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Pressemitteilung vom 07.05.2020

Digitale Helfer könnten Vor- und Nachsorge von Schlaganfällen unterstützen, ersetzen jedoch nicht den persönlichen Kontakt

Bei Symptomen unbedingt Arzt aufsuchen

Auf Schlaganfall-Spezialstationen wie der „Stroke Unit“ am UKL können digitale Helfer auch bei der Nachsorge nach einem Schlaganfall sinnvoll sein und die Arbeit der Ärzte unterstützen. Im Bild: Prof. Dominik Michalski (re.) stimmt mit Dr. Johann Pelz die weitere Behandlung eines Schlaganfall-Patienten ab.

Auf Schlaganfall-Spezialstationen wie der „Stroke Unit“ am UKL können digitale Helfer auch bei der Nachsorge nach einem Schlaganfall sinnvoll sein und die Arbeit der Ärzte unterstützen. Im Bild: Prof. Dominik Michalski (re.) stimmt mit Dr. Johann Pelz die weitere Behandlung eines Schlaganfall-Patienten ab.

Leipzig. In diesem Jahr steht der bundesweite Tag gegen den Schlaganfall am 10. Mai unter dem Motto "Die digitalen Helfer kommen". Laut "Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe", dem Ausrichter des Tages, gibt es mittlerweile rund 140.000 Apps in den Bereichen Medizin, Gesundheit und Fitness. Digitale Anwendungen ersetzen keinen Arztbesuch, könnten aber durchaus sinnvoll für die Vor- und Nachsorge von Schlaganfällen sein. Auch am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) werden in einem laufenden Projekt digitale Lösungen für den Schlaganfallbereich entwickelt.
Doch nützen alle technischen und elektronischen Helfer nichts, nehmen Menschen erste Anzeichen für einen Schlaganfall – eventuell aus Furcht vor Ansteckung mit dem Coronavirus – nicht ernst. Treten Symptome auf, braucht es in jedem Fall unverzügliche ärztliche Hilfe.

Mittels digitaler Helfer lassen sich klassische Risikofaktoren für einen Schlaganfall wie Bluthochdruck, Diabetes oder Ernährungsgewohnheiten besser kontrollieren, "Doch auch in der Nachsorge, das heißt in der Betreuung nach dem oft einschneidenden Ereignis, könnten sie bei der Kontrolle dieser Risikofaktoren hilfreich sein", sagt Prof. Dominik Michalski, Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Neurologie am UKL. "Digitale Anwendungen könnten sogar einmal dabei helfen, den Herzrhythmus hinsichtlich spezieller Rhythmusstörungen zu analysieren, die zu den Hauptrisikofaktoren für weitere Schlaganfälle gehören." Zusammen mit Informatikern und Kollegen der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig entwickelt Michalski in einem bereits seit über einem Jahr laufenden Projekt ein patientenorientiertes, digitales System für eine koordinierte Langzeitbetreuung von Schlaganfallpatienten. Beim "PostStroke-Manager", so der Name des geplanten Systems, stehen neben digitalen Anwendungen auch Schlaganfalllotsen im Vordergrund, die beispielsweise bei der Organisation von Heilmitteln helfen, auf die regelmäßige Medikamenteneinnahme hinweisen sowie für Fragen zu Versorgungsleistungen und Hilfsangeboten zur Verfügung stehen. Als das Projekt startete, war noch nicht absehbar, dass es einmal zusätzliche Bedeutung gewinnen könnte, wenn persönliche Kontakte durch äußere Umstände schwieriger sein würden.  

Bei Symptomen nicht zögern, den Arzt zu rufen
"Auch wenn für die Nachsorge digitale Anwendungen sinnvoll erscheinen: In der akuten Notsituation, wenn neue Symptome auftreten, müssen Betroffene in jedem Fall den Notarzt rufen. Der entscheidet dann über die Einweisung in ein Krankenhaus", appelliert Prof. Michalski. Denn auf einer Schlaganfall-Spezialstation (Stroke Unit), wie es sie am UKL gibt, werden Akutbehandlungen durchgeführt. Auch Risikofaktoren werden überprüft und Medikamente des Patienten entsprechend angepasst. Auf diese Weise sollen weitere Ereignisse vermieden werden. 
"Schlaganfall-Mediziner nehmen mit Sorge den in einigen Regionen Deutschlands beobachteten Rückgang von Notfallpatienten wahr", so Prof. Michalski, "wir vermuten, dass dahinter die Angst vor der Ansteckung mit dem Coronavirus steckt." Doch jede Minute des Zögerns erhöhe das Risiko, dass dauerhafte Beeinträchtigungen entstünden, betont der UKL-Experte. "Nur wenn rechtzeitig gehandelt wird, können sich durch gezielte Behandlung dauerhafte halbseitige Lähmungen und Gefühlsstörungen, Sprach- und Verständnisstörungen oder auch Langzeitfolgen wie Depressionen vermeiden oder abmildern lassen", betont Oberarzt Michalski.

 

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