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Pressemitteilung vom 19.10.2020

Osteoporose – brüchige Knochen sind heute kein Schicksal mehr

Prof. Heyde: Medikamentöse und operative Behandlungsmöglichkeiten auf höchstem Niveau

Prof. Dr. Christoph-E. Heyde, Geschäftsführender Direktor der Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie

Prof. Dr. Christoph-E. Heyde, Geschäftsführender Direktor der Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie

Leipzig. Jedes Jahr erkranken über 800 000 Menschen in Deutschland neu an Osteoporose. "Dabei nimmt die Zahl der Erkrankungen stetig zu", so Prof. Dr. Christoph-E. Heyde, Geschäftsführender Direktor der Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie am Universitätsklinikum Leipzig. "Diese Entwicklung zeigt uns die Vor- und Nachteile des Fortschritts der Medizin auf: Einerseits werden die Menschen so immer älter, andererseits steigt dadurch das Risiko, eine mit dem Alter einhergehende Krankheit zu bekommen. Denn Osteoporose trifft besonders ältere Menschen."

Wie der Leipzig Orthopäde mit Blick auf den Welt-Osteoporosetag am 20. Oktober erläutert, verliert jeder Mensch im höheren Alter zunehmend an Knochenmasse. Das kann sowohl bei Frauen als auch bei Männern eine Osteoporose verursachen. Dass aber vor allem Frauen an diesem Knochenschwund leiden, liegt an der Postmenopause: Östrogen wird nach den Wechseljahren deutlich weniger gebildet, damit fehlt ein Baustein für den Knochenaufbau und die Knochen werden brüchig. Bei Männern wiederum ist auch das Sexualhormon, hier Testosteron, für den Knochenstoffwechsel wichtig. Da aber kein abrupter Abfall bei der Testosteronproduktion erfolgt, ist Osteoporose bei Männern seltener als bei Frauen.

"Osteoporose ist eine schleichende Krankheit, die anfangs keine Beschwerden macht", erläutert Prof. Heyde. "Aber sie ist auch gefährlich. Denn es kommt vermehrt zu Knochenbrüchen - von Wirbelkörpern, dem Oberschenkelhals oder auch des Handgelenks. Das wiederum schränkt nicht nur die Mobilität und Selbstständigkeit der Betroffenen ein, sondern kann auch Folgen bis zum Tod haben, wenn sich daraus Komplikationen ergeben."

Bevor es zu solchen Brüchen kommt, merkt der Betroffene aber häufig, dass er kleiner wird und krummer läuft. Dann sollte ein Arzt aufgesucht werden, denn bleibt Osteoporose unerkannt, schreitet sie immer weiter voran. "Bei der Behandlung hat sich viel verbessert. Wir haben heute medikamentöse und operative Möglichkeiten auf höchstem Niveau, die Krankheit ist heute kein unabänderliches Schicksal mehr", betont Prof. Heyde. "Beispielsweise können heutige Medikamente nicht nur den Abbau von Knochen aufhalten, sondern auch einen Neuaufbau anschieben. Und mit speziellen Implantaten, die die an den Knochen wirkenden Kräfte besser verteilen, können wir an vielen Patienten von der Wirbelsäule über den Oberschenkel bis zum Unterarm helfen."

Der Orthopäde und Unfallchirurg rät dringend den Älteren, vorbeugend etwas gegen Osteoporose zu tun. "Ein guter Muskelstatus ist auch mit 70 noch zu erreichen. Und damit werden die Knochen geschützt und trainiert. Also: Viel Bewegung an frischer Luft. Weiterhin rate ich zu einer ausgewogenen Ernährung sowie den Verzicht auf Nikotin und zu viel Alkohol. Auch sollte mal der Vitamin-D-Spiegel vom Hausarzt geprüft werden. Wenn man sich aber vielseitig, mit dosiert Fleisch, Getreideprodukten, ,, frischem Obst und Gemüse sowie mit Milchprodukten ernährt, braucht man keine zusätzliche Zufuhr von Kalzium für die Knochen. Veganer, die keine Milchprodukte zu sich nehmen wollen, müssen aufpassen, bekommen aber über Obst und Gemüse gut Kalzium. Zudem sind auch Soja-Produkte günstig für den Knochenstoffwechsel.

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