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Pressemitteilung vom 04.05.2020

Welt-Asthma-Tag am 5. Mai 2020: Antikörper statt hochdosiertes Cortison

Neue Herangehensweisen bei leichtem und schwerem Asthma setzen sich durch

Prof. Hubert Wirtz, Leiter des Bereichs Pneumologie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL), behandelt vor allem Fälle von schwerem Asthma.

Prof. Hubert Wirtz, Leiter des Bereichs Pneumologie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL), behandelt vor allem Fälle von schwerem Asthma.

Leipzig. Bei der Behandlung von Asthma haben sich in den vergangenen Jahren neue Herangehensweisen etabliert, die es den Betroffenen erleichtern, mit dieser Krankheit zu leben. So setzen die Mediziner bei schwerem Asthma zunehmend Antikörper statt hochdosiertes Cortison ein. Bei leichteren Verläufen sollen atemwegsweitende Substanzen nun eher bei Bedarf statt kontinuierlich eingenommen werden.

Zum Welt-Asthma-Tag am 5. Mai erinnert Prof. Hubert Wirtz, Leiter des Bereichs Pneumologie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) daran, dass die Erkrankung in jeder Altersgruppe auftreten kann: "Es ist immer noch möglich, daran zu sterben", so der Experte. 
Standen früher für die Behandlung von schwerem Asthma meist Cortison-Tabletten an erster Stelle, stehen den Ärzten heutzutage mehr und mehr Medikamente auf Antikörper-Basis zur Verfügung. "Das erspart den Patienten die negativen Auswirkungen höherer Cortison-Dosierungen", erläutert Prof. Wirtz. Zwar müssten die Antikörper alle zwei bis drei Wochen injiziert werden, doch könnten sich die Patienten die Spritze auch selbst setzen. "Das ist ein Riesenfortschritt an Lebensqualität", betont der Pneumologe. Ist die normale Therapie - unter anderem mit inhalierbarem Cortison, welches selbst hochdosiert noch schwächer ausfalle als die früher verwendeten Tabletten - ausgereizt, dann dürfen Antikörper gegeben werden, so Prof. Wirtz.
Antikörper erhalten - nicht nur wegen des hohen Preises der Präparate - vor allem die Gruppe der Schwererkrankten. Sie werden auch stationär am UKL behandelt, sonst kann Asthma nach Aussage von Prof. Wirtz zu weiten Teilen ambulant behandelt werden. Weiterer Vorteil der Antikörper: Sie können für alle Arten von kombinierten Therapien genutzt werden. Das bedeutet, mehrere Allergieerscheinungen wie Asthma und Heuschnupfen oder Asthma und Hauterkrankungen können so behandelt werden. 

Medikamente nur bei Bedarf einnehmen
Bei leichtem Asthma setzt sich aktuell eine bedarfsadaptierte Herangehensweise durch, die sich daran orientiert, ob Beschwerden auftreten oder nicht. "Früher hat man eher darauf gesetzt, Substanzen, die die Atemwege weit machen, kontinuierlich einzuatmen", erläutert es Prof. Wirtz näher, "jetzt hat man erkannt, dass es besser sei, auch Menschen mit leichtem Asthma ein Präparat für eigentlich mittelschweres Asthma zu verschreiben, welches sie dann allerdings ausschließlich bei Bedarf einnehmen." Auch dies stelle für viele Betroffene eine Erleichterung im Alltagsleben dar, da die ständige Inhalation von vielen, ob bewusst oder unbewusst, nicht eingehalten worden sei, so Prof. Hubert Wirtz.

 

 

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