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Pressemitteilung vom 27.07.2026

Mit Hightech abnehmen und den Blutzucker verbessern

Professor Albrecht Hoffmeister (links) und Professor Matthias Blüher (rechts) hoffen darauf, vielen Menschen mit Diabetes und Adipositas mit einem neuartigen Verfahren helfen zu können.

Professor Albrecht Hoffmeister (links) und Professor Matthias Blüher (rechts) hoffen darauf, vielen Menschen mit Diabetes und Adipositas mit einem neuartigen Verfahren helfen zu können.

Leipzig. Am UKL wird ein neuartiges endoskopisches Verfahren gegen Typ-2-Diabetes und Adipositas getestet. Für die Zulassungsstudie werden Probanden gesucht.

In dieser Grafik kann man erkennen, wie der Trans-Duodenal Barrier mit luftgefüllten Ballons am Übergang vom Magen zum Dünndarm fixiert wird. Diese Befestigungsmethode ist besonders schonend für den Körper.

Im Rahmen einer internationalen Zulassungsstudie untersucht das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) als eine von nur acht Kliniken deutschlandweit ein neu entwickeltes Implantat. Das Besondere: Obwohl das Implantat die positiven Effekte eines Magenbypasses nachahmt, müssen die Patient:innen dafür nicht operiert werden. Dieser neue Therapieansatz könnte Menschen mit Typ-2-Diabetes und starkem Übergewicht künftig das Leben erleichtern. „Viele Patientinnen und Patienten schaffen es trotz moderner Verfahren nicht, ausreichend Gewicht zu verlieren“, sagt Prof. Matthias Blüher, Leiter der Adipositasambulanz für Erwachsene am UKL und Direktor des Helmholtz-Instituts für Metabolismus-, Adipositas- und Gefäßforschung. „Für sie könnte dieses Verfahren eine interessante zusätzliche Behandlungsoption sein.“ 

Hightech-Implantat macht viele Operationen überflüssig

Kern der Studie ist der sogenannte Trans-Duodenal Barrier. Dieser nur wenige Millimeter dünne, rund 60 Zentimeter lange Schlauch wird im Magenausgang verankert und reicht bis in den oberen Dünndarm. Die Nahrung fließt dann aus dem Magen zunächst durch den Schlauch. Sie kommt also erst 60 Zentimeter „später“ mit der Dünndarmschleimhaut und den Verdauungssäften in Kontakt. Dadurch verändern sich wichtige Stoffwechselprozesse und Hormonsignale, die den Blutzucker regulieren und das Sättigungsgefühl beeinflussen. „Man hat quasi die Wirkung einer Bypass-Operation, ohne operieren zu müssen“, erklärt Prof. Blüher. „Und das Besondere ist: Das Implantat kann jederzeit wieder entfernt werden. Danach ist die Anatomie wieder genauso wie zuvor.“ 

Schonende Fixierung am Magenausgang

Bereits ein Vorgängermodell nutzte das Prinzip, den Nahrungsbrei im oberen Dünndarm durch einen Schlauch zu leiten und so die Stoffwechseleffekte einer Magenbypass-Operation nachzuahmen. Die Idee ist also nicht neu. Allerdings wurde das alte Implantat mit kleinen Metallankern fixiert, die bei einigen Patientinnen und Patienten zu Beschwerden, Blutungen oder Infektionen geführt haben. Das neue Implantat setzt stattdessen auf ein eigens entwickeltes System zur Verankerung. „Der Schlauch wird am Magenausgang durch zwei luftgefüllte Ballons fixiert. Der größere verhindert, dass das Implantat in den Darm hinunterrutscht. Und der kleinere Ballon sorgt dafür, dass der Schlauch wieder in den Magen zurück gelangt“, erklärt Prof. Albrecht Hoffmeister, Leiter der Gastroenterologieabteilung am UKL. Er wird das neue Implantat bei Patient:innen einsetzen. „Der Eingriff erfolgt endoskopisch über den Mund und dauert lediglich etwa 20 Minuten. Die Patientinnen und Patienten schlafen während der Behandlung.“ 

Testpersonen gesucht

Das neue Verfahren soll nun gezielt an Menschen mit Typ-2-Diabetes und Adipositas getestet werden. Ziel der Studie ist es, sowohl die Sicherheit als auch die Wirksamkeit des Trans-Duodenal Barriers zu untersuchen. Erwartet werden eine deutliche Gewichtsabnahme und eine bessere Blutzuckereinstellung. Begleitend erhalten alle Teilnehmenden eine intensive Ernährungsberatung. Für die Studie werden Erwachsene mit Typ-2-Diabetes und Adipositas (BMI über 30) gesucht, deren Langzeitblutzucker trotz Behandlung nicht optimal eingestellt ist. Die Teilnahme ist kostenlos. Sämtliche Untersuchungen, die Behandlung sowie die Fahrtkosten werden übernommen. „Die Zahl der Studienplätze ist begrenzt“, sagen Professor Blüher und Professor Hoffmeister. „Wer Interesse hat, sollte sich deshalb möglichst zeitnah bei uns melden.“ Interessierte können sich an die Adipositas-Ambulanz des UKL unter adipositas@medizin.uni-leipzig.de wenden.

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