Pressemitteilung | Viele Nierenerkrankungen bleiben unentdeckt
Gemeinsame Pressemitteilung mit dem Universitätsklinikum Freiburg:
NAKO Gesundheitsstudie zeigt
Dunkelziffer möglicher Nierenerkrankungen / Jede:r Sechste
mit auffälligen Werten ohne Diagnose / Frühe Therapie könnte schwere
Verläufe vermeiden oder verzögern
Chronische Nierenerkrankungen beginnen
meist ohne erkennbare Symptome. Eine aktuelle Analyse der NAKO-Studie
deutet auf eine mögliche Dunkelziffer in der Bevölkerung in Deutschland
hin. Forschende des Universitätsklinikums Freiburg werteten Urinproben
von rund 35.000 Personen aus. Jede:r Sechste hatte auffällige
Nierenwerte, aber nur rund vier Prozent der Teilnehmenden mit
auffälligen Befunden berichteten eine passende Diagnose. Außerdem
wurden Blutproben von rund 195.000 Erwachsenen ausgewertet. Auch hier
zeigte sich, dass bei vielen Menschen
eine eingeschränkte Nierenfunktion vorliegen könnte. Die Ergebnisse
wurden am 26.06.2026 im Deutschen Ärzteblatt International
veröffentlicht.
„Wir mussten feststellen, dass bei einem
erheblichen Teil der Proband:innen Hinweise auf Nierenerkrankungen
vorhanden waren; oft ohne, dass die Betroffenen sich dem bewusst waren“,
sagt Prof. Dr. Anna Köttgen, Direktorin
des Instituts für Epidemiologie und Prävention am Universitätsklinikum
Freiburg. „Das könnte auf Defizite bei der Früherkennung oder in der
Kommunikation zwischen Patient:innen und Ärzt:innen hinweisen.“
Großteil berichtete keine Diagnose trotz auffälliger Nierenwerte
Bei Blutuntersuchungen innerhalb der
NAKO-Studie zeigten sich bei rund 5.000 der
195.000 Teilnehmenden Auffälligkeiten der Nierenfunktion. Nur 875 dieser
Personen berichteten, dass ihnen
eine entsprechende ärztliche Diagnose bekannt sei.
In einer Teilgruppe, bei
der Urinuntersuchungen gemacht worden war, zeigte sich die Lücke noch
deutlicher: 6.213 von 35.461 Teilnehmenden hatten einen oder
mehrere auffällige Werte für Nierenfunktion oder Nierenschädigung. Das
entspricht 17,5 Prozent aller Teilnehmenden, etwa jede:m Sechste:n. Nur
etwa vier Prozent dieser Personen berichteten eine entsprechende
Diagnose.
„Die Blut- und Urinwerte erfassen
unterschiedliche Seiten der Nierengesundheit. Deshalb ergänzen sie sich
gut, um die Nierengesundheit zu bewerten“, so Erstautorin Privatdozentin
Dr. Peggy Sekula, Statistikerin am Institut für Epidemiologie und Prävention am Universitätsklinikum Freiburg.
Gesundheitsrisiken für Patient:innen
Unentdeckte Nierenerkrankungen können
fortschreiten und schwere, zum Teil lebensgefährliche Verläufe
verursachen. Eine frühzeitige Diagnose und moderne Therapien könnten
solche Verläufe verhindern oder hinauszögern. Langfristig könnte eine
bessere Früherkennung auch den Bedarf an Nierenersatztherapien wie
Dialyse oder Transplantation beeinflussen. Dies hat die aktuelle Analyse
jedoch nicht untersucht.
„Die Studie wirft ein wichtiges Licht auf
eine mangelhafte Situation im Bereich der Nierengesundheit“, sagt Prof.
Dr. Jan Halbritter, seit kurzem Ärztlicher Direktor der Klinik für
Innere Medizin IV mit Schwerpunkt Nephrologie am
Universitätsklinikum Freiburg, der selbst nicht an der Studie
beteiligt war. „Wir sehen jeden Tag in der Klinik, welche Schäden spät
entdeckte Nierenkrankheiten haben. Dabei kommt es darauf
an, die jeweilige Ursache möglichst frühzeitig aufzudecken, um
spezifisch behandeln und Nierenfunktionsverlust aufhalten zu können.“
Zur vollständigen Pressemitteilung der NAKO GesundheitsstudieGemeinsame Pressemitteilung mit dem Universitätsklinikum Freiburg:
NAKO Gesundheitsstudie zeigt
Dunkelziffer möglicher Nierenerkrankungen / Jede*r Sechste
mit auffälligen Werten ohne Diagnose / Frühe Therapie könnte schwere
Verläufe vermeiden oder verzögern
Chronische Nierenerkrankungen beginnen
meist ohne erkennbare Symptome. Eine aktuelle Analyse der NAKO-Studie
deutet auf eine mögliche Dunkelziffer in der Bevölkerung in Deutschland
hin. Forschende des Universitätsklinikums Freiburg werteten Urinproben
von rund 35.000 Personen aus. Jede*r Sechste hatte auffällige
Nierenwerte, aber nur rund vier Prozent der Teilnehmenden mit
auffälligen Befunden berichteten eine passende Diagnose. Außerdem
wurden Blutproben von rund 195.000 Erwachsenen ausgewertet. Auch hier
zeigte sich, dass bei vielen Menschen
eine eingeschränkte Nierenfunktion vorliegen könnte. Die Ergebnisse
wurden am 26.06.2026 im Deutschen Ärzteblatt International
veröffentlicht.
