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PRIMEX-S: Die Untersuchung impliziter und expliziter Prozesse des suizidalen Entwicklungsverlaufs

Projektleitung: 
Dr. phil. Juliane Brüdern

Projektbeteiligte:
Prof. Dr. Heide Glaesmer
Dr. rer. med. Lena Spangenberg

 
Kooperationspartner:

Prof. Dr. Thomas Forkmann, Universität Duisburg-Essen 
Dr. Dajana Rath, Universität Duisburg-Essen
Dr. Maria Stein, Universität Bern, Schweiz

Projektbeschreibung:
Obwohl in den letzten zwei Jahrzehnten vermehrt Anstrengungen unternommen wurden, die Ursachen suizidaler Handlungen zu erforschen, ist das Wissen und Verständnis darüber immer noch stark begrenzt, was gleichzeitig negative Auswirkungen auf die valide Vorhersage von Suizidversuchen und die Anwendung effektiver Suizidpräventionsstrategien hat. Suizidgedanken und Suizidversuche wurden vor allem als Symptome einer psychischen Erkrankung betrachtet. Die intensive Erforschung klinischer Risikofaktoren (z.B. Depressivität, Hoffnungslosigkeit) und Behandlung einer psychischen Erkrankung führten jedoch zu keiner signifikanten Reduktion suizidalen Verhaltens. Aus diesem Grund wird aktuell versucht​ Modelle zu entwickeln und zu validieren, die stärker auf psychologische Prozesse fokussieren.

Ziel des Projekts ist die Untersuchung impliziter und expliziter Prozesse der menschlichen Informationsverarbeitung und Verhaltenssteuerung bei suizidalen Patienten. Das krankheitsübergreifende Konzept der Zwei-Prozess-Theorien dient als theoretische Grundlage, welches davon ausgeht, dass unser psychisches Funktionieren sowohl durch implizite als auch explizite Prozesse gesteuert wird. Mithilfe von Zwei-Prozess-Theorien können verschiedene Phänomene von Suizidalität (z.B. geplante vs. impulsive Suizidversuche) theoretisch eingeordnet werden, was in aktuellen Suizidtheorien bisher vernachlässigt wurde.

In diesem Projekt werden Patienten mit ausschließlich Suizidgedanken und Patienten mit suizidalem Verhalten hinsichtlich folgender Prozesse untersucht:

  • implizite Einstellungen zum Thema Tod mit dem Suizid-IAT
  • Prozesse der Aufmerksamkeitssteuerung mit dem Suizid-Stroop-Test
  • Verhaltensimpulskontrolle mit der Go/No-go (GNG)-Task

Die Ergebnisse zu den suizidalen Patienten werden mit denen gesunder Kontrollprobanden verglichen, um wichtige implizite und explizite Marker von Suizidalität identifizieren zu können. Aktuelle Studien zeigten, dass eine starke implizite Assoziation mit dem Tod und ein suizidspezifischer Aufmerksamkeitsbias mit Suizidgedanken sowie einem sehr hohen Suizidversuchsrisiko zusammenhingen.

Mit dem Projekt können wir bisherige Studien zur Erforschung suizidalen Verhaltens um eine innovative Perspektive ergänzen und dazu beitragen, wichtige theoretische und empirische Lücken über die Entstehung suizidalen Verhaltens zu schließen. Darüber hinaus können mit den Erkenntnissen der Studie die Messung von Suizidalität verbessert und Behandlungskonzepte weiterentwickelt werden, beispielsweise im Rahmen eines Selbstregulationstrainings zur Reduktion von suizidalen Verhaltensimpulsen.​

Förderung:
Deutsche Forschungsgemeinschaft

Projektnummern:
933000-176
933000-177

Laufzeit:
3/2020 – 3/2023

Philipp-Rosenthal-Str. 55, Haus W
04103 Leipzig
Telefon:
0341 - 97 18800 (Chefsekretariat)
Telefon:
0341 - 97 18803 (Wiss. Sekretariat)
Fax:
0341 - 97 15419
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