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Akzeptanz und Inanspruchnahme digitaler Unterstützungsangebote und Künstlicher Intelligenz bei Menschen mit einer Krebserkrankung (AKIDU)

​Projektleitung:
Prof. Dr. phil. Anja Mehnert-Theuerkauf 
Prof. Dr. Dr. Nils H. Nicolay (Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie)​

Projektkoordination:
Dr. Franziska Springer

Projektbeschreibung:
Hintergrund
Die Krebsversorgung steht vor der wachsenden Herausforderung, alle Patient:innen angemessen zu versorgen. Digitale Unterstützungsangebote sowie der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) bieten hierbei vielversprechende Lösungen. Apps, webbasierte Programme und tragbare Sensoren ermöglichen eine kontinuierliche Erfassung gesundheitsbezogener Daten und können personalisierte Unterstützung in Echtzeit bereitstellen. Aber auch KI findet bereits heute vielfach Anwendung in der Onkologie, beispielsweise in der Diagnostik, bei der Auswertung von Labor- und Bilddaten sowie in der personalisierten Therapieplanung, u.a. in der Strahlentherapie. Dennoch existieren bislang nur wenige Studien zu patientenseitiger Akzeptanz, Nutzung und Vertrauen gegenüber digitalen Unterstützungsangeboten und KI-Anwendungen in der Krebsbehandlung. 

​Ziele und Methoden
In einer monozentrischen, beobachtenden Querschnittsstudie werden Krebs-patient:innen aller Tumorarten befragt, die derzeit eine Strahlentherapie erhalten. Folgende Fragestellungen werden untersucht:

  1. Wie ist die Einstellung, die Akzeptanz und der subjektiv empfundene Nutzen von digitalen Unterstützungsangeboten?
  2. Wie wird Künstliche Intelligenz in der Krebsversorgung von Patient:innen wahrgenommen und akzeptiert?
  3. Unterscheiden sich Inanspruchnahme und Akzeptanz von Künstlicher Intelligenz sowie digitalen Unterstützungsangeboten zwischen verschiedenen Patientengruppen (z.B. Alter, digitale Gesundheitskompetenz)?

  
Die Ergebnisse sollen ein besseres Verständnis für Nutzungspotenziale und Barrieren von digitalen Angeboten schaffen. Ziel ist es, evidenzbasierte Grundlagen für die Weiterentwicklung und Implementierung digitaler und KI-gestützter Angebote zu liefern.

Ergebnisse
Es konnten 154 Krebspatient:innen (Durchschnittsalter 63,7 Jahre, 51 % männlich) in die Studie eingeschlossen werden. Nur ein kleiner Teil der Betroffenen fühlte sich ausreichend über digitale Unterstützungsangebote (12 %) oder KI in der Krebsversorgung (16 %) informiert. Etwa die Hälfte nutzte bereits digitale Tools wie Apps, Webseiten oder Wearables. Die Mehrheit bewertete digitale Angebote als nützlich für alle Altersgruppen (65 %) und zeigte sich offen gegenüber KI in der Versorgung (79 %), bevorzugte aber weiterhin eine persönliche Betreuung. 27 % äußerten Bedenken hinsichtlich möglicher Fehler durch KI-Anwendungen. Ältere Patient:innen, Patient:innen mit geringeren sozioökonomischen Ressourcen und mit geringerer digitaler Gesundheitskompetenz nutzten digitale Angebote seltener und äußerten weniger Vertrauen in KI-Anwendungen in ihrer Krebsbehandlung.

Ansprechpartnerin:
Dr. Franziska Springer​
E-Mail: franziska.springer@medizin.uni-leipzig.de
Telefon: 0341 – 9715463

​Laufzeit:
5/2024 – 8/2025
Ein Folgeprojekt in Kooperation mit dem Scotland Cancer Centre in Glasgow ist in Planung.

Publikation:
Springer, F., Hambsch, P. K., Mehnert-Theuerkauf, A., & Nicolay, N. H. (2025). Digital support and artificial intelligence in cancer patients undergoing radiation therapy: patient utilization, acceptance and attitudes. Frontiers in Oncology, 15, 1546221.​

Philipp-Rosenthal-Str. 55, Haus W
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Patientenanmeldung:
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Chefsekretariat:
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Fax:
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