„Wir mussten feststellen, dass bei einem
erheblichen Teil der Proband*innen Hinweise auf Nierenerkrankungen
vorhanden waren; oft ohne, dass die Betroffenen sich dem bewusst waren“,
sagt Prof. Dr. Anna Köttgen, Direktorin
des Instituts für Epidemiologie und Prävention am Universitätsklinikum
Freiburg. „Das könnte auf Defizite bei der Früherkennung oder in der
Kommunikation zwischen Patient*innen und Ärzt*innen hinweisen.“
Großteil berichtete keine Diagnose trotz auffälliger Nierenwerte
Bei Blutuntersuchungen innerhalb der
NAKO-Studie zeigten sich bei rund 5.000 der
195.000 Teilnehmenden Auffälligkeiten der Nierenfunktion. Nur 875 dieser
Personen berichteten, dass ihnen
eine entsprechende ärztliche Diagnose bekannt sei.
In einer Teilgruppe, bei
der Urinuntersuchungen gemacht worden war, zeigte sich die Lücke noch
deutlicher: 6.213 von 35.461 Teilnehmenden hatten einen oder
mehrere auffällige Werte für Nierenfunktion oder Nierenschädigung. Das
entspricht 17,5 Prozent aller Teilnehmenden, etwa jede*m Sechste*n. Nur
etwa vier Prozent dieser Personen berichteten eine entsprechende
Diagnose.
„Die Blut- und Urinwerte erfassen
unterschiedliche Seiten der Nierengesundheit. Deshalb ergänzen sie sich
gut, um die Nierengesundheit zu bewerten“, so Erstautorin Privatdozentin
Dr. Peggy Sekula, Statistikerin am Institut für Epidemiologie und Prävention am Universitätsklinikum Freiburg.
Gesundheitsrisiken für Patient*innen
Unentdeckte Nierenerkrankungen können
fortschreiten und schwere, zum Teil lebensgefährliche Verläufe
verursachen. Eine frühzeitige Diagnose und moderne Therapien könnten
solche Verläufe verhindern oder hinauszögern. Langfristig könnte eine
bessere Früherkennung auch den Bedarf an Nierenersatztherapien wie
Dialyse oder Transplantation beeinflussen. Dies hat die aktuelle Analyse
jedoch nicht untersucht.
„Die Studie wirft ein wichtiges Licht auf
eine mangelhafte Situation im Bereich der Nierengesundheit“, sagt Prof.
Dr. Jan Halbritter, seit kurzem Ärztlicher Direktor der Klinik für
Innere Medizin IV mit Schwerpunkt Nephrologie am
Universitätsklinikum Freiburg, der selbst nicht an der Studie
beteiligt war. „Wir sehen jeden Tag in der Klinik, welche Schäden spät
entdeckte Nierenkrankheiten haben. Dabei kommt es darauf
an, die jeweilige Ursache möglichst frühzeitig aufzudecken, um
spezifisch behandeln und Nierenfunktionsverlust aufhalten zu können.“
Gemeinsame Pressemitteilung mit dem Universitätsklinikum Freiburg:
NAKO Gesundheitsstudie zeigt
Dunkelziffer möglicher Nierenerkrankungen / Jede*r Sechste
mit auffälligen Werten ohne Diagnose / Frühe Therapie könnte schwere
Verläufe vermeiden oder verzögern
Chronische Nierenerkrankungen beginnen
meist ohne erkennbare Symptome. Eine aktuelle Analyse der NAKO-Studie
deutet auf eine mögliche Dunkelziffer in der Bevölkerung in Deutschland
hin. Forschende des Universitätsklinikums Freiburg werteten Urinproben
von rund 35.000 Personen aus. Jede*r Sechste hatte auffällige
Nierenwerte, aber nur rund vier Prozent der Teilnehmenden mit
auffälligen Befunden berichteten eine passende Diagnose. Außerdem
wurden Blutproben von rund 195.000 Erwachsenen ausgewertet. Auch hier
zeigte sich, dass bei vielen Menschen
eine eingeschränkte Nierenfunktion vorliegen könnte. Die Ergebnisse
wurden am 26.06.2026 im Deutschen Ärzteblatt International
veröffentlicht.