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Pressemitteilung vom 15.10.2026

Neues Krankenhausinformationssystem am UKL erfolgreich gestartet

M-KIS verknüpft klinische Abläufe und schafft die Grundlage für weitere digitale Vernetzung

Dr. Robert Jacob, Kaufmännischer Vorstand des UKL, Matthias Meierhofer, Vorstandsvorsitzender der Meierhofer AG, Dr. Matthias Neef als Vertreter des Projektteams und Prof. Christoph Josten, Medizinischer Vorstand des UKL, drückten am 1. Oktober 2026 symbolisch den Start-Buzzer für das neue M-KIS am UKL. (v.l.n.r.)

Dr. Robert Jacob, Kaufmännischer Vorstand des UKL, Matthias Meierhofer, Vorstandsvorsitzender der Meierhofer AG, Dr. Matthias Neef als Vertreter des Projektteams und Prof. Christoph Josten, Medizinischer Vorstand des UKL, drückten am 1. Oktober 2026 symbolisch den Start-Buzzer für das neue M-KIS am UKL. (v.l.n.r.)

Leipzig. Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) hat zum Monatsbeginn sein gesamtes Krankenhausinformationssystem und damit die Patientendokumentation auf ein neues digitales System umgestellt. Mit der Einführung des M-KIS der Meierhofer AG werden Informationen, die bisher teilweise auf Papier dokumentiert wurden, künftig digital erfasst und zentral gebündelt. Damit geht das UKL einen wichtigen Schritt hin zu einer besser vernetzten Versorgung.
Rund 6.000 Mitarbeiter:innen arbeiten seitdem in den Stationen, Ambulanzen, OP-Sälen und zentralen Diensten mit der neuen digitalen Plattform. Der Wechsel erfolgte bei laufendem Klinikbetrieb und wurde über zwei Jahre vorbereitet.

In einem Mammut-Projekt hat das Universitätsklinikum Leipzig innerhalb von nur zwei Jahren seine gesamte Software für die Patientenversorgung umfassend abgelöst. Zum 1. Oktober 2026 wurde das neue Krankenhausinformationssystem M-KIS des Softwareherstellers Meierhofer AG planmäßig und flächendeckend im gesamten Klinikum in Betrieb genommen. Mit Beginn der Frühschicht erfolgte damit die Koordination und Dokumentation der Behandlungen nicht mehr im bisherigen, sondern im neuen, um digitale Funktionalitäten ergänzten System.

„Mit dem Go-live von M-KIS haben wir einen entscheidenden Meilenstein unserer Digitalisierungsstrategie erreicht“, sagt Dr. Robert Jacob, Kaufmännischer Vorstand des UKL. „Wir haben wesentliche Bestandteile des Behandlungsprozesses wie die Patientenkurve und die Medikation mit angepassten Lösungen und mobilen Anwendungen digital abgebildet. Mit der neuen Plattform haben wir gleichzeitig eine Grundlage für die digitale Weiterentwicklung des Klinikums geschaffen.“

 

Die Umstellung wurde erforderlich, da das bisherige Krankenhausinformationssystem i.s.h.med vom Hersteller Oracle mittelfristig nicht weiter unterstützt wird. Das UKL entschied sich, die seinerzeit anstehende Digitalisierung noch papiergebundener Prozesse mit der ohnehin erforderlichen Entscheidung für ein Nachfolgesystem zu verbinden und wählte dafür das Krankenhausinformationssystem M-KIS von Meierhofer. Der Fokus bei der Neuorientierung lag dabei auf einem System, das dem UKL für viele Jahre Investitionssicherheit ermöglicht und sowohl fachliche als auch technologische Zukunftsfähigkeit verspricht.

 

Der Wechsel erfolgte bei laufendem Klinikbetrieb mit einem großen Team für technische Umsetzung und Unterstützung vor Ort. „Eine Umstellung dieser Größenordnung ist für den Klinikbetrieb sehr anspruchsvoll. Sie wurde in den ersten Tagen von über 100 zusätzlichen Fachleuten begleitet, so dass wir sicherstellen konnten, dass die Patientensicherheit jederzeit gewährleistet war und ist“, sagt Prof. Christoph Josten, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig. „Da sich viele interne Abläufe und Arbeitsschritte ändern, kann es allerdings in der ersten Zeit auch weiterhin vorübergehend zu längeren Wartezeiten sowie Verzögerungen kommen, wofür wir um Verständnis bitten.“

