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Die Leipziger Interprofessionelle Ausbildungsstation (Leipzigs IPSTA)

​​Was ist LIA?

Auf Interprofessionellen Ausbildungsstationen (IPSTA) übernehmen Studierende und Auszubildende verschiedener Gesundheitsfachberufe eigenständig die Patientenbetreuung und das Stationsmanagement von Patient:innen aus der regulären Versorgung​ zusammen im interprofessionellen Team unter Supervision von examinierten Lernbegleitenden der beteiligten Berufsgruppen. Durch die stetige Kommunikation, die gemeinsame Arbeit sowie eine gezielte Aufgabenteilung steigt das gegenseitige Verständnis füreinander und es werden praktische Erfahrungen gesammelt und interprofessionellen Fähigkeiten entwickelt. In den daraus resultierenden effizienteren Behandlungsabläufen ergibt sich die Chance, die Fehlerrate zu senken und somit die Patientensicherheit zu erhöhen. 

Wer ist Teil von LIA?

Eine LIA-Kohorte setzt sich typischerweise aus zwei Pflege-Auszubildenden, zwei Medizinstudierenden sowie – je nach Jahrgang – ergänzend aus Studierenden der Pharmazie und Auszubildenden der Ernährungswissenschaften zusammen.

Interprofessionelle Zielsetzung

Die Teilnehmer:innen
  • ​haben einen wertschätzenden und offenen Umgang im Team und ihre kommunikativen Kompetenzen entwickelt.
  • haben den interdisziplinären und zielorientierten Informationsaustausch gefestigt (im Arbeitsverlauf, in den gemeinsamen Visiten, in Übergabegesprächen etc.).
  • haben eine berufsspezifische Rollenidentität entwickelt und erkennen die daraus resultierenden Kompetenzen und Verantwortungsbereiche der verschiedenen Berufsgruppen.
  • haben zum Aufweichen tradierter Strukturen im Krankenhaus beigetragen.

Zielsetzung für Medizinstudierende

Die Teilnehmer:innen…
  • haben Vertrauen und Sicherheit in die Ausführung der eigenen Tätigkeiten erlangt.
  • haben ein Verständnis für die Aufgaben und Verantwortungen der pflegerischen und pharmazeutischen Kollegen entwickelt.
  • haben ein ärztliches Rollenbild ausgebildet.
  • haben fachspezifische Kenntnisse ausgebildet


Zielsetzung für Pflegeauszubildende

Die Teilnehmer:innen…
  • haben pflegeberufliche Handlungskompetenz entwickelt.
  • haben pflegeprozessorientiert den Dienstablauf in Absprache mit dem interdisziplinären Team gestaltet.
  • haben patientenorientierte Handlungsoptionen in Absprache mit dem interdisziplinären Team erarbeiten.
  • haben die selbständige Ausführung pflegerischer Tätigkeiten gefestigt.
  • haben ein Verständnis für die Aufgaben und Verantwortungen der ärztlichen pharmazeutischen Kolleg:innen entwickelt.
  • haben ein pflegerisches Rollenbild ausgebildet. 

Zielsetzung für Pharmaziestudierende

Die Teilnehmer:innen…

  • wenden theoretischen Fachkenntnisse aus dem Studium gemeinsam im interdisziplinären Team in der Praxis an.
  • haben Abläufe auf einer Krankenhausstation und die Aufgaben des Stationsapothekers im Krankenhaus kennengelernt.
  • haben ein Verständnis für die Aufgaben und Verantwortungen der ärztlichen und pflegerischen Kollegen entwickelt.
  • haben Kenntnisse im Umgang im Patient:innen im Krankenhaus erlangt.

Ziele für die Lernbegleiter:innen

Die Teilnehmer:innen…

  • ​haben die Lernenden zu selbstgesteuerten Lern- und Entscheidungsprozessen befähigt.
  • fungieren als Ansprechpartner bei neuen und /oder unklaren Aufgaben.
  • gewährleisten die Patientensicherheit.
  • achaffen den Rahmen für ein interdisziplinäres Fehlermanagement.
  • „Sit on your hands“ im Sinne des Aushaltens von problematischen Situationen.


Ablauf​​

Die Teilnehmenden arbeiten gemeinsam an der ärztlichen und pflegerischen Versorgung einer Patientengruppe auf der Station. Die Auszubildenen der Pflege, PJ-Student, der Pharmaziestudent und Medizin sowie die lernbegleitenden Ärztinnen, Ärzte und die Klinikapotheker bringen ihr fachliches Know-how ein und vertiefen es im interprofessionellen Austausch. 

Durch die enge Zusammenarbeit lernen alle beteiligten Berufsgruppen die Tätigkeiten und Perspektiven der jeweils anderen Profession kennen. Alle Beteiligten übernehmen – stets unter Anleitung und Unterstützung ihrer Lernbegleitenden – die tägliche Versorgung und Betreuung der Patient:innen. ​

Regelmäßige Reflexionsrunden ermöglichen es, Arbeitsabläufe zu hinterfragen, Optimierungspotenziale zu erkennen und das weitere Vorgehen gemeinsam abzustimmen. Ebenso bietet der Stationsalltag Raum, neue Aufgaben auszuprobieren – stets unter sicherer Aufsicht der Lernbegleiter, die bei Bedarf eingreifen.

Insgesamt erhalten die Teilnehmenden die Gelegenheit, auf Augenhöhe zusammenzuarbeiten, sich abzustimmen und professionell miteinander zu kommunizieren.​​