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Vom KZ zum Eigenheim – Bilder einer Mustersiedlung

​Fotografische Erkundungen in Tröglitz

Projektleitung:
PD Dr. Oliver Decker

Zwar nahm die Zahl der Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte bereits 2014 rapide zu, aber im Jahr 2015 eskalierte die Aggressivität. Ein Ereignis zog besondere Aufmerksamkeit auf sich: Am 6. April 2015 brannte im sachsen-anhaltinischen Tröglitz ein Haus, das für die Unterbringung von Flüchtlingen vorbereitet wurde. Dabei wurde das Haus so schwer beschädigt, dass es für die Unterbringung nicht mehr zur Verfügung stand. Das Ereignis war nicht das erste dieser Art und bei weitem nicht das letzte, es erhielt aber national und international große Aufmerksamkeit. Dem Anschlag waren wochenlange Demonstrationen von Neonazis gegen die Unterbringung von Flüchtlingen im Ort vorausgegangen, die noch vor dem Brand zum Rücktritt des Ortsbürgermeisters geführt hatten. Eines fand allerdings in der ausführlichen Berichterstattung kaum Beachtung: die Geschichte des Ortes. Das nahe bei Zeitz gelegene Tröglitz wurde als NS-Mustersiedlung erbaut. Der Brandanschlag und die architektonische Konstellation machen Tröglitz zum historischen wie architektonischen Untersuchungsobjekt par excellence. Dass die Ideologie der Volksgemeinschaft samt ihren notwendigen Konstruktionen des Fremden, Anderen von historischen Umbrüchen kaum berührt worden ist, wird nicht nur durch den Brandanschlag sichtbar. Auch die weitere Präsenz lässt sich am gegenwärtigen Ort Tröglitz als Sozialforschung mit der Kamera untersuchen. Mit den Mitteln der Montage-Technik im Sinne Walter Benjamins werden Originalquellen aus Archiven und zeitgeschichtliche Dokumente in eine Beziehung zu den Fotografien gebracht.

Das Ergebnis dieses Forschungsprojekt ist als Buch im Zu Klampen Verlag erschienen.

Laufzeit:
2016

Förderung:
Amdeu Antonio Stiftung und
Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt

Projektnummer:
933000-131

Philipp-Rosenthal-Str. 55, Haus W
04103 Leipzig
Telefon:
0341 - 97 18800 (Chefsekretariat)
Telefon:
0341 - 97 18803 (Wiss. Sekretariat)
Fax:
0341 - 97 15419
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