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Pressemitteilung vom 30.08.2019

Neue Schmerztagesklinik öffnet am 2. September

Angebote auch für Menschen mit Schmerzen, die noch nicht chronisch sind

Oberärztin Dr. Swantje Mescha (li.), Leiterin der neuen Schmerztagesklinik am UKL, und Dr. Theresa Völker, Fachärztin für Anästhesie, behandeln zusammen mit ihrem interdisziplinären Team ab Montag, 2. September, die ersten Patienten im „Haus am Park“.

Oberärztin Dr. Swantje Mescha (li.), Leiterin der neuen Schmerztagesklinik am UKL, und Dr. Theresa Völker, Fachärztin für Anästhesie, behandeln zusammen mit ihrem interdisziplinären Team ab Montag, 2. September, die ersten Patienten im „Haus am Park“.

Leipzig. Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) erweitert sein Angebot für Patienten mit chronischen Schmerzen: Am Montag, 2. September, eröffnet eine neue Schmerztagesklinik. Die Patienten kommen jeden Morgen zur Behandlung und erhalten nach einem individuellen Behandlungsplan ihre Therapien. In Seminaren erfahren sie Wissenswertes über krankheits- und schmerzbezogene Themen. Am Nachmittag gehen die Patienten dann wieder nach Hause. Sie bleiben somit in ihrem häuslichen Umfeld integriert – mit allen Aufgaben und Belastungen – und können beispielsweise ihre Angehörigen weiter versorgen.
Das Angebot schließt eine Lücke zwischen ambulanter und stationärer Versorgung im Schmerzbereich. In Sachsen gibt es nur wenige solcher Einrichtungen.

Besonders geeignet ist die vierwöchige Behandlung in der Schmerztagesklinik für Menschen, die bereits an langjährigen chronischen Schmerzen leiden, verbunden mit einem langen Leidensweg und stark eingeschränkter Lebensqualität. Doch auch Betroffene mit Schmerzen, die erst seit etwa sechs Monaten andauern und immer wiederkehren, wie zum Beispiel Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen oder Kopfschmerzen, sollen frühzeitig mit diesem Angebot angesprochen und erreicht werden. "Gerade Menschen, die von Schmerzen betroffen und eigentlich berufstätig sind, können von dieser speziellen aktivierenden Therapie profitieren. Ziel ist, ihnen die Rückkehr ins Arbeits- und Berufsleben zu ermöglichen", erläutert die Expertin für Schmerztherapie und Leiterin der Schmerztagesklinik, Oberärztin Dr. Swantje Mescha. "Diese meist jüngeren Patienten wollen wir erreichen und aufrufen, sich frühzeitig zu melden, um zu vermeiden, dass der Schmerz chronisch wird."

Mehrere Millionen Deutsche leiden unter länger andauernden oder wiederkehrenden Schmerzen. Eigentlich als Warnung für den Körper gedacht, verliert sich diese Funktion, wenn der Schmerz längere Zeit ohne adäquaten Auslöser anhält. Es entsteht eine eigene Krankheit - chronischer Schmerz. Er kann über Monate oder Jahre andauern. Mit der neuen Tagesklinik bietet das UKL eine intensive und nachhaltige Behandlung chronischer Schmerzen in Form einer teilstationären "Interdisziplinären multimodalen Schmerztherapie" (IMST) an - zusätzlich zu bereits bestehenden stationären und ambulanten Angeboten. In der Einrichtung wird interdisziplinär und interprofessionell zusammengearbeitet. Alle Mitarbeiter sind hervorragend schmerztherapeutisch aus- und weitergebildet.
Die Tagesklinik ist ein Gemeinschaftsprojekt der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie, der Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie, der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie der Zentralen Einrichtung Physikalische Therapie und Rehabilitation am UKL.

Anleitungen für Umgang mit Schmerz im Alltag
Behandelt werden chronische Rücken- oder Nervenschmerzen sowie solche des Muskel- und Bewegungsapparates, zum Beispiel im Knie, in der Schulter oder im Hüftgelenk. Mögliche Therapien werden individuell und nach einem Behandlungsplan entwickelt. "Alle Behandlungen sind speziell auf chronische Schmerzen ausgelegt und daran angepasst, was der einzelne Patient erreichen möchte", erläutert Dr. Theresa Völker, Fachärztin für Anästhesie. Sie ist als Projektleiterin zudem für die organisatorischen Abläufe beim Aufbau der Schmerztagesklinik verantwortlich.
Neben medikamentöser Versorgung unter ärztlicher Anleitung und Beratung erhalten die Patienten in Schulungen zum Beispiel auch theoretisches Wissen rund um das Thema Schmerz vermittelt. "Unter professioneller Anleitung bekommen die Betroffenen zudem gezeigt, wie sie schmerzverstärkende Bewegungen in ihrer Alltagsroutine im Haushalt und Beruf erkennen und vermeiden können. Weiterhin erlernen sie verhaltenstherapeutische Verfahren zur Schmerzbewältigung und Ablenkung. Die Möglichkeit, in Einzelgesprächen mit Psychologen ihre Belastungs- und Stressfaktoren herauszufiltern, komplettiert das interdisziplinäre multimodale Behandlungskonzept", erläutert Dr. Völker.

Behandlung in Kleingruppen
Einziehen wird die Schmerztagesklinik in das Haus 7.2 (Haus am Park). Die ersten Patienten kommen ab 2. September. Behandelt wird immer nur in Kleingruppen von sechs bis acht Personen. Für die Dauer von vier Wochen erhalten die Patienten montags bis freitags zwischen 8 und 15.30 Uhr eine ständige ärztliche und therapeutische Betreuung. Durch die tägliche Rückkehr nach Hause bleibt der Bezug zum persönlichen Alltag bestehen. Nach etwa drei Monaten folgen zwei erneute Behandlungstage, die so genannten "Boostertage", wo das erlernte Hausübungsprogramm aufgefrischt wird und der Patient seinen eigenen Eindruck zu seinem Wohlbefinden und seinen Erfahrungen der vergangenen Wochen vorbringen kann.
Die Behandlungskosten in der Schmerztagesklinik werden durch die Krankenkassen übernommen. Der Aufnahme geht ein ausführliches interdisziplinäres Aufnahmegespräch voraus, in dem alle Befunde und die teilweise sehr langen Krankheitsverläufe zusammengefasst werden. Im Anschluss daran wird im Team die Entscheidung zur Aufnahme in die tagesklinische Schmerztherapie getroffen. Die Einweisung kann durch den behandelnden Arzt, zum Beispiel den Hausarzt, durch Neurologen, Rheumatologen und andere niedergelassene Fachärzte erfolgen.

Mehr Information erhalten Ärzte und Patienten unter der Telefonnummer 0341 / 97-17716, per Email (schmerztagesklinik@medizin.uni-leipzig.de) oder auf der Homepage der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie des UKL (http://www.kai-uniklinik-leipzig.de).

 

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