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Pressemitteilung vom 25.02.2020

Sarkom-Board am UKL tagt zum 500. Mal

Älteste interdisziplinäre Tumorkonferenz besteht seit 1995

Viele Jahre lang selbst Leiter des Sarkom-Boards, kam Prof. Christoph Josten nun als Medizinischer Vorstand des UKL zur 500. Tagung und würdigte die Arbeit seiner Nachfolger und die Weitsicht des Tumorboard-Gründers Prof. Georg Freiherr von Salis-Soglio.

Viele Jahre lang selbst Leiter des Sarkom-Boards, kam Prof. Christoph Josten nun als Medizinischer Vorstand des UKL zur 500. Tagung und würdigte die Arbeit seiner Nachfolger und die Weitsicht des Tumorboard-Gründers Prof. Georg Freiherr von Salis-Soglio.

Leipzig. Bereits zum 500. Mal tagte kürzlich das Sarkom-Board der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie – die am längsten bestehende interdisziplinäre Tumorkonferenz am Universitätsklinikum Leipzig (UKL). Jede Woche besprechen hier die Experten verschiedener Fachrichtungen alle grundsätzlichen Diagnostik- und Behandlungsschritte bei Tumoren des Bindegewebes und der Knochen sowie von Metastasen an Extremitäten und dem Stammskelett. Ins Leben gerufen wurde diese Tumorkonferenz bereits Mitte der 1990er Jahre.

Viele Jahre leitete Prof. Christoph Josten als ausrichtender Klinikdirektor das Sarkom-Board. Zur Jubiläumssitzung kam er nun in anderer Funktion - seit Oktober 2019 ist der Unfallchirurg Medizinischer Vorstand des UKL. Als Gast konnte er nun auch den Gründer dieses Tumorboards, Prof. Georg Freiherr von Salis-Soglio, begrüßen. "Mit ganz großer Weitsicht", so Prof. Josten, habe dieser 1995 diese Einrichtung initiiert. Dem jetzigen Leitungsteam um Privatdozent Dr. Georg Osterhoff von der Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie dankte der UKL-Vorstand für die geleistete Arbeit: "Das Board erfährt große Wertschätzung nach außen, doch nur in Kooperation funktioniert es." 

Bösartige Tumoren des Bindegewebes, der Muskulatur und des Skeletts, vor allem weichteilige und knöcherne Sarkome sowie Töchtergeschwülste anderer Krebsarten, stellen seltene, aber häufig schwerwiegende Erkrankungsbilder dar. Im Sarkom-Board arbeiten daher Experten vieler Fachrichtungen eng zusammen, darunter sind Orthopädie und Unfallchirurgie, plastische Chirurgie, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Radiologie, Nuklearmedizin, Pathologie, Strahlentherapie, Onkologie und Hämatologie. Sie sind am UKL im Sarkomzentrum organisiert. 

Jeden Dienstag treffen sie sich und besprechen damit auf direktestem Weg jeweils rund 20 Fälle von Patienten mit den entsprechenden Tumoren oder einem Verdacht darauf. Möglich wird so eine schnelle, kompetente Abstimmung über das weitere Vorgehen. Über große Bildschirme erhalten die Mediziner alle relevanten Daten des gerade besprochenen Falls sowie aktuelle Röntgen-Bilder, CT- und MRT-Aufnahmen oder die spezielle nuklearmedizinische Bildgebung. Therapiemöglichkeiten werden diskutiert und abgewogen - immer mit Blick auf das jeweilige Alter des Patienten oder den Schweregrad der Erkrankung. Aufkommende Fragen können sofort beantwortet werden, und meist kommt es zu zügigen Entscheidungen. Ein Laie würde dabei nicht viel verstehen, sind die Fachleute doch unter sich. Doch immer wieder fallen auch Begriffe wie "Chemotherapie", "Metastasen" oder selten leider auch "Amputation". Oft geht es um die für Patienten so wichtige Frage: Ist eine Operation notwendig und sinnvoll, oder gibt es eine Alternative?

Im Lauf der Jahre sind geschätzt bereits über 7000 Fälle besprochen worden, sehr viele Patienten im Tumorboard kommen von extern, das heißt, sie werden von niedergelassenen Ärzten vorgestellt. Rund 250 Operationen bei Tumoren des Bindegewebes und der Knochen sowie von Skelett-Metastasen werden pro Jahr am UKL durchgeführt. Rund 1500 Patienten zählt die ambulante Tumorsprechstunde der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie durchschnittlich im Jahr. 

Für PD Dr. Osterhoff als Leiter dieser interdisziplinären Tumorkonferenz liegen deren Vorteile klar auf der Hand: "Patienten erhalten früher die Diagnose und ihre richtige Behandlung. Das Resultat ist ein besseres Überleben, das haben Studien bereits bewiesen." Auch sei ein solches Board eine der Voraussetzungen, um von Fachgesellschaften als spezialisiertes Zentrum zertifiziert zu werden, so der UKL-Chirurg. Den einwöchigen Rhythmus hält Osterhoff für angemessen und notwendig, dies zeige die konstante Zahl an Patienten, die besprochen werden. Und für noch dringlichere Fälle gibt es seit Kurzem eine Art "virtuelles" Tumor-Board, bei dem sich die involvierten Ärzte in einem ersten Schritt per E-Mail abstimmen. 

 

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