Leipzig. Im Nachgang zu den bundesweiten Tarifverhandlungen der Länder mit der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di konnten jetzt auch die gesonderten Tarifverhandlungen am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) erfolgreich abgeschlossen werden. Verhandelt wurde der Haustarifvertrag des UKL für die Gruppe der nicht-ärztlichen Beschäftigten, zu denen als größte Berufsgruppe die Pflege gehört.
Im Zusammenhang mit dem vorangegangen bundesweiten Tarifkonflikt der Länder war das Uniklinikum Leipzig Anfang des Jahres mehrfach von Warnstreiks betroffen, mit der Folge umfangreicher Ausfälle vor allem bei Operationen.
Mit der jetzt erzielten Tarifeinigung erhalten die nicht-ärztlichen Beschäftigten im Haustarifvertrag des UKL eine Steigerung der Entgelte um insgesamt 5,8 Prozent in mehreren Stufen. Die erste Erhöhung um 2,8 Prozent bzw. mindestens 100 Euro erfolgt rückwirkend zum 1. April 2026.
Ebenfalls rückwirkend werden die Zulagen für Schicht- und Wechselschichtdienste erhöht. „Damit profitieren vor allem unsere Beschäftigten, die rund um die Uhr die Patientenversorgung sicherstellen“, erklärt Dr. Robert Jacob, Kaufmännischer Vorstand des UKL, „zumal unser Haustarifvertrag, unter anderem aufgrund eines höheren Nachtzuschlags, an dieser Stelle weiterhin über dem Niveau des Tarifvertrags der Länder liegt.“
Auch die mehr als 800 Auszubildenden am UKL profitieren rückwirkend zum 1. März 2026 von einer Erhöhung der Ausbildungsvergütung in mehreren Stufen um insgesamt 150 Euro sowie einem weiteren zusätzlichen freien Tag zur Prüfungsvorbereitung.
Hintergrund zur Tarifsituation am UKL
Am UKL gilt nicht der Tarifvertrag der Länder (TV-L), sondern ein Haustarifvertrag, der sich am TV-L orientiert.
Die Tarifverhandlungen führt der Vorstand des UKL mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di für die nicht-ärztlichen Beschäftigten. Dies umfasst am UKL rund 5000 Personen.
In den vergangenen drei Jahren sind die Tabellenentgelte des TV UKL für die nicht-ärztlichen Beschäftigten durchschnittlich insgesamt um etwa 12,8 Prozent gestiegen, ergänzt durch eine steuerfreie Inflationsausgleichszahlung in Höhe von insgesamt 3.000 Euro.
Zudem wurde schrittweise bis zum Jahr 2026 die Arbeitszeit auf 38,5 Stunden pro Woche reduziert, was einer Erhöhung der Stundenentgelte um weitere 3,8 Prozent entspricht. Die Entgelte für Auszubildende stiegen in diesem Zeitraum noch stärker und liegen am UKL im Durchschnitt weiterhin deutlich über dem Niveau des TV-L.