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Pressemitteilung vom 11.03.2026

„Zum Wohle der Patient:innen geben wir unseren Erfahrungsschatz gern weiter“

Experten des Universitätsklinikums Leipzig demonstrieren roboterassistierte Op-Techniken und teilen mit Fachkolleg:innen aus ganz Deutschland ihr operationstechnisches Wissen und Können / Zahl der DaVinci-Eingriffe am UKL nimmt seit Jahren deutlich zu

Bis Ende vergangenen Jahres wurden knapp 8.900 robotische Operationen am UKL durchgeführt. Hier hospitieren Fachkolleg:innen aus ganz Deutschland bei einer radikalen Zysektomie eines fortgeschrittenen Harnblasenkarzinoms, die Prof. Jens-Uwe Stolzenburg  (3. v. l.) am DaVinci-Operationssystem durchführt.

Bis Ende vergangenen Jahres wurden knapp 8.900 robotische Operationen am UKL durchgeführt. Hier hospitieren Fachkolleg:innen aus ganz Deutschland bei einer radikalen Zysektomie eines fortgeschrittenen Harnblasenkarzinoms, die Prof. Jens-Uwe Stolzenburg (3. v. l.) am DaVinci-Operationssystem durchführt.

Vor wenigen Tagen waren erneut Expert:innen aus ganz Deutschland für zwei Tage zu Gast am Universitätsklinikum Leipzig (UKL), um ihren Leipziger Kollegen über die Schulter zu schauen: Prof. Jens-Uwe Stolzenburg (Urologie) sowie OA Dr. Stefan Niebisch (Viszeralchirurgie) demonstrierten im Rahmen von Weiterbildungskursen erneut, auf welch hohem und fortgeschrittenen Stand am UKL urologische Eingriffe sowie spezifische viszeralchirurgische Operationen mithilfe des robotergestützten DaVinci-Operationssystems durchgeführt werden.

Die urologischen Op-Kurse von Prof. Jens-Uwe Stolzenburg haben am UKL eine lange Tradition: Schon seit rund 20 Jahren gibt der Direktor der Klinik für Urologie in dieser Form sein Wissen weiter. Im Fokus stehen dabei vor allem laparoskopische Operationstechniken, oft auch als „Schlüssellochoperationen“ bezeichnet. Hierbei arbeiten die Operateur:innen minimalinvasiv, das heißt über kleine Hautschnitte unter Verwendung einer Kamera (Laparoskop) sowie von dünnen Spezialinstrumenten. Diese gewebeschonende Operationsmethode ist inzwischen Standard bei Eingriffen im Bauchraum. In der Urologie kommt sie vor allem bei Operation des Prostatakrebses, von Nierentumoren und von tief in die Blasenwand wachsendem Blasenkrebs zum Einsatz. 

Während einer DaVinci-Operation sitzt der Operateur an einer Konsole und steuert von dort aus die Instrumente des Roboters. Dieser setzt die Handbewegungen des Arztes im Körper äußerst präzise um. Eine an einem der Roboterarme befindliche Kamera liefert während der Operation ein stark vergrößertes dreidimensionales Bild aus dem Inneren des Körpers. Dadurch hat der Operateur eine bessere Sicht auf die zu operierende Stelle als bei einem offenen Eingriff. Hinzu kommt, dass die Instrumente des Roboters beweglicher sind als bei der herkömmlichen Laparoskopie und sogar beweglicher als die menschliche Hand, wodurch ein sehr präzises Operieren auch in engen Bereichen möglich ist. 

Seit 2024 konstant über 1.000 DaVinci-Eingriffe am UKL 

Im Jahr 2011 wurde am Universitätsklinikum Leipzig ein erstes robotisches System implementiert und 96 Patienten erfolgreich operiert. Im folgenden Jahr 2012 waren es mit 239 bereits mehr als doppelt so viele. Von da an verdoppelte sich die Zahl ungefähr alle fünf Jahre – von 481 im Jahr 2017 bis 825 im Jahr 2022. Schließlich wurde in den Jahren 2024 mit 1067 und 2025 mit 1.015 roboterassisierten Eingriffen jeweils die 1.000er-Grenze durchbrochen. Insgesamt weist die Statistik bis Ende des vergangenen Jahres knapp 8.900 derartige Operationen am UKL aus. 

