LONG-COVID-Studie

​​Erforschung der Langzeitfolgen nach einer SARS-CoV2-Infektion

Die zweite bis fünfte Welle der Corona-Pandemie hat die sächsische Bevölkerung besonders stark betroffen. Dabei sind die Langzeitfolgen der Virusinfektion in wesentlichen Aspekten unbekannt. Nicht wenige Betroffene aller Altersklassen klagen nach einer überstandenen SARS-CoV2-Infektion über langanhaltende Symptome wie ständige Erschöpfung, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen oder neurologische Ausfälle wie Geschmacks- und Geruchsverlust. Dabei sind die Symptome und Einschränkungen, die unter dem Begriff Long-COVID zusammengefasst werden, unterschiedlich stark ausgeprägt.

Um Patient:innen mit Post-COVID-Symptomen künftig besser therapieren oder Komplikationen im besten Fall vorbeugen zu können, erforscht die Universitätsmedizin Leipzig die Folgeerscheinungen nach einer SARS-CoV2-Infektion. Hierfür arbeitet die Erwachsenenambulanz des Leipziger Forschungszentrums für Zivilisationserkrankungen LIFE der Universität Leipzig eng mit der Post-COVID-Hochschulambulanz am Universitätsklinikum Leipzig und dem Netzwerk der Allgemeinärztlichen Lehrpraxen der Universitätsmedizin zusammen. Ziel des Vorhabens ist es, den dringenden Bedarf einer klinischen Charakterisierung des Post-COVID-Verlaufs zu decken, um geeignete diagnostische Prozesse für die Prävention und Therapie von Post-COVID-Komplikationen zu entwickeln.

Zu diesem Zweck werden 400 Patient:innen mit überstandener SARS-CoV2-Infektion systematisch nach klinischen und epidemiologischen Standards mehrfach untersucht bzw. befragt. Das Programm umfasst umfangreiche standardisierte Befragungen sowie körperliche und apparative Untersuchungen. Die Kohorte setzt sich dabei aus Proband:innen der LIFE-ADULT-Studie, von denen bereits Gesundheitsdaten aus der Zeit vor ihrer COVID-Erkrankung vorliegen, aus Patient:innen der Post-COVID-Hochschulambulanz sowie aus Patient:innen der Allgemeinärztlichen Lehrpraxen der Universitätsmedizin zusammen. Weiterhin ist die Befragung von nicht von einer SARS-CoV2-Erkrankung betroffenen Vergleichsprobanden aus der LIFE Adult-Studie geplant.  Dies ermöglicht die Charakterisierung von Patient:innen mit aus der Vergangenheit vorliegender Ausgangsuntersuchung sowie die Abbildung schwerer Krankheitsverläufe. Eine Vorgehensweise, die das Forschungsvorhaben von vergleichbaren Studien deutlich unterscheidet.

Die Studie wird in dieser Form einzigartige klinische Daten über einen längeren Zeitraum liefern, welche es ermöglichen, geeignete diagnostische Prozesse zu entwickeln, um Risikokonstellationen zu erkennen, gesundheitlichen Folgen vorzubeugen und Therapien von Post-COVID-Komplikationen zu prüfen. Das Projekt wird bis Ende des Jahres 2025 mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes in Höhe von mehr als 2,5 Millionen Euro finanziert.​

Studienleitung:​​

Prof. Dr. Markus Löffler,
Direktor des I​​nstituts für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie (IMISE), Universität Leipzig

​Prof. Dr. Steffi Riedel-Heller,
Direktorin des Instituts für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP), Universität Leipzig

PD Dr. Christoph Engel, Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie (IMISE), Universität Leipzig

Kontakt für Anmeldungen von Proband:innen:

Studienambulanz für Erwachsene​
E-Mail: info-adult@life.uni-leipzig.de


​Kontakt für Fach- und Presseauskünfte:

Dr. Matthias Nüchter,
Universität Leipzig, LIFE-Managementcluster
Philipp-Rosenthal-Straße 27,
04103 Leipzig

Telefon: +49 341 97-16721

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