Hintergrund aktuelle Warnstreiks
Am 3. Dezember 2025 haben die Tarifverhandlungen zum Tarifvertrag der Länder (TV-L) zwischen der Tarifgemeinschaft deutscher Länder und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) begonnen. Am UKL gilt nicht der TV-L, sondern ein Haustarifvertrag, der sich am TV-L orientiert. Der Haustarifvertrag ist nicht Gegenstand der laufenden Verhandlungen zum TV-L, das UKL daher nicht Teil der Tarifauseinandersetzung. Die Warnstreiks der letzten Wochen am UKL sind sogenannte Partizipationsstreiks.
Entwicklung der Zahl der Beschäftigten und der Belastungs-Situation:
In den letzten fünf Jahren ist die Anzahl der Beschäftigten im Bereich des TV UKL um 23 Prozent gestiegen, überwiegend in den Berufsgruppen der unmittelbaren Patientenversorgung.
Der Pflegedienst konnte allein im vergangenen Jahr mit einer Zuführung von insgesamt 142 Vollkräften gestärkt werden, was einer Steigerung von 9 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Seit 2020 hat das UKL die Zahl der Vollkräfte im Pflegedienst sogar um 31 Prozent gesteigert. Im gleichen Zeitraum hat sich der Case-Mix des UKL, also die schweregradgewichtete Zahl der behandelten stationären Fälle, in Summe kaum verändert.
Dies schlägt sich sichtbar positiv auf die Belastungssituation nieder: Im Zeitraum Januar bis September 2025 wurden die Pflegepersonaluntergrenzen in 41 der 42 für die Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung relevanten Bereiche erfüllt. Über alle 42 Bereiche liegt im Durchschnitt sogar eine signifikante Übererfüllung vor.
Beim Pflegepersonalquotienten– einer deutschlandweit vom InEK ermittelten Kennzahl, die Ausstattung mit Pflegepersonal ins Verhältnis zu Zahl und Schwere der behandelten Patient:innen setzt – schneidet das UKL seit Jahren positiv ab und liegt hier mehr als10 Prozent über dem Durchschnitt aller Universitätsklinika.
Selbstverständlich gibt es dennoch Belastungsspitzen und zeitweise ist nicht an allen Stellen die Personalsituation gleichermaßen zufriedenstellend. Daran wird kontinuierlich gemeinsam gearbeitet. Im Vergleich mit anderen Kliniken ist die Situation allerdings durchgehend besser.
Entwicklung der Entgeltsituation in den vergangenen Jahren:
In den vergangenen drei Jahren sind die Tabellenentgelte des TV UKL durchschnittlich insgesamt um etwa 12,8 Prozent gestiegen, ergänzt durch die steuerfreie Inflationsausgleichszahlung in Höhe von insgesamt 3.000 Euro. Hinzu kommt der Effekt der Reduzierung der Arbeitszeit auf 38,5 Stunden pro Woche, der einer Erhöhung der Stundenentgelte von weiteren 3,8 Prozent entspricht. Die Entgelte für Auszubildende stiegen in diesem Zeitraum noch deutlicher und liegen am UKL im Durchschnitt bereits heute deutlich über dem Niveau des TV-L.
Damit wurde den gestiegenen Lebenshaltungskosten bestmöglich – und besser als in vielen anderen Branchen – Rechnung getragen.
Zusatzangebote des UKL-Haustarifvertrags zum TV-L:
HTV bietet heute schon einiges, dass TV-L nicht bietet. Diese Themen wurden in der Vergangenheit unabhängig von den damaligen Tarifverhandlungen der Länder am UKL verhandelt und umgesetzt – und unabhängig von Arbeitskampfmaßnahmen.
- Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit auf38,5 Stunden seit 1. Januar 2026. Im Bereich des TV-L gilt weiterhin eine 40-Stunden-Woche – bei gleichem Entgeltniveau
- eine eigene Entgeltordnung mit Berücksichtigung hausspezifischer Besonderheiten
- P-Eingruppierungen für zusätzliche Berufsgruppen und damit Pflegezulagen für mehr Beschäftigte sowie weitere Zulagen (z. B. für Diabetesberaterinnen und -berater oder Pool-Beschäftigte)
- Vier-Monats-Dienstpläne für mehr Planungssicherheit
- die Möglichkeit des Dienstradleasings
- die Möglichkeit zum Abschluss eines Zeitwertkontos