Leipzig. Am 1. September begann für 308 Auszubildende an der Medizinischen Berufsfachschule des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) ein neuer Lebensabschnitt. In neun Gesundheitsfachberufen werden sie in den kommenden Jahren auf ihre berufliche Zukunft vorbereitet. Gleichzeitig haben rund 220 junge Frauen und Männer ihre Ausbildung abgeschlossen. Und viele von ihnen bleiben dem UKL als neue Kolleginnen und Kollegen erhalten.
Die größte Gruppe des neuen Jahrgangs stellen die angehenden Pflegefachpersonen: 116 von ihnen beginnen ihre Ausbildung am UKL. Hinzu kommen 29 Auszubildende in der Krankenpflegehilfe.
„Wir freuen uns sehr, wieder so viele junge Menschen bei uns begrüßen zu können“, sagt Jannicke Schickert, Leiterin der Medizinischen Berufsfachschule. „Wir haben nach wie vor mehr Bewerbungen als Ausbildungsplätze. Das zeigt uns, dass die Gesundheitsfachberufe für viele junge Menschen attraktiv sind.“ Die Bewerberzahlen, die während der Corona-Pandemie deutlich zurückgegangen waren, hätten sich inzwischen vollständig erholt.
Breites Spektrum an Ausbildungsberufen
Neben den Pflegeberufen starten 48 junge Menschen eine Ausbildung in der Physiotherapie und jeweils 24 in den Bereichen Medizinische Technologie für Laboratoriumsanalytik und Medizinische Technologie für Radiologie. Außerdem beginnen 28 Auszubildende ihre Ausbildung zur Diätassistenz, 22 zur Operationstechnischen Assistenz und 17 zur Orthoptistin beziehungsweise zum Orthoptisten.
„In ganz Deutschland gibt es nur 14 Schulen, die überhaupt Orthoptistinnen und Orthoptisten ausbilden.“, sagt Jannicke Schickert. Diese Fachkräfte sind unter anderem für die Untersuchung und Behandlung von Sehstörungen zuständig. „Wenn Sie zum Beispiel irgendwo Kinder sehen, die eine Brille aufhaben und ein Auge ist abgeklebt, dann war da eine Orthoptistin oder ein Orthoptist am Werk.
Ein Teil der neuen Auszubildenden kommt dabei über Kooperationen mit anderen Einrichtungen. „Unser Auftrag ist es nicht nur, Absolventinnen und Absolventen für das Universitätsklinikum zur Verfügung zu stellen“, erklärt Martin Wessel, Leiter der Akademie für berufliche Qualifizierung am UKL. „Wir bilden auch über unseren eigenen Bedarf hinaus Menschen aus für die Stadt Leipzig, Sachsen und teilweise darüber hinaus.“
Vom Azubi zum Kollegen
Für 220 junge Frauen und Männer endete mit den Prüfungen ihre Ausbildungszeit. Die große Mehrzahl der Absolventinnen und Absolventen wurden vom UKL übernommen. Besonders in der Pflege konnte das Klinikum wie in den vergangenen Jahren allen Absolventinnen und Absolventen ein Übernahmeangebot machen. In anderen Gesundheitsfachberufen ist das aufgrund der Zahl der verfügbaren Stellen nicht immer möglich.
Für diejenigen, die bleiben, hat der Übergang einen großen Vorteil: Sie kennen das Klinikum bereits. „Das sind im Grunde genommen schon Mitarbeitende, die das Haus kennen, die Abläufe hier kennen, die sich gut orientieren können und somit auch sehr schnell eingearbeitet werden können“, sagt Martin Wessel. Wenn Auszubildende bereits während ihrer Ausbildung in ihrem späteren Arbeitsbereich eingesetzt werden, seien sie „im Grunde genommen schon auf dem halben Weg der Einarbeitung“.
Nicht alle Absolventinnen und Absolventen bleiben allerdings unmittelbar am UKL. Manche wechseln zunächst in andere Einrichtungen, beginnen ein Studium oder entwickeln sich beruflich weiter. Gleichzeitig beobachtet Martin Wessel, dass ehemalige Auszubildende später wieder an das UKL zurückkehren: „Wir sehen einen positiven Trend, dass Mitarbeiter, die unser Haus verlassen haben, durchaus auch wieder zurückkommen.“