebögen im Bereich der medizinischen und klinischen Psychologie. Ein wichtiger Schwerpunkt ist dabei die Normierung dieser Bögen anhand von bevölkerungs-repräsentativen Stichproben. Diese Normwerte dienen zur besseren Bewertung von Fragebogenergebnissen, die an Patienten erhoben wurden.

Einen wichtigen Schwerpunkt bilden dabei Fragebögen zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Hier werden speziell folgende Problemstellungen behandelt: Veränderungen der Bewertungsmaßstäbe der Patienten im Laufe des Erkrankungs-prozesses (Response shift), Fragen der Zulässigkeit von Summenwertbildungen zu aggregierenden Gesamtaussagen zur Lebensqualität sowie Analysen von Urteilseffekten beim Ankreuzen der Fragebögen. Die Arbeitsgruppe arbeitet eng zusammen mit der Arbeitsgruppe Psychoonkologie der Abteilung und mit dem LIFE-Forschungsprojekt der Universität Leipzig.
 

Aktuelle Forschungsthemen

  • Response-shift-Effekte unter Nutzung des Vignetten-Ansatzes
  • Vergleich von Fragebogenstrukturen Deutschland–Kolumbien
  • Analysen von Invarianzstrukturen mittels CFA   

Forschungsprojekte

Gesellschaftlicher und medizinischer Wandel

​Leitung: Oliver Decker

Im Fokus steht das Verständnis von gesellschaftlichen und medizinischen Trans-formationsprozessen und ihrer Wirkung auf das Individuum. Individuelle Einstellungen, Erfahrungen und Reaktionen geben Auskunft über die Wirkung des gesellschaftlichen Wandels, zugrundeliegende Motive und historische Dynamiken.
Es werden hierfür sozialpsychologische und soziologische Theorien herangezogen,
um in zwei grundlagenwissenschaftlichen Forschungsbereichen diese Ziele zu verfolgen:

Ziel des ersten Bereichs ist die Erforschung der Ursachen und Wirkung des medizinischen Wandels. Wachsende medizinische Behandlungsoptionen verändern zentrale Vorstellungen vom Menschen und dem menschlichen Körper – nicht nur beim betroffenen Menschen. Dies gilt auch im Hinblick auf alltägliche Techniken am und im Körper – etwa für Trackingsysteme auf Smartphones oder Digitalisierung der ärztlichen Dokumentation. Das macht die moderne Medizin zu einem prominenten Untersuchungsfeld der modernen Gesellschaft selbst.

Der zweite Forschungsbereich erfasst gesellschaftliche Transformationsprozesse.
Im Fokus stehen Vorurteile, Inter- und Intragruppenprozessen und autoritäre Dynamiken. Nicht nur die Verbreitung von Vorurteilen soll dokumentiert, sondern auch der gesellschaftliche Kontext des Autoritarismus verstanden werden. In den subjektiven Reaktionen auf aktuelle Herausforderungen kommen auch historisch übergreifende Entwicklungslinien zur Erscheinung.

Forschungsmethodisch werden sowohl qualitativ-verstehende als auch quantitativ-erklärende Ansätze genutzt. Die empirische Grundlage der Untersuchungen sind etwa Repräsentativerhebungen, Fragebogenkonstruktion, Tagebücher, Gruppendiskussionen oder Forschungsinterviews.
 

Aktuelle Forschungsthemen

  • Leipziger Autoritarismus-Studien (Autoritarismus und politische Einstellung in der Migrationsgesellschaft)
  • Enhancement und Prothetisierung, Körpergestaltung und Subjektivität

Forschungsprojekte

Arbeitsgruppe Verhaltensmedizin

Informationen rund um die Arbeitsgruppe Verhaltensmedizin finden Sie hier.

Philipp-Rosenthal-Str. 55, Haus W
04103 Leipzig
Telefon:
0341 - 97 18800 (Chefsekretariat)
Telefon:
0341 - 97 18803 (Wiss. Sekretariat)
Fax:
0341 - 97 15419
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