Leipzig. Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) ist für seine hohe Behandlungsqualität in der Schulterendoprothetik ausgezeichnet worden: Die Klinik hat das Silber-Endoprothesensiegel der Deutschen Vereinigung für Schulter- und Ellenbogenchirurgie (DVSE) erhalten. Das Zertifikat bestätigt eine strukturierte, transparente und qualitätsgesicherte Versorgung von Patienten mit Schulterprothesen.
Die DVSE ist eine der größten und mitgliederstärksten wissenschaftlichen Organ-Fachgesellschaften im deutschsprachigen Raum. Sie setzt sich seit vielen Jahren für Qualitätssicherung und Transparenz in der Schulter- und Ellenbogenchirurgie ein. Mit dem Endoprothesensiegel zeichnet sie Kliniken aus, die definierte Qualitätskriterien erfüllen und ihre Eingriffe konsequent in einem bundesweiten Register dokumentieren.
Kriterium 1: Mindestens 30 Operationen pro Jahr
Das Universitätsklinikum Leipzig erfüllt die Anforderungen für das Silber-Zertifikat in besonderem Maße. Voraussetzung dafür ist unter anderem, dass eine Klinik regelmäßig künstliche Schultergelenke einsetzt. Am UKL werden jedes Jahr rund 60 bis 80 solcher Operationen durchgeführt. Das sind deutlich mehr als für das Siegel gefordert. Und das Team der Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie am UKL hat sogar noch Kapazitäten für mehr derartige Eingriffe. „Die Zahl nach oben ist offen. Wir würden uns freuen, wenn wir noch mehr Patienten damit versorgen könnten“, sagt der stellvertretende Bereichsleiter Prof. Dr. Jan Theopold. Eine Schulterendoprothese wird bei schwerem Gelenkverschleiß wie Arthrose, Brüchen oder Sehnenrissen implantiert. Der Eingriff dauert eine bis anderthalb Stunden und findet meist unter Vollnarkose statt. Für das Team um Prof. Theopold und Prof. Dr. Pierre Hepp, dem UKL-Bereichsleiter für Arthroskopische und Spezielle Gelenkchirurgie, ist das mittlerweile ein Standardeingriff: „Wir können mit diesem Eingriff das Schmerzlevel der Patienten verändern und verbessern damit deutlich ihre Lebensqualität.“
Kriterium 2: Dokumentation im Prothesenregister
Eine weitere Anforderung für die Zertifizierung ist die Dokumentation der Operationen im sogenannten Schulter-Ellbogen-Prothesenregister (SEPR). Während Einträge in solch ein Register im Bereich der Hüft- und Knieprothetik standardisiert sind, beruht die Mitarbeit bei den Schulterprothesen noch auf Freiwilligkeit. Das Team des UKL trägt vollständige Datensätze zu jeder einzelnen impantierten Schulterprothese dort ein. Das erhöht die Patientensicherheit. „Nehmen wir mal an, ein Hersteller stellt fest, dass ein Modul an einer Prothese eine kleine Abweichung hatte und es zu einer Rückrufaktion kommt“, erklärt Prof. Theopold. „Über die Einträge in dem Register wissen wir sofort, welchem Patienten wir eine Prothese mit diesem Modul implantiert haben.“
Kriterium 3: Geschultes Personal
Um das Silber-Prothesensiegel zu erhalten, muss mindestens ein Operateur der Einrichtung über das DVSE-Basiszertifikat für Schulter- und Ellenbogenchirurgie verfügen. Diese Qualifikation hat Prof. Theopold schon seit 2022. Seit 2024 besitzt er zudem auch das Expertenzertifikat.
Das Universitätsklinikum Leipzig hat das DVSE-Prothesensiegel in Silber bereits zum zweiten Mal erhalten. Die Auszeichnung wird jedes Jahr neu vergeben und setzt voraus, dass die Qualitätskriterien dauerhaft eingehalten werden. Für Patient:innen bedeutet das vor allem eines: Sie können sich darauf verlassen, dass ihre Behandlung nach klaren Qualitätsstandards erfolgt. Gleichzeitig zeigt die Auszeichnung, dass das UKL seine Ergebnisse offen dokumentiert und regelmäßig überprüfen lässt.