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Pressemitteilung vom 25.10.2017

UKL-Chirurgen etablieren schonendere Operationsverfahren bei Darmkrebs

Neuromonitoring und „da Vinci“-Einsatz ermöglichen besseren Funktionserhalt / Vorstellung auf Fachtreffen am 1. November

Leipzig. Mit Innovationen in der operativen Behandlung von Darmkrebserkrankungen haben die Viszeralchirurgen am Universitätsklinikum Leipzig das Spektrum am Darmkrebszentrum des UKL wesentlich erweitert. Zu den Neuerungen gehört der Einsatz eines sogenannten Neuromonitorings während jedes Eingriffs am Mastdarm, wodurch die Nerven in diesem empfindlichen Bereich besser erhalten werden können. Zudem nutzen die UKL-Chirurgen auch in der Darmchirurgie den "da Vinci"-OP-Roboter, um die Eingriffe so präzise und schonend wie möglich durchführen zu können.

Diese und andere Neuerungen sind Thema einer Fach-Informationsveranstaltung, zu der am 1. November alle auf dem Gebiet des Darmkrebses tätigen Ärzte ans UKL eingeladen sind. Im Zentrum steht die operative Behandlung des kolorektalen Karzinoms, also des Tumors in Dick- und Mastdarm. "Wird ein Darmtumor diagnostiziert, handelt es sich faktisch immer um ein kolorektales Karzinom", erklärt Professor Ines Gockel, Direktorin der Klinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig.

Die Zahl der Betroffenen ist hoch, da Darmkrebs bei Frauen und Männern in Deutschland die zweithäufigsten Krebserkrankung ist. Dank der Verbesserungen in der Früherkennung und Behandlung haben sich die Heilungschancen vor allem bei zeitiger Diagnose immens verbessert. "Unsere Patienten dürfen mit noch vielen weiteren Jahren rechnen, so dass die Lebensqualität nach einer erfolgreichen Behandlung eine wichtige Rolle spielt", so Prof. Gockel.

Bei Darmkrebsoperationen bedeutet dies, bei maximaler Tumorentfernung das gesunde umliegende Gewebe so weit wie möglich zu schonen, denn nach einer Operation sollen Darm-, Blasen- und die Sexualfunktionen möglichst gut erhalten bleiben. "Mit den uns zur Verfügung stehenden modernen Verfahren gelingt das heute immer besser", erläutert Gockel. So können mit Hilfe des Neuromonitorings unter Einsatz feinster Sensoren während der Operationen die Beckennerven durchgehend lokalisiert und überwacht werden. Dieses neue Verfahren, das am UKL als einzigem Darmkrebszentrum in Sachsen seit gut einem Jahr fest etabliert ist, lässt sich gut mit minimalinvasiven Operationstechniken kombinieren. "Das ermöglicht uns sehr schonende Eingriffe", so Ines Gockel. "Insbesondere, da wir hier auch den da Vinci-Roboter an dieser Stelle erfolgreich einsetzen". Das OP-Robotersystem ist vor allem in der Prostatachirurgie seit Jahren erfolgreich im Einsatz. Die UKL-Chirurgen nutzen das Gerät inzwischen auch für Eingriffe an Darm, Magen und Speiseröhre, um auch schwierigste Operationen mit größtmöglicher Genauigkeit durchführen zu können. "Dank der Bilddarstellung und Beweglichkeit der Roboterarme können wir mit diesem Gerät genau operieren und gleichzeitig die Schnitte so klein wie möglich halten", zeigt sich Prof. Ines Gockel erfreut. "Auch darüber werden wir gern unseren Kollegen bei unserer Informationsveranstaltung am 1. November berichten."

Um die erforderlichen Kapazitäten dafür schnell schaffen zu können, steht den UKL-Chirurgen ab November ein zweites Mietgerät zur gemeinsamen Nutzung mit den Gynäkologen zur Verfügung. In Kürze soll dieses Gerät dann durch einen "da Vinci Xi" der neuen Generationen ersetzt werden.

 

Mehr informationen zur Veranstaltung finden Sie -> hier.  

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