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Pressemitteilung vom 19.10.2021

Universitätsklinikum Leipzig eröffnet neue Beobachtungsstation für Notfallpatienten

Neue Struktur verbindet Brustschmerzambulanz mit stationärer Herzüberwachung / Station arbeitet zudem weitestgehend digital und papierlos

Roland Petry (li.), Referatsleiter Hochschulmedizin im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus, kam als ministerieller Vertreter zur Eröffnungsfeier der neuen Station und durchschnitt zusammen mit (v.l.n.r.) Prof. Ulrich Laufs, Direktor der UKL-Kardiologie, Prof. André Gries, Ärztlicher Leiter der Zentralen Notfallaufnahme, Tancred Lasch, Pflegerischer Departmentleiter Innere Medizin, sowie Prof. Christoph Josten, Medizinischer Vorstand, das symbolische Band in UKL-Blau.

Roland Petry (li.), Referatsleiter Hochschulmedizin im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus, kam als ministerieller Vertreter zur Eröffnungsfeier der neuen Station und durchschnitt zusammen mit (v.l.n.r.) Prof. Ulrich Laufs, Direktor der UKL-Kardiologie, Prof. André Gries, Ärztlicher Leiter der Zentralen Notfallaufnahme, Tancred Lasch, Pflegerischer Departmentleiter Innere Medizin, sowie Prof. Christoph Josten, Medizinischer Vorstand, das symbolische Band in UKL-Blau.

Leipzig. Mit einer neuen Station schafft das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) jetzt optimale Bedingungen für die Versorgung von Notfallpatienten, insbesondere bei Herzbeschwerden. Die in unmittelbarer Nähe zur Notaufnahme befindliche neue Struktur vereint die rund um die Uhr besetzte Brustschmerzambulanz mit einer Beobachtungsstation, auf der Notfallpatienten kurzzeitig betreut werden können, und wird gemeinsam von der Kardiologie und der Zentralen Notaufnahme betrieben. Die am 19. Oktober 2021 eröffnete Station nimmt ab November den Betrieb auf.

Für die gesonderte Überwachung und Versorgung von Notfallpatienten, mit kardiologischen Verdachtsdiagnosen, stehen 18 Betten zur Verfügung. Nun kann eine umfassende Versorgung von Notfallpatienten mit Herzbeschwerden an einem Ort erfolgen.

Auf der neuen Station stehen jetzt 18 Betten für die gesonderte Überwachung und Versorgung von Notfallpatienten, insbesondere mit kardiologischen Verdachtsdiagnosen, zur Verfügung. Dafür wurde hier die bisherige Beobachtungsstation der Zentralen Notfallaufnahme mit einer neu geschaffenen speziellen Herzüberwachungsstation (Coronary Care Unit) zusammengeführt. Auch die rund um die Uhr besetzte Brustschmerzambulanz (Chest Pain Unit) zieht aus der Notaufnahme auf die neue Station, so dass eine umfassende Versorgung von Notfallpatienten mit Herzbeschwerden an einem Ort erfolgen kann. 

"Wir schaffen so ein neues Angebot für unsere Notfallpatienten, das gleichzeitig sowohl die Versorgung in der Notfallmedizin in der Kardiologie verbessert, als auch unsere Zentrale Notaufnahme, die die einzige Notfallaufnahme in der Stadtmitte ist, entlastet", sagt Prof. Christoph Josten, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig. 

Dafür wurde im Bestand und während des laufenden Betriebs umgebaut, wobei innerhalb eines Jahres die neue Station entstand. Die Kosten für diesen zum Teil aus Mitteln des Freistaats Sachsen finanzierten Umbau belaufen sich auf 3,3 Millionen inklusive Erstausstattung. 

 

Neues Herzüberwachungsangebot

"Zahlreiche Patienten, die in unsere Notfallaufnahme kommen, klagen über Herz-Kreislauf-Probleme, Brustschmerzen oder andere Beschwerden, die auf Herzprobleme hindeuten könnten", ergänzt Prof. Ulrich Laufs, Direktor der Uniklinik für Kardiologie. Oft steht auch der Verdacht eines Herzinfarkts im Raum. In der auf Schmerzen im Brustkorb spezialisierten Brustschmerzambulanz wird dieser schnell und umfassend abgeklärt. "Dazu gehört auch eine anschließende Überwachung im Sinne einer Intensivstation", erklärt Prof. Laufs. Benötigt wird dies nicht nur bei Patienten mit Herzinfarkt, sondern auch bei akuter Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen und verschiedenen anderen Herzerkrankungen. 