„Trotz des immensen Umfangs des Projekts liefen die zentralen Funktionalitäten weitgehend stabil und planmäßig. Natürlich blieben in den Tagen nach der Umstellung auch Probleme nicht aus, zum Beispiel bei der Interaktion mit Subsystemen und die Umgewöhnung an vollkommen neue Oberflächen und Abläufe läuft natürlich auch nicht überall in unserem großen Haus völlig reibungslos“, ergänzt Dr. Robert Jacob, Kaufmännischer Vorstand des UKL. „Aber damit hatten wir angesichts der Komplexität des Projekts in gewissem Umfang auch gerechnet. Entscheidend ist, dass in allen zentralen Bereichen des Klinikums weitergearbeitet werden konnte. Bereits in der zweiten Woche nach ‚Go-live‘ sind wir beim zwischenzeitlich reduzierten OP-Programm und in den Ambulanzen wieder zum Regelbetrieb übergegangen, so dass wir inzwischen wieder quasi auf Volllast fahren“, so Jacob weiter.

 

Digitale Patientenkurve und mobile Anwendungen

Das neue System bietet eine für das UKL angepasste Kombination aus standardisierten Prozessen, individuellen Anpassungen und aufwendigen Spezialentwicklungen: Für die Einführung von M-KIS entwickelte das UKL gemeinsam mit Meierhofer eine völlig neue digitale Patientenkurve als zentrales Arbeitsinstrument für den ärztlichen und pflegerischen Dienst in sämtlichen Bereichen des Klinikums, in der ambulante und stationäre Behandlungsprozesse zusammengeführt werden. Doppeluntersuchungen und wiederkehrende Datenabfragen lassen sich so vermeiden.

 

UKL und Meierhofer setzen auf einen digitalisierten Medikationsprozess, der derzeit als sicherster Weg für die Arzneimitteltherapie gilt. Der Prozess wird dabei schrittweise durch das Medikationsmodul unterstützt – von der ärztlichen Verordnung über Prüfungen auf mögliche Risiken bis zur Ausgabe und Verabreichung der Arzneimittel. Die aktuelle Lösung schafft zudem die technische Grundlage für die Umsetzung des „Closed Loop Medication Managements“ als nächsten Schritt.

 

Matthias Meierhofer, Vorstandsvorsitzender und Gründer der Meierhofer AG betont: „Niemand kann heute im Detail vorhersagen, welche Anforderungen Krankenhäuser in einigen Jahren erfüllen müssen. Umso wichtiger ist eine IT-Architektur, die ihnen die notwendige Flexibilität gibt, auf neue Rahmenbedingungen, Versorgungsmodelle und technologische Entwicklungen reagieren zu können. Mit M-KIS schaffen wir für das UKL eine Plattform, die sich weiterentwickeln lässt und dem Klinikum damit Handlungsspielraum für die kommenden Jahre eröffnet.“

 

Gut orchestrierter Systemwechsel

In den Systemwechsel wurden die Beschäftigten über den Einsatz von rund 800 speziell ausgebildeten Multiplikator:innen aus allen Bereichen des Klinikums eingebunden und mit etwa 340 Schulungsterminen umfangreich vorbereitet. In den ersten Tagen nach der Umstellung wurden die UKL-Teams in den Kliniken und Bereichen der Patientenversorgung rund um die Uhr von einem mehr als 100-köpfigen Fachteam von Meierhofer, der UKL-IT, dem Bereich 6 – Medizinmanagement sowie der Klinikumsapotheke umfassend unterstützt. „Floorwalker“ beantworteten dabei Fragen der Mitarbeiter:innen direkt vor Ort auf den Stationen, im OP oder in den Ambulanzen und halfen so, die neuen Abläufe schneller zu implementieren und mögliche Fehler in der Anwendung sofort zu erkennen und zu beseitigen.

 

Im Ergebnis zeigte sich der Vorstand des UKL zufrieden mit dem Moment des Produktivstarts des neuen Systems: „Ein sehr großer, aber auch sehr erfolgreicher Kraftakt liegt hinter uns“, so Prof. Christoph Josten. Und Dr. Robert Jacob bilanziert: „Wir sind sehr stolz auf das, was unsere Mitarbeiter:innen in allen Bereichen des UKL hier geleistet haben – das war außergewöhnlich. Das stimmt uns optimistisch für die nächsten Monate und Jahre. Es liegen noch viele wichtige Themen und Projekte vor uns, um die Potenziale von Digitalisierung und KI mit der neuen Plattform bestmöglich zu nutzen.“

Weitere Informationen: https://www.uniklinikum-leipzig.de/m-kis

 

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