Vortrag am 17. September wirbt um Spender:innen
Spende Blut, rette Leben! Blut spenden, Hoffnung schenken! Sprüche wie diese kennt sicher jeder, doch nur wenige fühlen sich von ihnen angesprochen. Laut AOK gehen nur rund drei Prozent der deutschen Bevölkerung regelmäßig zur Blutspende. Damit ist und bleibt Blut Mangelware in Deutschland – vor allem im Sommer, wenn viele Dauerspender:innen im Urlaub sind. Einrichtungen, wie die Blutbank des Universitätsklinikums Leipzig (UKL), die auf Blutspenden angewiesen sind, versuchen dem entgegenzuwirken: Mit Gewinnspielen, Blutspendeaktionen in außergewöhnlichem Ambiente oder in Kooperation mit Partnern wie dem Leipziger Zoo werben sie um neue Spender:innen. Dieses Ziel verfolgt auch Dr. med. Raymund Buhmann, kommissarischer Leiter des Instituts für Transfusionsmedizin und der Blutbank des UKL. Er setzt in Sachen Blutspende auf ein Umdenken in der Bevölkerung und liefert in seinem Vortrag in der Reihe Medizin für Jedermann die dafür nötigen Fakten.
Ohne Blut sind wir Menschen nicht lebensfähig, denn Blut übernimmt viele wichtige Aufgaben in unserem Körper – allen voran den Transport von Sauerstoff. Dabei gelingt es dem Körper, kleinere Blutverluste selbst zu regulieren. Größere Blutverluste nach Unfällen oder Operationen hingegen müssen mithilfe einer Bluttransfusion ausgeglichen werden. Da Blut bis heute aber weder künstlich hergestellt noch durch Medikamente oder Maschinen ersetzt werden kann, ist man auf Spender:innen angewiesen. Deren Aufwand sei überschaubar, erklärt Dr. Buhmann. „Die Spende von 500 ml Vollblut dauert etwa fünf bis zehn Minuten, gefolgt von einer Nachbeobachtung von einer halben Stunde, da uns die Sicherheit unserer Spender:innen ebenso wichtig wie die unserer Patient:innen ist.“
Diese Zusicherung sowie die Aussicht, mit einer Spende bis zu drei Patient:innen helfen zu können, ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass die Bereitschaft zur Blutspende immer weiter sinkt. „Vielleicht ist vielen Menschen gar nicht bewusst, wie groß und wichtig hier ihr Beitrag sein könnte“, so der Institutsleiter, der mit seinem Team das UKL täglich mit 75 bis 100 Blutprodukten versorgt.
Hier möchte Dr. Buhmann ansetzen und neben einer fachlichen Grundlage mit seinem Vortrag auch ein neues Bewusstsein für die Blutspende schaffen. „Blutspenden drückt für mich eine Geisteshaltung aus: Ich bin bereit, etwas zu teilen, für meine Mitmenschen etwas zu geben – nur so funktioniert Gesellschaft und dafür müssen wir sensibilisieren.“
Info:
Vorlesungsreihe Medizin für Jedermann
Thema: Zellen, Plasma und mehr – wie Blut am UKL Leben rettet
Donnerstag, 17.09.2026
18.30 Uhr – 19.45 Uhr
Universitätsklinikum Leipzig
Hörsaal im Haus 4
Liebigstraße 20
04103 Leipzig
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Eine Übersicht der Veranstaltungsreihe "Medizin für Jedermann" finden Sie
hier.