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Ein neuer Platz für Dankbarkeit und Raum für Trost

​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​Zum diesjährigen Tag der Organspende wurde im Universitätsklinikum Leipzig (UKL) ein künstlerisch gestalteter Gedenkort eingeweiht. Mit dem weithin sichtbaren Wand-Kunstwerk würdigen die Stadt Leipzig und das Klinikum die Entscheidung zur Organspende. Sie ehren damit alle Organspender:innen sowie die ihnen nahestehenden Menschen, die diese Entscheidung begleitet, mitgetragen oder stellvertretend getroffen haben. Die Besonderheit des Leipziger Gedenkortes liegt in seiner Gestaltung und seiner zentralen, exponierten Lage unmittelbar im Klinikgebäude.

Der diesjährige Tag der Organspende stand unter dem Motto „Zeit, Zeichen zu setzen“. Mit dem Gedenkort setzen die Stadt Leipzig und das Universitätsklinikum ein gemeinsames Zeichen für Verantwortung, Solidarität und Dankbarkeit und wollen zur öffentlichen Diskussion und Auseinandersetzung mit dem wichtigen Thema Organspende anregen.

Diesen Aspekt hob auch Petra Köpping, Sächsische Staatsministerin für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, in ihrer Ansprache zur feierlichen Einweihung am 6. Juni hervor: „Der Gedenkort und schon seine Entstehung sind ein Akt beispielhaften Miteinanders. Er gibt der Entscheidung für die Organspende eine Gestalt und regt hoffentlich mehr Menschen dazu an, sich damit auseinanderzusetzen und eine Entscheidung zu treffen. Organspende geht uns alle an: Jeder kann plötzlich in die Situation kommen, ein Spenderorgan zu benötigen oder die Entscheidung treffen, selbst ein Lebensretter zu sein. Auch das soll der Gedenkort deutlich machen.“

Leipzigs Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke verwies auf die wichtige gesellschaftliche und emotionale Funktion, die der Gedenkort ab sofort für alle Organspender:innen erfüllt: „Er zeigt öffentlich tiefe Dankbarkeit für den Akt der uneigennützigen Organspende. Da diese in Deutschland anonym bleibt, trauern Angehörige oft im Verborgenen, Empfangende können nirgends konkret Dank ausdrücken. Ihnen allen wird mit dem Gedenkort ein greifbarer Raum des Trostes und der Sinnstiftung gegeben“, sagte sie. 


Raum zum Innehalten an einem belebten Ort

Neben seiner Gestaltung zeichnet den Leipziger Gedenkort vor allem seine zentrale, exponierte Platzierung unmittelbar im Klinikgebäude aus. Während ähnliche Erinnerungsorte häufig auf Klinikgeländen, in Außenbereichen oder – sofern sie sich innerhalb eines Klinikgebäudes befinden – eher zurückhaltend gestaltet sind, wurde der Leipziger Gedenkort bewusst im belebten und besucherstarken Foyer von Haus 4 in der Nähe des Haupteingangs installiert. „Wir haben für den Gedenkort einen zentralen Platz im Herzen unseres Klinikums gefunden, an dem viele Menschen Gelegenheit haben, diesen zu sehen und so über das wichtige Thema Organspende nachzudenken,“ sagt Prof. Christoph Josten, Medizinischer Vorstand des UKL. „Es ist schön, dass dies nun auch in Form eines Kunstwerkes geschieht.“

Dessen künstlerische Gestaltung ist das Ergebnis eines Einladungswettbewerbes, aus dem der Entwurf der 1964 geborenen Leipziger Künstlerin Susanne Werdin als Siegerin hervorging. Unter Federführung des Kulturamtes der Stadt Leipzig und auf Grundlage eines Stadtratsbeschlusses wurde an der Verwirklichung gemeinsam mit einem engagierten Netzwerk von Bürger:innen, dem Netzwerk Spenderfamilien, der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) und dem Universitätsklinikum Leipzig gearbeitet. Die Realisierung erfolgt in einer gemeinsamen Finanzierung durch Mittel der Stadt Leipzig und Spenden engagierter Bürger:innen. Der Gedenkort zeichnet sich somit durch eine einzigartige Gestaltung in Art und Form aus. Die verschiedenfarbigen Zeichen symbolisieren die Buchstaben Alpha und Omega. Als erster beziehungsweise letzter Buchstabe des griechischen Alphabets stehen sie damit für den Beginn und das Ende des Lebens.

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Bisher acht Organspenden am UKL im Jahr 2026

Seit über 40 Jahren wird immer am ersten Samstag im Juni mit dem Tag der Organspende bundesweit auf dieses wichtige Thema aufmerksam gemacht. veranstaltete das UKL in diesem Jahr bereits am Vortag (5. Juni) ein Symposium und einen Bürgerdialog zum Thema Organspende. Ein Schwerpunkt lag hier auf Informationen für Lehrkräfte, um fachliche Orientierung zu geben sowie konkrete Ansätze für den Unterricht anzubieten. Mit solchen Veranstaltungen sollen zugleich Menschen vor Ort motiviert werden, bereits zu Lebzeiten eine selbstbestimmte Entscheidung zur Organspende zu treffen und zu dokumentieren.

Nach Angaben der Landesärztekammer wurden in Sachsen in den ersten vier Monaten des Jahres 27 postmortale Organspenden durchgeführt – sieben mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dabei wurden 71 Organe entnommen (2025: 62). Am Universitätsklinikum Leipzig fanden in den ersten fünf Monaten des Jahres bereits acht Organspenden statt.

Die Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende kann freiwillig und kostenlos im zentralen elektronischen Organspenderegister (www.organspende-register.de) eingetragen werden. Eine Änderung oder Löschung ist jederzeit möglich. Darüber hinaus ist es auch möglich, einen Organspendeausweis bei sich tragen. Die scheckkartengroßen Ausweise liegen unter anderem im neu eröffneten Büchertauschschrank im Foyer von Haus 4 – direkt gegenüber dem Organspendedenkmal – zum Mitnehmen bereit. Sie können ebenfalls unter www.organspende-info.de/organspendeausweis-download-und-bestellen kostenfrei heruntergeladen beziehungsweise bestellt werden.​