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LIFE-Tag Kompakt

LIFE-Adult-Kohorte gab Einblicke in die Gesundheit der Leipziger Bevölkerung

Am 12. Mai fand im Studienzentrum der Medizinischen Fakultät der diesjährige LIFE-Tag Kompakt der LIFE-Adult-Kohorte statt. Forschende verschiedener Disziplinen präsentierten aktuelle Ergebnisse und gaben Einblicke in laufende Forschungsarbeiten rund um Gesundheit, Lebensstil und Umweltfaktoren. Moderiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Steffi G. Riedel-Heller, die als Direktorin des Instituts für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health der Universität Leipzig zugleich eine der beiden Sprecherinnen des LIFE-Adult Scientific Boards ist. 



Bereits in der Eröffnung betonte Prof. Dr. Markus Löffler, einer der Initiatoren von LIFE-Adult und derzeit beratendes Mitglied im LIFE-Adult Scientific Board, die anhaltende Bedeutung der LIFE-Kohorte für die Gesundheitsforschung. Zahlreiche Publikationen, erfolgreiche Drittmitteleinwerbungen sowie die anhaltend hohe Nachfrage von Forschenden nach einer weiterführenden Datennutzung belegten die Dynamik der LIFE-Forschungsinfrastruktur.


Seit 2011 untersucht LIFE Adult 10.000 zufällig ausgewählte Leipzigerinnen und Leipziger hinsichtlich vielfältiger Merkmale, Erkrankungen und Risikofaktoren. Der Einfluss von Lebensstil- und Umweltfaktoren auf diese Erkrankungen steht im Mittelpunkt der Forschungsarbeiten. Die langfristig angelegte Kohorte bildet heute eine zentrale Daten- und Bioprobenbasis für zahlreiche interdisziplinäre Forschungsprojekte.


Gesundheit im Kontext von Umwelt und Lebensstil

Wie breit das wissenschaftliche Spektrum der LIFE-Forschung inzwischen ist, zeigte sich in den Fachvorträgen. Dr. Sina Sadeghi (Department for Medical Data Science/ Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie) stellte Analysen zum Zusammenhang zwischen Grünflächen und psychischem Wohlbefinden vor. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass urbane Grünflächen insbesondere bei sozial benachteiligten Gruppen mit besserer psychischer Gesundheit assoziiert sind.



Hirngesundheit und kognitive Veränderungen

Mit Risikofaktoren für Hirngesundheit und Kognition beschäftigten sich Dr. Andrea Zülke (Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health) und Dr. Frauke Beyer (Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften). Ihre Analysen zeigten unter anderem Zusammenhänge zwischen sozioökonomischem Status, kognitiver Leistungsfähigkeit und vaskulärer Hirngesundheit.


Eine weitere Studie zu Veränderungen der Hirngesundheit präsentieren Dr. David M. Smith (Fraunhofer IZI) und Dr. Ronny Baber (Institut für Laboratoriumsmedizin / Leipzig Medical Biobank). Im Mittelpunkt standen kleinste Blutgerinnsel („Microclots“) als mögliche Hinweise auf kognitiven Abbau. Grundlage der Untersuchungen sind longitudinal erhobene LIFE-Daten und Blutproben.


Molekulare Daten und bildgebende Verfahren

Neue Perspektiven molekularer Datensätze innerhalb von LIFE Adult stellte Prof. Markus Scholz (Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie) vor. Im Fokus standen Qualitätskontrolle, Harmonisierung und Integration komplexer molekularer Daten sowie deren Nutzung für beispielhafte Studien zu Herz-Kreislauf- und Infektionserkrankungen.

Wie vielfältig LIFE-Daten auch im Bereich der Bildgebung genutzt werden, zeigte Dr. Franziska Rauscher (Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie) anhand von Arbeiten zur frühen Diagnostik altersbedingter Makuladegeneration. Die Retina ermögliche wichtige Rückschlüsse auf neurodegenerative und vaskuläre Prozesse sowie zahlreiche andere Erkrankungen und bietet daher sehr gute Möglichkeiten der weiteren interdisziplinären Zusammenarbeit. Ziel der gezeigten Arbeiten ist es, frühe Veränderungen der altersbedingten Makuladegeneration präziser zu erfassen und die Diagnostik weiter zu optimieren.



Soziale Faktoren und Erkenntnisse aus Langzeitdaten

Auch psychosoziale Faktoren standen im Fokus: Dr. Christian Sander (Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie) untersuchte Zusammenhänge zwischen sozialer Unterstützung, Einsamkeit und subjektiver Schlafgesundheit. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass insbesondere die Qualität sozialer Beziehungen mit besserer Schlafgesundheit verbunden ist.



Zum Abschluss stellte Dr. Samira Zeynalova (Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie) aktuelle Analysen zum LIFE Langzeit-Follow-up und Mortalität vor. Die zweite schriftliche LIFE Follow-up-Befragung erreichte eine Rücklaufquote von 82 Prozent. Zusätzlich wurden Krankenkassen- und Sterberegisterdaten zur Validierung selbstberichteter Diagnosen genutzt.



In ihrem abschließenden Fazit betonte Prof. Dr. Steffi G. Riedel-Heller die zentrale Bedeutung der LIFE-Forschung für Wissenschaft und Versorgung. LIFE liefere die Datenbasis, um Risiko- und Schutzfaktoren sowie Mechanismen von Krankheit und Gesundheit besser zu verstehen. „Gesundheitsdaten sind ein strategisches Gut für Politik und Versorgung. Langzeitkohorten wie LIFE sind dabei weit mehr als reine Forschungsvorhaben – sie stellen eine wichtige wissenschaftliche Infrastruktur dar“, so Riedel-Heller.

Zum LIFE-Tag Kompakt eingeladen hatte das LIFE Adult-Scientific Board. Das interdisziplinäre Gremium begleitet die wissenschaftliche Weiterentwicklung der LIFE Adult-Studie und setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Einrichtungen der Universitätsmedizin Leipzig sowie kooperierender Forschungseinrichtungen zusammen. Sprecherinnen des Scientific Boards sind Prof. Dr. Steffi G. Riedel-Heller und PD Dr. Veronica Witte (Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften). Die Organisation der Veranstaltung lag beim LIFE Management Cluster.



Bevorstehende LIFE Veranstaltungen

  • 18. Juni 2026: Research Festival for Life Sciences, Max-Bürger-Forschungszentrum – Wissenschaftliche Posterausstellung für Nachwuchsforschende der Medizinischen Fakultät und der Fakultät für Lebenswissenschaften - Organisiert durch das LIFE Management Cluster
  • 25. November 2026: „15 Jahre LIFE“ – Eine gemeinsame Jubiläumsveranstaltung von LIFE Adult und LIFE Child 


 Ausgewählte Präsentationen zum LIFE-Tag Kompakt 




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