 


Bisher erfolgte diese Versorgung oftmals in den Räumen der Notfallaufnahme oder auf einer Intensivstation, was dort Kapazitäten und Betten gebunden hat, die nun für die Behandlung anderer Patienten bereitstehen. In der Regel benötigen kardiologische Patienten nur ein bis zwei Tage lang eine Überwachung, bevor sie auf andere Stationen in der Klinik verlegt werden können. "Unsere Patienten müssen in dieser Zeit zwar eng kontrolliert werden, wozu auch gehört, die Vitalfunktionen maschinell zu erfassen, benötigen aber keine Beatmung und damit keine klassische intensivmedizinische Versorgung", erläutert Prof. Ulrich Laufs. "Auf der neuen Station stehen dafür nun speziell ausgerüstete Monitorbetten für die stationäre Beobachtung dieser Patienten ebenso zur Verfügung wie geschulte Pflegende und erfahrene Ärzte, die im Umgang mit kardiologischen und anderen Notfällen geübt sind". 

Für die Besetzung der neuen Station wurden innerhalb der vergangenen 12 Monaten 20 neue Pflegekräfte gewonnen und intensiv für die neue Aufgabe geschult, eine besondere Leistung angesichts des aktuellen Pflegenotstands, wie Prof. Josten betont. "Wir werten das als Zeichen, dass die Arbeit an unserem Universitätsklinikum weiterhin als sehr attraktiv angesehen wird, und werden alles tun, damit dies auch so bleibt." 

 

Beobachtungsstation auch für andere Notfallpatienten  

Neben kardiologischen Patienten werden auf der neu geschaffenen Station auch Notfallpatienten mit anderen Beschwerden, die nach der Erstversorgung in der Notaufnahme eine Überwachung benötigen, versorgt. "Ziel ist es diese Patienten maximal 24 Stunden auf unserer Beobachtungsstation zu versorgen, während der weitere Behandlungsweg festgelegt wird", erklärt Prof. André Gries, Leiter der Zentralen Notfallaufnahme (ZNA) am UKL. Jährlich kommen 36.000 Menschen als Notfallpatienten in die ZNA, etwa 40 Prozent davon werden stationär aufgenommen und im Klinikum weiterbehandelt. Bei den zahlreichen Patienten, bei denen die stationäre Aufnahme nur für einen relativ kurzen Zeitraum notwendig ist, stehen die Betten der Beobachtungsstation bereit, und die Versorgung erfolgt durch in der Notfallmedizin erfahrene Ärzten und Pflegenden. "Das ist ein großer Vorteil für unsere Patienten, denen wir so die Sicherheit geben können, ganz eng betreut zu werden, ohne dass sie lange in den Räumen der Notaufnahme mit deren Unruhe und Bewegung bleiben müssen", so Gries.

 

Papierlose Station 

Die neue Station bietet dafür acht Zweibett-Patientenzimmer und zwei Einzel-Isolierzimmer mit eigenem Bad und speziellen Monitorsystemen sowie zwei Untersuchungsräume in der Brustschmerzambulanz. Zudem startet der neue Bereich als "papierlose" Station: Hier wird auf Patientenakten in Papierform verzichtet, die Patientenkurve, in der alle wichtigen Daten erfasst werden, wird digital geführt, und auch alle Anordnungen und Diagnoseverfahren erfolgen digital. 

So fließt zum Beispiel das Ergebnis einer EKG-Untersuchung direkt in die digitale Akte ein und muss nicht extra übernommen werden. Damit sind die Daten schnell an jedem Arbeitsplatz verfügbar und bei einer Weiterleitung des Patienten auch unmittelbar für die Weiterbehandlung zugänglich. "Auf einer Normalstation außerhalb der Intensivmedizin ist das keineswegs Standard", erklären Prof. Laufs und Prof. Gries. "Wir freuen uns sehr, als Pilotstation jetzt auf solche moderne IT-Systeme für unsere Patientenversorgung zugreifen zu können."      

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