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Pressemitteilung vom 22.03.2018

Stroke Unit des Universitätsklinikums erneut zertifiziert

Im vergangenen Jahr wurden über 1000 Schlaganfallpatienten versorgt

Haben die Auditoren überzeugt: Prof. Joseph Claßen, Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie, PD Dr. Dominik Michalski, Oberarzt der Stroke Unit, und Stationsleiterin Schwester Alexandra Brixi (v.r.n.l.) mit dem Zertifikat.

Haben die Auditoren überzeugt: Prof. Joseph Claßen, Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie, PD Dr. Dominik Michalski, Oberarzt der Stroke Unit, und Stationsleiterin Schwester Alexandra Brixi (v.r.n.l.) mit dem Zertifikat.

Die Qualitätsstandards und die Behandlungsdaten, aber auch die Begutachtung der Stroke Unit des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) waren erneut überzeugend: Die Schlaganfallspezialstation wurde nach einem aufwändigen Verfahren rezertifiziert.

"Ein interdisziplinäres Team, bestehend aus speziell geschulten Ärzten - das sind Neurologen, Neuroradiologen, Neurochirurgen und Anästhesisten - sowie aus Pflegekräften, Logopäden, Ergotherapeuten und Physiotherapeuten, hat im Jahr 2017 über 1000 Patienten betreut", so Privatdozent Dr. Dominik Michalski, Oberarzt der Stroke Unit. "Das Spektrum der Erkrankungen reichte vom leichten Schlaganfall mit wenigen neurologischen Ausfällen bis zu schwersten Fällen mit notwendigem künstlichem Koma. Die Sterblichkeit lag nur bei etwa zwei Prozent. Vor allem die Schnelligkeit in unserer Behandlung von Schlaganfallpatienten konnte verbessert werden und wurde von den Auditoren anerkannt. Denn für die Qualität des Weiterlebens nach einem Schlaganfall zählt jede Minute, die wir in der Akutversorgung gewinnen können." Time is brain, sagen die Ärzte, Zeit ist Gehirn. Denn pro Minute, in der ein Gehirnareal durch einen Gefäßverschluss nicht mit Sauerstoff versorgt wird, sterben nach Schätzungen 1,9 Millionen Nervenzellen ab.

Bei der Akuttherapie haben vor allem zwei Verfahren eine entscheidende Bedeutung: Das ist zum einen die Lyse-Therapie, bei der per Infusion versucht wird, das Blutgerinnsel im Gehirn schnellstmöglich aufzulösen, das den Schlaganfall verursacht hat. Zum anderen ist das die Thrombektomie, bei der mithilfe eines Katheters bis zum verschlossenen Gefäß im Gehirn vorgedrungen und mechanisch versucht wird dies wieder zu eröffnen. Bei dieser Methode kommt besonders der Erfahrungsschatz der Kollegen der Neuroradiologie am Universitätsklinikum zur Geltung. Denn jährlich werden hier etwa 100 derartige Eingriffe durchgeführt - Tendenz steigend.

Die Stroke Unit des UKL ist Teil einer kombinierten, insgesamt 23 Betten umfassenden Schlaganfall- und Neurologischen Intensivstation der Klinik und Poliklinik für Neurologie. Dort betreuen 14 Ärzte und 44 Pflegekräfte die Patienten. Dazu kommt ein Team aus Logopäden, Ergotherapeuten und Physiotherapeuten. "Ein Schlaganfall ist für viele Patienten ein extremer Einschnitt im Leben. Von heute auf morgen müssen viele Betroffene mit Sprachstörungen oder Lähmungen fertig werden", verdeutlicht Privatdozent Dr. Michalski. "Deshalb ist es wichtig, dass nicht nur Ärzte und Pfleger sich schnell um die Patienten kümmern, sondern auch Logopäden, Ergotherapeuten und Physiotherapeuten noch auf der Schlaganfallspezialstation ihr Fachwissen einsetzen."

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