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Pressemitteilung vom 04.09.2019

Uniklinika Leipzig und Jena kooperieren beim weltweit erstmaligen Einsatz einer neuen Leukämietherapie

Erster Patient in neuer Studie der in Jena koordinierten CML-Allianz wird am Uniklinikum Leipzig betreut / Studienziel: Zurückdrängung der Leukämie und Therapiefreiheit

Prof. Uwe Platzbecker, Direktor der Klinik und Poliklinik für Hämatologie und Zelltherapie, Internistische Onkologie, Hämostaseologie am UKL.

Prof. Uwe Platzbecker, Direktor der Klinik und Poliklinik für Hämatologie und Zelltherapie, Internistische Onkologie, Hämostaseologie am UKL.

Leipzig. Die enge Vernetzung der Tumorzentren an den Uniklinika in Leipzig und Jena ermöglichte den weltweit erstmaligen Einsatz eines neuen Wirkstoffs in Kombination mit der Standardtherapie als erste Behandlungsoption bei der chronischen myeloischen Leukämie, kurz CML. Als erster Teilnehmer ist jetzt ein 23-jähriger Patient mit neudiagnostizierter CML am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) in eine neue Studie aufgenommen worden. Sie wird von der CML-Studiengruppe am Universitätsklinikum Jena koordiniert.

Die nun gestartete Fascination-Studie untersucht den Einsatz des neuen Novartis-Wirkstoffs Asciminib in Kombination mit den Standardtherapien. Zuvor war der Wirkstoff nur nach dem Versagen bereits etablierter Therapien eingesetzt worden. "Durch die Kooperation im Rahmen innovativer klinischer Studien können wir unseren Patienten international führende Therapiekonzepte anbieten", sagt Prof. Uwe Platzbecker, Direktor der Klinik und Poliklinik für Hämatologie und Zelltherapie, Internistische Onkologie, Hämostaseologie am UKL.
"Unsere Studiengruppe initiiert klinische Studien zum Test neuer Wirkstoffe und neuer Therapiekonzepte, in denen spezialisierte hämatologische Zentren kooperieren", so Prof. Andreas Hochhaus, Leiter der Studiengruppe und des Jenaer Tumorzentrums.

Die Therapie von CML, der zweithäufigsten Form chronischer Leukämien, hat in den vergangenen zwanzig Jahren gewaltige Fortschritte gemacht. Bei dieser durch eine genetische Störung verursachten Erkrankung des blutbildenden Systems kommt es zu einer starken Vermehrung der weißen Blutkörperchen. Dank neuer Wirkstoffe, die die Aktivität des krebsauslösenden Gens hemmen, beträgt die Überlebensrate nach zehn Jahren heute 83 Prozent. Mitunter kann die Erkrankung bis an die Nachweisgrenze zurückgedrängt werden, Patienten in dieser sogenannten tiefen Remission können die Medikamente im Verlauf sogar absetzen.
"Wir erwarten unter der neuen Kombinationstherapie bisher nicht erreichte Raten tiefer molekularer Remissionen", so PD Dr. Thomas Ernst, Studienleiter am Jenaer Uniklinikum, "wir wollen den Anteil der Patienten erhöhen, die die CML überwinden und dann ohne Dauertherapie leben können." Insgesamt sollen 125 Patienten an der Studie teilnehmen, die auf gut drei Jahre angelegt ist. Studienzentren an über zwanzig Standorten in Deutschland haben ihre Beteiligung signalisiert. "Die Zusammenarbeit zwischen Universitätsklinika, Krankenhäusern und Kollegen in niedergelassener Praxis ermöglicht den raschen Zugang zu neuen Therapien für alle Patienten, unabhängig vom Wohnort", schlussfolgert Prof. Hochhaus.

Informationen zur CML-Studiengruppe: www.cml-allianz.de

Informationstag Krebs am 7. September

Zum nun schon traditionellen Patiententag Krebs lädt am 7. September das Universitäre Krebszentrum Leipzig (UCCL) ein. Über 40 Krebs-Experten des UCCL erläutern in Vorträgen, Seminaren und Workshops neue Therapieansätze bei verschiedenen Krebsarten. Zudem werden Gesprächsrunden angeboten, bei denen Spezialisten verschiedener Fachbereiche im Anschluss an Kurzvorträge für Fragen und Diskussionen zur Verfügung stehen. Außerdem haben die Besucher die Möglichkeit, bei Rundgängen mit Fachexperten sich einen Einblick in Strahlen- oder Chemotherapie oder in den Umgang mit einem OP-Roboter zu verschaffen.

   Sonnabend, 7. September, 10 bis 15 Uhr
   Universitätsklinikum Leipzig, Haus 4
   Liebigstr. 20, 04103 Leipzig

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