(ATLAS – Aims, Treatment Decisions, Later Regret, Appraisal
and Satisfaction)
Projektleitung:
PD Dr. Alexander Rühle, MHBA (Gesamtleitung, Leipzig)
Dr. Georg Wurschi (Jena)
Dr. Justus Kaufmann (Mainz)
Dr. Michael J. Koziol (Potsdam)
Projektkoordination:
Lisa Schiebeck
Projektbeschreibung:
Hintergrund
Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren müssen in ihrer Erkrankungsgeschichte oftmals schwierige Entscheidungen, oftmals unter erheblichem Zeitdruck, treffen. Während die verschiedenen Behandlungsoptionen häufig ähnliche Heilungschancen bieten, unterscheiden sie sich stark in ihren Nebenwirkungen. Ein bedeutender Teil der Patienten zweifelt im Nachhinein daran, ob sie „die richtige Entscheidung“ getroffen haben. Dies wird als Entscheidungsbedauern (Decision Regret) bezeichnet. Damit einher geht oftmals eine reduzierte Lebensqualität der Betroffenen.
Ziele und Methoden
Mit der geplanten Studie wollen wir besser verstehen, mit welchen Erwartungen die Patienten die Strahlentherapie beginnen und wie häufig Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren nach Therapieende Entscheidungsbedauern erleben. Weiterhin wollen wir Faktoren identifizieren, die ein stärkeres Entscheidungsbedauern erklären können. Dabei untersuchen wir insbesondere, ob sich die Therapieziele und -erwartungen älterer Menschen von denen jüngerer unterscheiden und ob sie ihre Behandlungsentscheidungen vermehrt bereuen. Primäre Endgröße ist die Erfassung der Häufigkeit von Entscheidungsbedauern 12 Monate nach Beendigung der Strahlentherapie. Dabei verfolgen wir drei zentrale Studienziele:
- Validierung des Fragebogens zu Entscheidungsbedauern: Wir möchten den bisher bereits etablierten Fragebogen zur Erfassung von Entscheidungsbedauern (Decision Regret Scale; DRS) auf seine Verständlichkeit, Akzeptanz, sprachliche Passung und inhaltliche Relevanz, sowie seine psychometrische Güte speziell an Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren überprüfen.
- Qualitative Befragung zu Entscheidungsbedauern: Um das Auftreten von Entscheidungsbedauern besser zu verstehen, möchten wir Patienten zu ihren individuellen Entscheidungsprozessen, Therapieerwartungen und subjektiven Einflussfaktoren auf das Erleben von Entscheidungsbedauern befragen.
- Quantitative Analyse zum Entscheidungsbedauern: Um die gewonnenen subjektiven Eindrücke auch mit quantitativen statistischen Daten zu verknüpfen, möchten wir auch konkret die Stärke der Ausprägung und Häufigkeit des Auftretens von Entscheidungsbedauern erfassen und Patienten speziell zu weiteren Variablen, wie z.B. der wahrgenommenen Qualität der Arzt-Patienten-Beziehung oder allgemeinen Lebensqualität befragen.
Um diese Ziele umzusetzen, sollen insgesamt 200 Patienten an 4 Kliniken in Deutschland (Universitätsklinikum Leipzig, Universitätsklinikum Jena, Universitäts-medizin Mainz, Klinikum Ernst von Bergmann Potsdam) rekrutiert und mit einer Kombination aus Interviews und validierten Fragebögen befragt werden. Zu vier Zeitpunkten werden Angaben zur Lebensqualität und zum Entscheidungsprozess erhoben: vor Beginn der Strahlentherapie sowie 6 Wochen, 12 Monate und 24 Monate nach Abschluss der Strahlentherapie.
Damit kombiniert unsere Studie qualitative und quantitative Daten, um die Lebensrealität der Patienten möglichst umfänglich abzubilden und so nicht nur die Versorgung von Patienten durch neue Erkenntnisse zu verbessern, sondern auch den Behandelnden einen weiteren Einblick in die Herausforderungen und mögliche Hürden des Behandlungsprozesses zu bieten.
Ansprechpartnerin:
Lisa Schiebeck
E-Mail: Lisa.Schiebeck@medizin.uni-leipzig.de
Telefon: 0341 97 15458
Förderung:
Margarete Clemens Stiftung
Projektnummer:
945000-184
Laufzeit:
8/2026 – 7/2029