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Verletzte Würde – anhaltendes Schweigen. Sexualisierte Gewalt gegen Männer im Kontext von Krieg und Vertreibung

​​​​​​​​​​​​Psychische Belastungen männlicher Geflüchteter mit sexualisierten Gewalterfahrungen vor dem Hintergrund der Tabuisierung d​​es Phänomens und der Stigmatisierung der Betroffenen
   

​​Projektleitung:
Dr. Yuriy Nesterko

Projektmitarbeit:
Kim Hella Schönenberg, M.Sc.

Projektsupervision:
Prof. Dr. Heide Glaesmer 

Projektbeschreibung:
Im Rahmen des beantragten Projektes soll zum einen eine differenzierte phänomeno-logische Auseinandersetzung mit dem Thema (Formen der sexualisierten Gewalt gegen Männer, Orte und Zeiten der Taten, Beschreibung von Risikogruppen u.a.) aus psychologischer Perspektive erfolgen. Zum anderen sollen erste empirisch belastbare Daten zu kurz- und langfristigen Folgen mit Blick auf die psychische und physische Gesundheit der Betroffenen gewonnen werden. Ein besonderer Fokus soll darüber hinaus auf der Erforschung der Frage nach bestehenden Barrieren seitens der betroffenen Männer, über ihre sexualisierten Gewalterfahrungen zu berichten, gelegt werden. 

Ausgehend von eigenen Vorarbeiten ist eine Mixed-Methods-Studie mit partizipativem Ansatz vorgesehen: Es sollen in der ersten Projektphase halbstrukturierte, problem-zentrierte Interviews mit 10 Betroffenen durchgeführt werden, auf deren Grundlage und mithilfe der Interview-Teilnehmenden in der zweiten Projektphase ein Fragebogen zur Erfassung verschiedener Formen sexualisierter Gewalt gegen Männer sowie deren Folgen konzipiert, pilotiert und in einem größeren Kollektiv von geflüchteten Männern mit entsprechenden Erfahrungen eingesetzt werden soll. Begleitend zur wissen-schaftlichen Untersuchung soll eine Online-Plattform etabliert werden, die zu einer breiteren Informationsvermittlung über sexualisierte Gewalt gegen Männer mit Fluchthintergrund sowohl für Betroffene als auch für praktisch Tätige im Versorgungs-bereich bereitgestellt werden soll. Zum anderen sollen mithilfe dieser Online-Plattform die Hürden für eine Teilnahme an der geplanten Untersuchung reduziert werden. Die geplante Online-Plattform soll in enger, seit Jahren bestehender Kooperation mit zahlreichen psychosozialen Beratungs- und Versorgungseinrichtungen für Geflüchtete, Folteropfer, LGBTIQ+-Geflüchtete sowie männliche Betroffene von sexualisierter Gewalt aufgebaut werden.

Reader zum internationalen SymposiumConflict related sexual violence against men and boys​, veranstaltet am 6./7.10.2022 in Hannover. 

Förderung:
Deutsche Stiftung Friedensforschung

Projektnummer:
933000-200

Laufzeit:
1/2022 – 3/2024

Philipp-Rosenthal-Str. 55, Haus W
04103 Leipzig
Chefsekretariat:
0341 - 97 18800
Wiss. Sekretariat:
0341 - 97 18803
Fax:
0341 - 97 15419
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