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Pressemitteilung vom 10.06.2026

Wie schnelles und beherztes Eingreifen Leben retten kann

Bei plötzlichem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute

Das UKL beteiligt sich regelmäßig an der Woche der Wiederbelebung und bietet in diesem Rahmen Schulungen und Mitmachaktionen zur korrekten Durchführung einer Herzdruckmassage an.

Das UKL beteiligt sich regelmäßig an der Woche der Wiederbelebung und bietet in diesem Rahmen Schulungen und Mitmachaktionen zur korrekten Durchführung einer Herzdruckmassage an.

Leipzig. „Eigentlich hatte ich vorher keine Beschwerden, nur leichte Rückenschmerzen am Tag zuvor, aber das war eigentlich nichts Ungewöhnliches“, blickt Herr B. auf einen Donnerstag im vergangenen Frühjahr zurück. Was dann in der darauffolgenden Nacht passieren sollte, ahnte er da noch nicht.

Seine Ehefrau schildert die dramatischen Minuten: „Gegen ein Uhr wurde ich wach und bemerkte, dass mit meinem Mann etwas nicht stimmt. Sein Gesicht war rot, er krampfte, röchelte und war nicht mehr ansprechbar. Ich fühlte auch keinen Puls mehr. Im ersten Moment war ich vor Schreck wie gelähmt, habe dann aber sofort meine Tochter geweckt und ihr gesagt, sie solle schnell den Notruf 112 alarmieren.“ 

Währenddessen begann Frau B. unverzüglich mit der Herzdruckmassage. „Du musst drücken,drücken, drücken, habe ich mir immer wieder gesagt“, so die zierliche Frau. „Ich habe das dann einfach immer weiter gemacht, bis die Rettungskräfte mich ablösten.“ Zeitgleich hielt ihre Tochter ständigen Kontakt zur Leitstelle des Rettungsdienstes. Diese hatte sofort einen Rettungswagen und ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr zum Wohnort der Familie losgeschickt. „Dadurch waren wir immer über die aktuelle Position der Helfer informiert. Die Gewissheit, dass Hilfe unterwegs ist und die Anweisungen aus der Leitstelle haben uns sehr geholfen“, sagt Frau B. 

Nach rund zehn Minuten waren die Helfer vor Ort, konnten ihren Mann defibrillieren, weiterversorgen und soweit stabilisieren, dass er für den Transport ins Universitätsklinikum Leipzig (UKL) bereit war. Hier wurde per EKG eine Durchblutungsstörung am Herzen diagnostiziert. Im Herzkatheterlabor des UKL wurde das verstopfte Gefäß unverzüglich wiedereröffnet und ein Stent gesetzt. 

„Es war sehr erfreulich, dass es ihm wenige Stunden später bereits deutlich besser ging“, sagt PD Dr. Karsten Lenk, Geschäftsführender Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Kardiologie des UKL und diensthabender Arzt in jener Nacht. Nach der Stentversorgung wurde Herr B. auf die Intensivstation verlegt, die er aber bereits wenige Tage später wieder verlassen konnte. 

Diese schnelle Erholung ist nicht selbstverständlich. „Entscheidend waren dafür der unverzügliche Beginn der Reanimation des Patienten durch seine Ehefrau und generell das besonnene und zielführende Agieren der Angehörigen, gerade in einer solch außergewöhnlich belastenden Situation“, hebt der Kardiologe hervor und fährt an die Familie gewandt fort: „Sie haben damit ihrem Ehemann und Vater das Leben gerettet. Dies verdient unseren größten Respekt.“ 

Auf die ersten fünf bis zehn Minuten kommt es an

„Tritt ein plötzlicher Herz-Kreislauf-Stillstand auf, sind die ersten fünf bis zehn Minuten entscheidend“, betont PD Dr. Karsten Lenk. „Eine schnelle und zielführende Hilfe kann hier über Leben und Tod des Patienten entscheiden und mithelfen, bleibende Schäden zu vermeiden.“ 
Damit in solchen Fällen unverzüglich Hilfe vor Ort ist, hat die Stadt Leipzig im Januar vergangenen Jahres die „Region der Lebensretter“ gestartet. Seitdem werden über eine spezielle App ehrenamtliche Ersthelfer zu einem Einsatz gerufen, wenn sie sich in der Nähe eines abgesetzten Notrufs aufhalten. Bevor der Rettungsdienst zur Stelle ist, können sie bereits mit der Wiederbelebung beginnen. Bisher haben sich mehr als 1 500 Ersthelfer registriert, die in circa 200 Fällen bereits alarmiert wurden. 

Daneben bieten Vereine wie der Herztöne Leipzig e. V. und andere konkrete Maßnahmen an, um im Notfall Leben zu retten. Am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) werden verschiedene spezialisierte Reanimationskurse für medizinisches Personal und Laien durchgeführt. 

Als Mitarbeiterin eines ambulanten Pflegedienstes nimmt auch Frau B. regelmäßig an Erste-Hilfe-Kursen teil: „Darauf konnte ich aufbauen und das hat mir in diesem Fall geholfen, selbst wenn sich die Belastung in einer realen Ausnahmesituation natürlich vorab nicht simulieren lässt.“ Sie empfiehlt daher jedem den Besuch eines solchen Kurses, um Wissen aufzufrischen und sicherer mit plötzlich auftretenden Notsituationen umgehen zu können.

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