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Wirksamkeit der kognitiv-behavioralen Online-Schreibtherapie Onko-STEP für Krebspatienten im jungen Erwachsenenalter – eine randomisierte kontrollierte Studie

Beteiligte Wissenschaftler:
Dr. rer. med. Kristina Geue
Prof. Dr. Anja Mehnert-Theuerkauf
Dr. rer. med. Diana Richter
Dipl.-Psych. Annekathrin Sender
Prof. Dr. Jörg Fegert (Ulm)

Projektbeschreibung:
Junge Krebspatienten haben eine überdurchschnittlich gute Heilungschance im Vergleich zu älteren Patienten. Demzufolge müssen sich die Betroffenen langfristig mit den physischen, psychischen und sozialen Folgen der Erkrankung bzw. der medizinischen Therapien auseinandersetzen und gleichzeitig die für das junge Erwachsenenalter typischen komplexen Entwicklungsaufgaben (z. B. Reifung der Persönlichkeit, Eingehen einer Partnerschaft, Beginn einer beruflichen Karriere, Familiengründung, Elternschaft) bewältigen.

Die psychoonkologische Forschung hat die Patientengruppe der jungen Krebspatienten (Adolescent and Young Adults, AYA) erst in den letzten Jahren vermehrt untersucht. In den bisherigen Studien zur Lebens- und Versorgungssituation wurde festgestellt, dass AYA eine schlechtere Lebensqualität gegenüber der gleichaltrigen Allgemein-bevölkerung bzw. älteren Krebspatienten angeben. Die psychische Belastung der jungen an Krebs erkrankten Erwachsenen zeigt sich insbesondere in Form von Ängsten (v.a. Posttraumatischer Belastungsstörungen), Fatigue und Depressionen. Aufgezeigt wurden in den letzten Jahren ebenso die spezifischen Unterstützungsbedürfnisse (Informationserhalt, emotionale Unterstützung). Ein Großteil der Betroffenen berichtet jedoch, dass ihren Unterstützungs- bzw. Beratungsbedürfnissen nicht angemessen oder gar nicht entsprochen wurde. Über die Notwendigkeit, spezifische psycho-onkologische Versorgungskonzepte für diese Patientengruppe zu konzipieren, durchzuführen und zu evaluieren, herrscht Einigkeit. Jedoch liegen bislang kaum evidenzbasierte Interventionen für die psychosoziale Versorgung der AYA-Survivor vor. Im Rahmen einer von der DKH geförderten Pilotstudie (2010​2012) wurde das internetbasierte Schreibtherapieprogramm Onko-STEP zur Reduktion von Angst bei jungen Krebspatienten entwickelt und erfolgreich im Prä-Post-Design evaluiert. Die Intervention enthält zwei Module mit jeweils fünf Schreibaufgaben. Das Modul „Blick zurück fokussiert die traumatischen Krankheitserfahrungen. Im zweiten Modul „Blick nach vorn​ werden Copingstrategien für den Umgang mit der Angst erarbeitet.

Das geplante Forschungsprojekt hat sich zum Ziel gesetzt, die Wirksamkeit der bereits pilotierten Online-Schreibtherapie für junge Krebspatienten (Onko-STEP) anhand einer prospektiv randomisiert kontrollierten Studie (RCT) nachzuweisen. Insgesamt sollen 172 Patienten (Interven​tions- vs. Kontrollgruppe) in die Studie eingeschlossen werden, die eine erhöhte Ängstlichkeit (GAD-7) und Progredienzangst (PA-F-KF) aufweisen. Die Studie beinhaltet 4 Messzeitpunkte (t0/t1: Baseline – vor Intervention; t2 – während der Intervention; t3 – nach Beendigung der Inter- vention; t4 – follow-up (3 Monate nach t3)). Die Rekrutierung der Patienten erfolgt über Krebsregister, Rehabilitationskliniken, Nachsorgesprechstunden und bereits etablierte soziale Netzwerke. Die Erhebung erfolgt online mittels standardisierter Verfahren. Mit Studienabschluss wird, ausgehend von einem Wirksamkeitsnachweis, ein adäquates psychoonkologisches Versorgungsangebot für die Patientengruppe der AYA-Survivor vorliegen. Die Schaffung von Strukturen zur festen Implementierung von Onko-STEP als ökonomische und ortsunabhängige Internettherapie ist vorgesehen. Damit soll langfristig zur Verbesserung der psychosozialen Betreuung von jungen Krebspatienten beigetragen werden.

Kontakt:
Dr. rer. med. Kristina Geue
E-Mail: kristina.geue@medizin.uni-leipzig.de 

Förderung:
Deutsche Krebshilfe

Projektnummer:
933000-157

Laufzeit:
7/2020 – 6/2023

Philipp-Rosenthal-Str. 55, Haus W
04103 Leipzig
Telefon:
0341 - 97 18800 (Chefsekretariat)
Telefon:
0341 - 97 18803 (Wiss. Sekretariat)
Fax:
0341 - 97 15419
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