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Pressemitteilung vom 21.12.2018

Hunderten Kindern ein normales Lächeln geschenkt

Prof. Alexander Hemprich, Direktor der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, geht in den Ruhestand – aber nicht so ganz

Prof. Dr. Dr. Alexander Hemprich, Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie des Universitätsklinikums Leipzig geht zum Jahreswechsel in den Ruhestand. Er entwickelte die Klinik zu einem der wichtigsten Zentren Europas für die Behandlung von Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten.

Prof. Dr. Dr. Alexander Hemprich, Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie des Universitätsklinikums Leipzig geht zum Jahreswechsel in den Ruhestand. Er entwickelte die Klinik zu einem der wichtigsten Zentren Europas für die Behandlung von Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten.

Leipzig. Nach 25 Jahren an der Spitze der Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie des Universitätsklinikums Leipzig geht Prof. Dr. Dr. Alexander Hemprich zum Jahresende in den Ruhestand. Allerdings will der Experte für Spaltchirurgie dem Operationssaal noch nicht gänzlich Lebewohl sagen und seinen Nachfolger Prof. Bernd Lethaus aus Aachen bei der Operation von Kindern mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten weiter unterstützen.

"Wir danken Prof. Alexander Hemprich für die großartige Arbeit, die er am Universitätsklinikum Leipzig geleistet hat", betont Prof. Wolfgang E. Fleig, Medizinischer Vorstand des UKL. "Aber der größte Dank ist ihm ohnehin gewiss - der Dank all der Kinder und deren Eltern, denen er in den vielen Jahren seiner Arbeit als Experte für die Operation von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten mit seinem großen Können ein ganz normales Leben ermöglicht hat. Wir freuen uns daher sehr, dass er seinen Ruhestand dazu nutzen will, um auf diesen Gebiet noch weiter am UKL tätig zu sein - vor allem im Interesse seiner kleinen Patienten", so Fleig.

1993 wurde Prof. Hemprich, der in Bonn und Mainz Medizin und Zahnmedizin studiert hatte, nach Leipzig berufen. Zu diesem Zeitpunkt war Hemprich am Universitätsklinikum Münster tätig - damals eine der auf dem Gebiet der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie führenden Einrichtungen in Deutschland. Zu Leipzig hatte Hemprich schon eine familiäre Bindung: Seine Mutter wuchs in der Messestadt auf, aus der Familie kannte der in Witten an der Ruhr Geborene den sächsischen Dialekt. "Zudem war die Wiedervereinigung ja ziemlich frisch. Daraus erwuchs für mich auch ein Beweggrund, nach Leipzig zu gehen: Wenn Deutschland wieder zusammenwachsen soll, müssen die Menschen aufeinander zugehen. Wer, wenn nicht ich mit meinen ostdeutschen Wurzeln - mein Vater wurde in Cottbus geboren -, sollte da aktiv werden", sagt Prof. Hemprich. "Natürlich spielte auch der attraktive Lehrstuhl eine Rolle und die Chance, eine Klinik nach meinen Vorstellungen aufzubauen."

Unter Hemprich wurden in den folgenden Jahren viele moderne Therapien ins Leistungsspektrum aufgenommen, wie Operationen zur Behebung von Kieferfehlstellungen, die Behandlung von Schädelfehlbildungen, Lappenrekonstruktionen und mikrovaskuläre Chirurgie zur Korrektur angeborener und erworbener Defekte. Bei der Implantologie konnte Alexander Hemprich bereits auf eine Leipziger Tradition aufbauen: "Seit 1975 wurde an der Klinik zahnärztliche Implantologie nach dem heute noch angewandten Verfahren des Einsetzens künstlicher Zahnwurzeln in den Kieferknochen betrieben. In unserer Klinik wurde in dem Jahr das erste Titan-Blattimplantat der DDR eingesetzt. Zehn Jahre später führten Ärzte unserer Klinik - darunter Professor Hans-Ludwig Graf, der auch jetzt noch hier arbeitet - ein heute weltweit genutztes Prinzip in die zahnärztliche Implantattherapie ein."

Die wichtigste Entwicklung, die die Klinik nahm, ist aber die hin zu einem der erfolgreichsten Spalt-Zentren Europas. "Wir behandeln jedes Jahr etwa 60 bis 70 neue Spalt-Kinder", so Prof. Hemprich. "Denn Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten zählen zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen bei Neugeborenen. Der Spalt reicht bis in den Rachen, damit sind wichtige Funktionen wie Ernährung, Gehör und Sprache gestört." Eine erfolgreiche Behandlung sei nur gewährleistet, wenn verschiedene Fachdisziplinen in einem Behandlungsteam eng zusammenarbeiten. "Bei Spalterkrankungen können wir nur gut operieren, wenn die Kinder kieferorthopädisch vor- und nachbehandelt werden." HNO und Pädaudiologie müssen einbezogen werden, damit das Hören nicht beeinträchtigt wird. Logopäden helfen den Kleinen nach der OP, mit dem ganz neuen Mundgefühl richtig sprechen zu lernen. "Und natürlich werden immer Kinderärzte mit einbezogen", so Hemprich.

Mit dem neuen Gebäude der Zahnklinik wurde 2012 diese Zusammenarbeit vereinfacht. Jetzt sind die Hauptakteure bei der Behandlung der Spalt-Kinder in unmittelbarer Nachbarschaft. Auch für die Studentenausbildung sind die Voraussetzungen besser, befindet Prof. Hemprich, dessen Tätigkeit sich nicht nur auf Leipzig beschränkte. Vier Jahre war er Präsident und Vize-Präsident der Deutschen Gesellschaft für MKG-Chirurgie, sechs Jahre lang deutscher Councelor im Rat der europäischen Gesellschaft für MKG und 15 Jahre lang Generalsekretär des Deutschen Interdisziplinären Arbeitskreises Lippen-Kiefer-Gaumenspalten. 2002 holte Hemprich den Deutschen MKG-Kongress nach Leipzig, in diesem Jahr den Weltkongress Lippen-Kiefer-Gaumenspalten.

Prof. Hemprich hat viele Operationen an seiner Klinik selbst ausgeführt. "Bei der 1000. Spalt-Operation habe ich aufgehört zu zählen", so der Chirurg. "Aber Zahlen sind weniger interessant als die Erfahrungen. Deshalb will ich auch in meinem Ruhestand ab 1. Januar 2019 die Behandlung von Spalt-Kindern fortsetzen. Nicht mehr voll, aber vielleicht ein oder zwei Tage in der Woche."

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