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Pressemitteilung vom 19.02.2024

Wenn Standard-Therapien keinen Erfolg mehr bringen: Blutdruck senken durch Verödung von Nervenfasern an der Niere

UKL-Kardiologie als Zentrum für renale Denervation zertifiziert: Interventionelle Therapieoption für Patient:innen mit schwer einstellbarer arterieller Hypertonie

Mit einem Katheter wie diesem veröden Dr. Ulrike Rudolph, Oberärztin der kardiologischen Klinik und Poliklinik am UKL, und ihre Kolleg:innen bei einem einmaligen, minimalinvasiven Eingriff Nervenfasern rund um Nierenarterien, die zu hohen Blutdruckwerten beitragen. Für diesen Eingriff hat die Klinik nun die Zertifizierung erhalten

Mit einem Katheter wie diesem veröden Dr. Ulrike Rudolph, Oberärztin der kardiologischen Klinik und Poliklinik am UKL, und ihre Kolleg:innen bei einem einmaligen, minimalinvasiven Eingriff Nervenfasern rund um Nierenarterien, die zu hohen Blutdruckwerten beitragen. Für diesen Eingriff hat die Klinik nun die Zertifizierung erhalten

Leipzig. Die Klinik und Poliklinik für Kardiologie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) ist erfolgreich als "Zentrum für renale Denervation" zertifiziert worden. Bei diesem minimal-invasiven Eingriff werden Nervenbahnen an den Nierenarterien (Niere = lat. ren), die zu einem dauerhaft zu hohen Blutdruck beitragen, unterbrochen (Denervation).

Etwa ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland zwischen 18 und 80 Jahren leidet nach Ansicht von Expert:innen an Bluthochdruck. Ein ungenügend eingestellter Bluthochdruck ist eine der wichtigsten Ursachen für Schlaganfall, Herzinfarkt, Herzschwäche, Nierenerkrankungen oder Tod. Durch einen gesunden Lebensstil mit salzarmer Ernährung, leichter Ausdaueraktivität über 30 bis 45 Minuten täglich, Reduktion von Stress und sehr gut wirksame Medikamente kann vielen Bluthochdruckpatient:innen geholfen werden. 

"Dennoch lässt sich bei circa 20 Prozent der Betroffenen der Blutdruck-Zielbereich von kleiner oder gleich 130/80 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) auch mit der Kombination mehrerer Wirkstoffe nicht erreichen - sie leiden an einer therapieresistenten arteriellen Hypertonie", beschreibt Dr. Ulrike Rudolph die Grenzen der bisher möglichen Behandlung. 

Die Oberärztin der kardiologischen Klinik und Poliklinik am UKL betreut in ihrer Hypertonie-Sprechstunde Patient:innen, die mit den üblichen Behandlungsverfahren keine optimalen Blutdruckwerte erreichen. "Für diese Gruppe können wir jetzt eine zusätzliche interventionelle Therapie, die renale Denervation, anbieten". 

 

Bei diesem minimalinvasiven Katheterverfahren werden aktive Nervenfasern, die rund um die Nierenarterien liegen und zu den hohen Blutdruckwerten beitragen, durch Hitze gezielt verödet. Bei vielen Patient:innen lasse sich der Blutdruck so langfristig besser senken, so Dr. Rudolph. Der Eingriff sei nur einmal nötig und müsse nicht wiederholt werden.

 "Seit etlichen Jahren forschen wir zu diesem Thema und können auf einen breiten Erfahrungsschatz blicken", ergänzt Klinikdirektor Prof. Dr. Ulrich Laufs. "Wir freuen uns sehr, dass unsere Arbeit nun zur Zertifizierung unseres Zentrums durch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, die Deutsche Hochdruckliga, die Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention und die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie geführt hat." 

 

Die Zertifizierung belegt, dass die Patient:innen an der UKL-Kardiologie die notwendige Rundumbetreuung erhalten. So wird laut Oberärztin Dr. Rudolph vorab die ordnungsgemäße Medikation der Betroffenen überprüft und auch nachgeforscht, ob wirklich alle anderweitig behandelbaren Ursachen für den Bluthochdruck entdeckt wurden. 

Im interdisziplinären Zentrum arbeiten die UKL-Kardiolog:innen zum Beispiel mit der Angiologie, der Radiologie, der Nephrologie und auch der Pneumologie zusammen, obwohl letzteres noch nicht einmal zwingend vorgeschrieben ist. Wer zertifiziert werden möchte, muss die ständige Verfügbarkeit von Ultraschall, internistischer Intensivmedizin oder auch MRT- und CT-Untersuchungen nachweisen können. 

In Deutschland gibt es derzeit 12 zertifizierte Zentren für renale Denervation, das Zentrum am UKL ist dabei erst das zweite in den ostdeutschen Bundesländern. 

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