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Pressemitteilung vom 28.10.2020

Nachhaltig und genauso gut: UKL-Kinderchirurgen favorisieren Gips aus Holz

Wissenschaftlich untersucht: „Woodcast“ ist frei von gesundheitsschädigenden Stoffen und so stabil wie Plastikfasergips

Auch äußerlich ist der Holzgips als solcher zu erkennen, den sich hier Prof. Martin Lacher (li.), Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie, probehalber über den Unterarm legt. Genauso stabil und aus natürlichen Ressourcen geformt, wird er nun standardmäßig am UKL genutzt. Auf der Wärmeplatte können die Holzstreifen erwärmt und angepasst werden. Studienleiter Dr. Ilya Martynow (re.), zeigt den herkömmlichen Gips aus Plastikfasern. Dieser besitzt eine schlechtere Umweltbilanz.

Auch äußerlich ist der Holzgips als solcher zu erkennen, den sich hier Prof. Martin Lacher (li.), Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie, probehalber über den Unterarm legt. Genauso stabil und aus natürlichen Ressourcen geformt, wird er nun standardmäßig am UKL genutzt. Auf der Wärmeplatte können die Holzstreifen erwärmt und angepasst werden. Studienleiter Dr. Ilya Martynow (re.), zeigt den herkömmlichen Gips aus Plastikfasern. Dieser besitzt eine schlechtere Umweltbilanz.

Leipzig. Dieser Gips kann nach Gebrauch in der Biotonne entsorgt werden, denn er ist aus Holz. Die Kinderchirurgen des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) haben in einer Studie den klassischen Gips aus Plastikfasern mit einem aus Holzchips bestehenden Gips verglichen. Fazit: Der Holzgips ist genau so stabil und enthält keine potenziell gesundheitsschädigenden Inhaltsstoffe. Die Ergebnisse der Studie sind nun im renommierten Fachmagazin "Bone & Joint Journal" veröffentlicht worden. In der UKL-Kinderchirurgie ist der hölzerne Gips auch dank seiner besseren Umweltbilanz nun zum Standard geworden.

Von Juni 2017 bis September 2019 verglichen Prof. Martin Lacher, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie des UKL, und seine Kollegen um Studienleiter Dr. Illya Martynov und den Oberärzten Dr. Roland Böhm und Dr. Peter Zimmermann in einer randomisierten Studie den herkömmlichen Plastikgips ("Dynacast") mit einem Holzgips ("Woodcast"). Sie kooperierten dabei mit Werkstoffkundlern und Chemikern der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK). 

170 Kinder mit Unterarmfrakturen, die im Durchschnitt acht Jahre alt waren, wurden in die Studie eingeschlossen. Sie erhielten nach dem Zufallsprinzip entweder den Plastik- oder den Holzgips und erhielten eine standardisierte Nachsorge nach einem, fünf, zehn, 14 und 21 beziehungsweise 28 Tagen. Beide Gipsarten wurden von den HTWK-Experten zudem chemisch und biomechanisch untersucht. "Dabei fanden sie heraus, dass der Plastikgips Isozyanate enthält", berichtet Klinikdirektor Prof. Lacher, "Studien haben gezeigt, dass diese Stoffe Hautirritationen und Atemprobleme beim Träger auslösen können." Der Holzgips, so die Ergebnisse der gemeinsamen Untersuchung von UKL und HTWK, weise die gleiche Stabilität wie der Plastikgips auf und enthalte keine potenziell gesundheitsschädigenden Inhaltsstoffe. Erhitzt auf 65 Grad auf einer speziellen Wärmeplatte lässt sich der hölzerne Gips formen und an die individuelle Form des Arms anpassen. 

"Dieses Medizinprodukt ist vollkommen biologisch abbaubar. Wenn die Fraktur verheilt ist, können Sie es in die Biotonne oder auf den Komposthaufen werfen oder auch im heimischen Kamin verbrennen", zeigt sich Klinikdirektor Lacher begeistert. "Zudem passt es hervorragend zum Ziel des Universitätsklinikums, Umweltschutz und Nachhaltigkeit in den klinischen Alltag zu integrieren. 

https://online.boneandjoint.org.uk/doi/abs/10.1302/0301-620X.102B10.BJJ-2020-0236.R3

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