Pionier bei DaVinci-Operationen

Prof. Jens-Uwe Stolzenburg gilt als einer der Pioniere bei der Gestaltung des Überganges von der konventionellen zur roboterassistierten Laparoskopie. Der weltweit anerkannte Operateur war der erste, der am Universitätsklinikum Leipzig ein Da-Vinci-Operationssystem einsetzte. „Besonderes bei technisch anspruchsvollen Operationen haben wir uns schon frühzeitig die Vorteile des DaVinci Roboters zunutze gemacht“, blickt er zurück. Dazu zählt beispielsweise das Entfernen von Nierenturmoren mit Erhalt der gesunden Anteile der Niere – einer so genannten Nierenteilresektion. Was dabei und bei anderen urologischen Eingriffen beachtet werden muss, zeigt der Urologe einem internationalen Fachpublikum anlässlich der von ihm organisierten interaktiven Operationskurse und Seminare sowie bei Live-Operationen. 

Der Weitergabe dieses reichen Erfahrungsschatzes diente auch der in den letzten Februartagen stattgefundene Kurs zu Theorie und Praxis spezieller Op-Techniken. Diesmal demonstrierte Prof. Stolzenburg eine radikale Zysektomie bei einem fortgeschrittenen Harnblasenkarzinom. Um sich für diesen komplexen uroonkologischen Eingriff weiterzubilden, war rund ein Dutzend Urolog:innen aus ganz Deutschland nach Leipzig gekommen. Sie schätzen neben der Kompetenz des versierten Operateurs vor allem die Möglichkeit des unmittelbaren Erfahrungsaustauschs vor Ort in einer Live-Situation im Operationssaal. 

„Indem wir immer wieder nach Optimierung von Abläufen und Techniken streben und unser Wissen weitergeben, leisten wir auch einen Beitrag zur Qualitätsverbesserung der Chirurgie insgesamt – dies natürlich immer mit dem Ziel, die Funktionsfähigkeit der Organe und damit die Lebensqualität der Patienten so gut es geht zu erhalten“, erläutert Prof. Stolzenburg. 

Pro Jahr am UKL rund 120 roboterassistierte Eingriffe an Speiseröhre und Magen 

Vom hohen Stand der roboterassistierten Viszeralchirurgie am UKL überzeugen sich Fachkolleg:innen aus ganz Deutschland seit mittlerweile sechs Jahren. Zweimal im Jahr werden dazu Workshops veranstaltet. Nachdem es im November vergangenen Jahres um die Entfernung bösartiger Tumoren an Speiseröhre und Magen ging, standen Ende Februar Operationen bei gutartigen Erkrankungen des Magens und der Speiseröhre im Mittelpunkt. Demonstriert wurden drei roboterassistierte und zwei laparoskopische Eingriffe. Speziell ging es unter anderem um den sogenannten Thoraxmagen, der entsteht, wenn Magenanteile durch eine Lücke im Zwerchfell nach oben rutschen. Davon betroffene Patient:innen leiden oft unter Sodbrennen, Schluckstörungen und Druckschmerzen, was eine operative Behandlung erfordert. „Auf diesem Gebiet verfügen wir am UKL über besondere Kompetenz und lassen uns dabei gern über die Schulter schauen“, sagt Dr. Stefan Niebisch, Geschäftsführender Oberarzt in der Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie. Im Zentrum stehen dabei Fragen nach dem Op-Management, der Op-Strategie, aber auch an kleineren Tricks und Kniffen zeigen sich die Fachkolleg:innen sehr interessiert. 

Pro Jahr erfolgen am UKL rund 120 robotische Eingriffe im Bereich der Speiseröhre und des Magens. Die Kompetenz und der Ruf, den sich das Klinikum damit erworben haben, reichen weit über die Stadtgrenzen hinaus, so dass Patient:innen für diese Operationen aus einem überregionalen Umkreis nach Leipzig kommen.

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