Leipzig. Die Arbeitsgemeinschaft der Ärztinnen und Ärzte staatlicher und kommunaler Bluttransfusionsdienste Deutschlands (StKB) kommt am 27. und 28. November 2025 zu ihrer Tagung „Klinische Hämotherapie" am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) zusammen. Tagungsort ist das Institut für Transfusionsmedizin (ITM) in der Johannisallee 32 – jener Ort, an dem vor über 90 Jahren die organisierte Blutspende in Deutschland ihren Anfang nahm.
Die StKB vereint die ärztlichen Leiterinnen und Leiter der staatlichen und kommunalen Blutspendedienste in Deutschland und versteht sich als fachliche Plattform zur Sicherung der Versorgungsqualität, zur Weiterentwicklung von Standards in der Hämotherapie und zum Austausch über gesundheitspolitische Rahmenbedingungen. „Wir freuen uns auf spannende Vorträge, neuen Input für unsere tägliche Arbeit und vor allem die Möglichkeit des intensiven Austauschs an einem Ort, der für die Transfusionsmedizin in Deutschland eine große historische Bedeutung hat“, sagt Prof. Reinhard Henschler, Direktor des Instituts für Transfusionsmedizin am UKL. Die diesjährige StKB-Tagung wird organisiert im Institutsgebäude in der Johannisallee 32: Hier wurde 1933 der erste überregionale Blutspendenachweis organisiert. Das ITM gilt damit als der älteste Blutspendedienst Deutschlands.
Blutversorgung bei Katastrophen und in Krisen
Ein Schwerpunkt der Tagung liegt auf der Blutversorgung unter außergewöhnlichen Bedingungen: Dr. Inna Vilshanivska, Head of Donors’ Department am Blood Services Center des National Specialized Children’s Hospital „Okhmatdyt“ in Kiew, berichtet über die Rekrutierung von Spenderinnen und Spendern und die Aufrechterhaltung der Blutversorgung im andauernden Kriegszustand mit Luftalarmen, zeitweisen Stromausfällen und unterbrochenen Lieferketten. Über Herausforderungen im Katastrophen-, Bündnis- und Verteidigungsfall spricht Oberstarzt Dr. med. Diana Sauer, Direktorin der Abteilung für Transfusionsmedizin und Hämotherapie am Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz.
Vom Zeckenbiss zur Fleischallergie
Ein weiteres Thema mit hoher Alltagsrelevanz ist der Zusammenhang von Zeckenbissen, Allergien und Blutgruppenmerkmalen. PD Dr. Konstanze Aurich vom Institut für Transfusionsmedizin der Universitätsmedizin Greifswald beleuchtet in ihrem Beitrag „Antikörper gegen Blutgruppe B und Fleischallergie nach Zeckenbiss“ das sogenannte Alpha-Gal-Syndrom, bei dem Betroffene nach einem Zeckenstich eine Allergie gegen bestimmte Bestandteile von rotem Fleisch entwickeln.
Der Workshop am zweiten Veranstaltungstag widmet sich vor allem Fragen aus dem Klinikalltag: Wie lassen sich Blutpräparate so herstellen und lagern, dass sie möglichst gut zu den Bedürfnissen der Patient:innen passen? Wie können Störungen der Blutgerinnung und der Funktion von Blutplättchen früh erkannt und behandelt werden? Die Expertinnen und Experten aus Leipzig, Greifswald, Augsburg und Regensburg stellen dazu aktuelle Daten vor und diskutieren, wie sich diese Erkenntnisse in konkrete Behandlungskonzepte in den Kliniken übersetzen lassen – mit dem Ziel, Patientensicherheit und Versorgungsqualität weiter zu verbessern.
Informationen zum Programm der diesjährigen StKB-Tagung in Leipzig: www.stkb.de