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Pressemitteilung vom 06.06.2017

Moderner elektronischer Pollenmonitor am UKL in Betrieb gegangen

Tagesaktuelle Anzeige im Internet

Prof. Regina Treudler (li.), Geschäftsführende ärztliche Leiterin von LICA, und Assistenzärztin Jeannine Wobser, die ihre Doktorarbeit zur Ambrosiapollenallergie schreibt, auf dem Klinikdach vor dem geöffneten Gehäuse des neuen Pollenmonitors.

Prof. Regina Treudler (li.), Geschäftsführende ärztliche Leiterin von LICA, und Assistenzärztin Jeannine Wobser, die ihre Doktorarbeit zur Ambrosiapollenallergie schreibt, auf dem Klinikdach vor dem geöffneten Gehäuse des neuen Pollenmonitors.

Leipzig. Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) verfügt seit kurzem über einen elektronischen Pollenmonitor, der die Konzentration von Pollen in der Luft vollautomatisch misst und auswertet. Die Ergebnisse werden tagesaktuell auf einer speziellen Internetseite angezeigt. Deutschlandweit gibt es nur eine Handvoll dieser modernen Geräte.

"Die Birke ist durch, dafür ist die Konzentration der Gräserpollen in den vergangenen Tagen stark angestiegen", sagt Prof. Regina Treudler, Oberärztin an der Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie, Allergologie und Geschäftsführende ärztliche Leiterin von LICA, dem Leipziger Interdisziplinären Centrum für Allergologie, mit Blick auf die Grafik - für Allergiker keine unwichtigen Informationen.

Erfasst werden diese vom neuen Pollenmonitor. Er wurde durch die Medizinische Fakultät angeschafft und steht auf dem Dach von Haus 6, der Kinder- und Frauenmedizin am Campus Liebigstraße. In regelmäßigen Abständen saugt das Gerät, das in ganz Mitteldeutschland einzigartig ist, Luft an. Sind Pollen enthalten, legen sie sich auf kleine Glasplättchen. Ein Kamerasystem erkennt, welche Pollen es sind und wie hoch deren Konzentration ist. Diese Informationen werden grafisch dargestellt. Die Seite im Internet ist über die Homepage des Allergiezentrums LICA leicht erreichbar.

"Bisher  gab es nur mechanische Pollenfallen, bei denen die Pollen an Klebestreifen haften blieben und dann später händisch ausgewertet werden mussten. Da ist dieses Gerät hier, das tagesaktuelle Daten zeigt, schon etwas ganz anderes", freut sich Prof. Treudler. "Wir möchten es quasi dreifach einsetzen: für die Klinik, also die Patienten, für die Forschung und auch für die Lehre von Studierenden und angehenden Ärzten", so die führende UKL-Allergologin. Patienten helfen die genauen Werte, weil klinische Symptome besser eingeordnet werden können. "Und wir können leichter feststellen, welche Behandlung notwendig ist", so Treudler.
Für Wissenschaftler liefert das Gerät zum Beispiel Anhaltspunkte, ob sich nachweisbar neue Pollenarten wie Ambrosia im Raum Leipzig verbreiten. Zusammen mit Prof. Jan-Christoph Simon, dem Direktor der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, hat sich Prof. Treudler bereits langjährig mit diesem Allergen befasst. Eine wissenschaftliche Zusammenarbeit mit dem Leipziger Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung zu diesem Thema wird gerade vorbereitet.
Besonders viel versprechen sich die Allergologen von LICA außerdem davon, Medizinstudenten mit Hilfe des Pollenmonitors sehr praktisch beizubringen, wie Umweltfaktoren Auswirkungen auf die Entwicklung von Allergien haben.

"Es gibt immer mehr Allergiker, in Großstädten noch häufiger als auf dem Land", sagt Prof. Treudler. Jeden vierten Erwachsenen in Deutschland plage ein allergischer Schnupfen. Was die Expertin nun auch immer öfter beobachtet: Menschen im fortgeschrittenen Alter, bisher beschwerdefrei, bekommen plötzlich Allergien. Wer dann weiß, auf welche Pollenart er reagiert, kann sich nun jeden Tag informieren, ob es ein beschwerdefreier Tag wird oder eher nicht.

Der Pollenmonitor im Internet:
https://www.uniklinikum-leipzig.de/Seiten/lica.aspx

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