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Antiinfektiva-Kommission (AIK)

​​​​​​​​​​​​​​​Vor dem Hintergrund eines gesteigerten Bewusstseins für die Problematik zunehmender Antibiotikaresistenzen und einem drohenden Verlust geeigneter Therapieoptionen für Infektionen wurde am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) im Oktober 2011 gemäß § 23 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) die Antiinfektiva-Kommission (AIK) etabliert, welche derzeit 17 Mitglieder​ (PDF) umfasst.​​​​​​​

Aufgaben der AIK

Wichtigste Aufgabe der AIK ist es, die Rahmenbedingungen für den adäquaten Umgang mit Antibiotika am UKL zu verbessern und Empfehlungen für Standards zu Diagnostik und Therapie nach dem aktuellem Stand der Wissenschaft zu erstellen und damit der Entstehung und Weiterverbreitung von resistenten Pathogenen vorzubeugen. Dazu gehören die Supervidierung des Antibiotic Stewardship (ABS)-Programms des UKL, insbesondere der ABS-Visiten in derzeit (Stand 2023) 14 stationären Bereichen (darunter alle Intensivstationen und die Neonatologie), eine regelmäßige Bestandsaufnahme und Bewertung von Antibiotikaverbrauchs- und Resistenzdaten, die Überwachung von Sonderrezeptregelungen für Antiinfektiva, die konsiliarische Unterstützung und Beratung („Infektionsmedizinisches Konsil"), die Erstellung von Bedarfsanalysen und die Kommunikation mit Kliniken, Laboren, öffentlichem Gesundheitsdienst, Klinikhygiene und akademischen Gremien bzw. Institutionen sowie die interdisziplinäre Beteiligung an Qualitätssicherung, Struktur- und Prozessentwicklung.​

Was ist Antibiotic Stewardship?

Unter Antibiotic Stewardship (ABS) versteht man den rationalen und verantwortungsvollen Einsatz von Antibiotika – durch den Nachweis einer (bakteriellen) Infektion, die Wahl des geeigneten Antibiotikums, Anpassung der Therapiedauer, Dosierung und Form der Antibiotika-Gabe. Ziel ist, die Patienten bestmöglich zu behandeln und gleichzeitig zu verhindern, dass Selektionsprozesse und Resistenzen bei den Bakterien auftreten. Selektionsprozesse und auch eine Resistenzbildung unter Antibiotikatherapie sind grundsätzlich nicht vermeidbar, können aber durch ABS bestmöglich individuell und für das Kollektiv begrenzt werden. Der englische Begriff „Steward", eigentlich der „Hausdiener", lässt sich in diesem Kontext am besten als „der gute Kümmerer" übersetzen. Der Steward bzw. das Team der Antibiotic Stewards übernehmen dabei gemeinsam Verantwortung.​

Veröffentlichungen zum ABS-Programm des UKL:

Interne Leitlinien für die antiinfektive Therapie und Prophylaxe

Seit Oktober 2014 stehen die internen Leitlinien des UKL für die antiinfektive Therapie und Prophylaxe als regelmäßig aktualisiertes Kitteltaschenbuch (Umfang: ca. 150 Seiten) sowie als PDF-Datei für Stationscomputer zur Verfügung.​

Seit Januar 2017 werden diese Informationen zusätzlich in Form einer modernen AppAntibiotika – Antiinfektiva​" für iOS/iPadOS und Android-Geräte zur Verfügung gestellt.


Weitere Informationen zur S3-Leitlinie finden Sie hier​.


Entwicklung des Antibiotikaverbrauchs am UKL seit 2018

Der absolute Verbrauch von Antiinfektiva sank gegenüber den Jahren vor der Covid-19 Pandemie (alle Stationen; Antibiotika, Antimykotika, Virostatika), stieg im Vgl. 2022 vs. 2021/21 aber wieder leicht an. Es ist ein deutlicher Rückgang der Anwendung von Antimykotika zu verzeichnen. RDD = Recommented Daily Doses

​RDD RDD/100 BT
​2022​201.462​54,1
​2021​196.000​52,2
​2020​189.000​49,8
​2019​239.000​58,9
​2018​212.000​59,6


Obiger Trend ist bei Begrenzung auf Antibiotika (alle Stationen) ähnlich zu finden:


RDD ​RDD/100 BT
2022​169.000​45,3
​2021​165.0​​00​44,3
​2020​159.000​41,8
​2019​192.000​47,1
2018​169.000​47,6

Spezielle Auswertungen für den klinikinternen Einsatz sind jederzeit möglich und werden auf Anfrage durch die Apotheke des UKL durchgeführt.​

Resistenzentwicklung am UKL seit 2012

Jahresberichte des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Virologie zur Resistenzsituation finden Sie hier​​.


Einbettung der Arbeit der AIK in die Strukturen des Zentrums für Infektionsmedizin (ZINF) am UKL

Die Webseite des Zentrums für Infektionsmedizin (ZINF) finden Sie hier.




Mitglieder der AIK

Die Mitglieder der Kommission sind (Stand 12/2022):

  • ​Prof. Dr. med. Christoph Lübbert, DTM&H (Leiter)
    Medizinische Klinik I, Bereich Infektions- und Tropenmedizin
  • Priv.-Doz. Dr. med. Catalina-Suzana Stingu (Stellvertretende Leiterin)
    Komm. Leiterin des Bereichs Mikrobiologie, Institut für Medizinische Mikrobiologie und Virologie
  • Priv.-Doz. Dr. med. Amrei von Braun (Mitglied)
    Medizinische Klinik I, Bereich Infektions- und Tropenmedizin
  • Dr. med. Henning Trawinski (Mitglied)
    Medizinische Klinik I, Bereich Infektions- und Tropenmedizin
  • Norman Lippmann (Mitglied)
    Institut für Medizinische Mikrobiologie und Virologie, Bereich Mikrobiologie
  • Dr. Donald Ranft (Mitglied)
    Klinischer Apotheker, Klinikumsapotheke
  • Dr. Katrin Heinitz (Mitglied)
    Klinische Apothekerin, Klinikumsapotheke
  • Dr. med. Susanne Kolbe-Busch (Mitglied)
    Krankenhaushygiene
  • Prof. Dr. med. Marco Herling (Mitglied)
    Medizinische Klinik I, Bereich Hämatologie und Zelltherapie
  • Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Seyfarth (Mitglied)
    Medizinische Klinik II, Bereich Pneumologie
  • Prof. Dr. med. Sirak Petros (Mitglied)
    Interdisziplinäre Internistische Intensivmedizin (III)
  • Dr. med. Lorenz Weidhase (Mitglied)
    Interdisziplinäre Internistische Intensivmedizin (III)
  • Prof. Dr. med. Sven Bercker (Mitglied)
    Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie
  • Priv.-Doz. Dr. med. Jörn-Sven Kühl (Mitglied)
    Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Abteilung für Pädiatrische Onkologie, Hämatologie und Hämostaseologie
  • Dr. med. Sven Starke (Mitglied)
    Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Abteilung für Pädiatrische Onkologie, Hämatologie und Hämostaseologie
  • Prof. Dr. med. Christian Klemann (Mitglied)
    Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Bereich Kinderimmunologie
  • Dr. med. Rudolf G. Ascherl (Mitglied)
    Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Abteilung für Neonatologie