Sie sind hier: Skip Navigation LinksAbteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie

Pilotstudie zur Wirkung von Musikgestütztem Aufmerksamkeitstraining auf Fatigue, Aufmerksamkeit und neurophysiologische Prozesse bei Krebspatienten nach zellulärer Therapie (BACH)

​​​​​​​​Projektleitung:​
PD Dr. med. Vladan Vučinić (Studienleiter, Klinik und Poliklinik für Hämatologie, Zelltherapie, Hämostaseologie und Infektiologie)

​Kooperationspartner:

  • Prof. Dr. phil. Anja Mehnert-Theuerkauf (Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie)
  • Prof. ​Dr. med. Hellmuth Obrig (Klinik für Kognitive Neurologie)
  • Dr. rer. nat. Annerose Engel (Klinik für Kognitive Neurologie)
  • Dr. Oana Brosteanu (Zentrum für Klinische Studien)
  • Dr. Fine Dietrich (Zentrum für Klinische Studien)
  • Prof. Dr. Arno Villringer (Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften)
  • Dr. Dirk Hasenclever (Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie)
  • Gereon Mänzel (Patientenvertreter Leukämiehilfe Rhein-Main e.V.)

Projektmitarbeit:

  • Dr. rer. nat. Beatrice Berneck (Klinik und Poliklinik für Hämatologie, Zelltherapie, Hämostaseologie und Infektiologie)
  • Lisa Schiebeck (Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie)​​​​

Projektbeschreibung:

Hintergrund
Der positive Effekt von Musik auf das psychische Befinden ist nicht nur subjektiv erlebbar, sondern wurde bereits auch wissenschaftlich nachgewiesen. Dabei wurde bisher die Wirksamkeit von Musiktherapien u.a. auf die kognitive Leistungsfähigkeit vor allem an Patient:innen mit neurologischen Störungen demonstriert. In der onko-logischen Anwendung kann Musiktherapie zu einer Besserung von Ängstlichkeit und Depressivität beitragen, Schmerzen reduzieren und die empfundene Lebensqualität steigern.

Ein krankheitsbegleitendes Symptom, welches von Krebspatient:innen als eine häufige Begleiterscheinung und besondere Belastung der Krebserkrankung und seiner Behandlung beschrieben wird, ist die Fatigue. Dies stellt ein starkes Erschöpfungs-erleben, welches auch nicht durch Regeneration oder Erholung reduziert werden kann, dar, wodurch die Lebensführung und -qualität der Patient:innen erheblich beeinträchtigt wird. Die Symptome können den gesamten Erkrankungsverlauf begleiten, noch Jahre nach der Krebsdiagnose bestehen und ihrerseits auch die Behandlung beeinflussen. Insbesondere mit zellulären Therapien (Stammzell-transplantation und CAR-T-Zelltherapie) geht häufig eine hohe Belastung durch die Fatigue einher. Therapeutisch ist die Fatigue bisher jedoch nur schwer veränderbar.

Mit der vorliegenden Studie soll die Wirksamkeit einer Musiktherapie zur Reduzierung dieser Fatigue-Symptomatik bei hämatologischen Krebspatient:innen nach erfolgreicher Zelltherapie untersucht werden.

​Ziele und Methoden
In der monozentrischen prospektiv randomisierten Pilotstudie werden Patient:innen zwei Gruppen zugewiesen. In Abhängigkeit der Zeit (Woche 14 vs. Woche 1114) erhalten beide Gruppen ein Musikgestütztes Aufmerksamkeitstraining begleitend zur Standardnachsorge. Patient:innen nehmen jeweils zweimal wöchentlich an 8 Sitzungen des Musikgestützten Aufmerksamkeitstrainings teil, in denen sie innerhalb von je 35–50 Minuten unter Anleitung in einer Gruppe Rhythmus und komplexe Aufmerksamkeit trainieren und zur Lieblingsmusik der Teilnehmenden rhythmische Spiele absolvieren.

Ziel der Studie ist es zu überprüfen, ob eine 4-wöchige Musiktherapi​​e/Musikgestütztes Aufmerksamkeitstraining im Vergleich zur bisherigen Standardnachsorge zu einer schnelleren Verbesserung der Fatigue-Symptomatik führt. Dazu werden folgende Fragen beantwortet:

1) Kann ​musikgestü​tztes Aufmerksamkeitstraining zu einer Reduktion der Fatigue-Symptomatik bei hämatologischen Patient:innen nach erhaltener Zelltherapie beitragen?
Dazu wird die Fatigue mittels Fragebögen subjektiv erfasst​ sowie die Fatigabilität mittels neuropsychologischer Tests objektiv erhoben. Zudem werden fatiguerelevante potentielle strukturelle oder​ funktionelle Hirnveränderungen durch Methoden der Magnetresonanztomografie (sMRT und fMRT) beobachtet. Der potentielle Effekt wird auf seine Nachhaltigkeit hin untersucht.​

2) Führt das musikgestützte Aufmerksamkeitstraining zu einer Verbesserung weiterer Belastungsmerkmale?
Dazu werden u.a. Depression und Angst, aber auch die Förderung von Resilienz und Lebensqualität betrachtet.​

Damit wird die Studie dazu beitragen, die Relevanz von Musiktherapie im Bereich der Hämatoonkologie einzuschätzen, sowie einen aufklärenden Beitrag zum Verständnis neuronaler Prozesse im Rahmen der Musiktherapie leisten können. 

Ansprechpartnerin:
Dr. rer. nat. Beatrice Berneck
Telefon: 0341 ​ 97 13203
​E-Mail: ​Beatrice.Berneck@medizin.uni-leipzig.de

​Förderung:
Deutsche Krebshilfe

Projektnummer:
934500-141

Laufzeit:
5/2026 ​ 4/2029​

Philipp-Rosenthal-Str. 55, Haus W
04103 Leipzig
Patientenanmeldung:
0341 - 97 15407
Chefsekretariat:
0341 - 97 18800
Map