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Pressemitteilungen

 

 

Akkreditierung als Ausbildungszentrum für zahnmedizinische Spezialisten<img alt="Die von Prof. Sebastian Hahnel geleitete Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde am UKL ist nun anerkanntes Ausbildungszentrum für Funktionsdiagnostik und –therapie." src="/presse/PressImages/pic_20191204134650_d41a69d870.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2019-12-03T23:00:00ZLeipzig. Schmerzen im Kiefer oder im Gesicht? Viele Menschen suchen in einem solchen Fall den Zahnarzt auf. Doch was, wenn der Schmerz gar nicht von den Zähnen stammt? Häufig entstehen diese nämlich auch im Bereich der Kaumuskulatur und Kiefergelenke. Diese Störungen der Muskulatur und Kiefergelenke werden im deutschsprachigen Raum als craniomandibuläre Dysfunktionen (CMD) bezeichnet. Im November 2018 gelang es dem Universitätsklinikum Leipzig (UKL), sich als Trainingszentrum für die Lehre und Weitergabe international gültiger, einheitlicher Untersuchungsstandards für diesen Erkrankungskomplex zu legitimieren. In diesem Jahr folgte darüber hinaus nun eine Akkreditierung durch die Deutsche Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und -therapie (DGFDT) als anerkanntes Ausbildungszentrum. Damit ist es den Experten der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde möglich, am UKL ab sofort anerkannte Spezialisten der deutschen Fachgesellschaft auszubilden. <p>Die Diagnostik der individuellen Ursachen und das Anwenden angemessener therapeutischer Strategien erfordern Fachwissen, eine systematische Befunderhebung und Einfühlungsvermögen. Die <a href="/einrichtungen/zahn-prothetik" rel="ext" target="_blank">Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde</a> unter Leitung von Prof. Sebastian Hahnel wurde mit ihren Spezialisten Prof. Holger Jakstat und Privatdozent Dr. Oliver Schierz sowie der Zahnärztin Dr. Angelika Rauch im zahnärztlichen funktionsdiagnostischen Bereich durch die DGFDT als Ausbildungszentrum für Funktionsdiagnostik und -therapie akkreditiert. Dadurch ist es ab sofort möglich, von dieser Fachgesellschaft anerkannte Spezialisten in dieser besonderen Disziplin der Zahnmedizin auszubilden.</p> <p>Nicht alle Probleme und Schmerzen im Kiefer-Gesichtsbereich kommen von den Zähnen. So werden teils schmerzhafte Verkrampfungen der Kaumuskulatur, welche sich wie Zahn- oder Kopfschmerzen anfühlen können, beschrieben. Auch Schmerzen und/oder ungewöhnliche Gelenkgeräusche in den Kiefergelenken können zu Einschränkungen der Mundöffnung und Behinderungen beim festen Zusammenbeißen führen. Darüber hinaus ist es möglich, dass anatomische Besonderheiten dazu führen, dass der Unterkiefer nach langer weiter Mundöffnung aushakt und sich nicht ohne weiteres wieder schließen lässt.</p> <p>Die Ursachen hierfür sind meist vielfältig. Am häufigsten liegen muskulär bedingte Einschränkungen vor. Vergleichbar mit Rücken- und Schulterschmerzen können überbeanspruchte, durch Schonhaltungen zu gering bewegte oder eintönig belastete Muskelbereiche verkleben und zu einer verminderten, schmerzhaften Beweglichkeitseinschränkung der Kiefer führen. Auch Verschleiß an den Kiefergelenken, eine sogenannte Arthrose, oder das Verrutschen der Knorpelscheibe, welche als Diskusverlagerung bezeichnet wird, können zu Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und ungewöhnlichen Gelenkgeräuschen führen. Neben einer stressbedingten, chronischen Überlastung der Muskulatur und der Kiefergelenke kommen aber auch systemische Ursachen wie zum Beispiel rheumatische Erkrankungen oder genetische Faktoren in Frage. Störungen im zentralen Nervensystem können ebenfalls zu einer Fehlwahrnehmung des eigenen Körpers führen.</p>
Neue Standards in der Kiefergelenkdiagnostik<img alt="Bei einem Workshop der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde des UKL machten sich Universitäts-Zahnärzte aus ganz Deutschland mit den neuen, international anerkannten Diagnosekriterien für Kiefergelenk-Erkrankungen vertraut. Poliklinik-Direktor Prof. Sebastian Hahnel (vorn, rechts) begrüßte außerdem Birgitta Häggman Henrikson (vorn, 3.v.r.) und Prof. Thomas List (vorn, 4.v.r.) von der Universität Malmö in Schweden. Die beiden gelten als „kalibrierte Goldstandards“ für die neue Norm." src="/presse/PressImages/pic_20181214101605_3aeec875c4.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2018-12-13T23:00:00ZLeipzig. Schmerzen im Kiefer oder im Gesicht? Viele Menschen suchen in einem solchen Fall den Zahnarzt auf. Doch was, wenn der Schmerz gar nicht von den Zähnen stammt? Häufig entstehen diese nämlich auch im Bereich der Kaumuskulatur und Kiefergelenke. Treten dabei Probleme auf, bräuchte es eine einheitliche Vorgehensweise, um sie zu erfassen. Diese gibt es bis jetzt in Deutschland nicht. In der zahnärztlichen Praxis entstehen deshalb bei der Diagnosefindung hohe Unsicherheiten. Wissenschaftliche Arbeiten auf diesem Gebiet sind nur schwer zu vergleichen. Seit 2014 ist dafür eine neue internationale Norm verfügbar. Ihre Übertragung in die deutsche Sprache ist fast abgeschlossen. Beteiligt sind daran unter anderem Experten der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde am Universitätsklinikum Leipzig (UKL). Vor kurzem wurde die UKL-Einrichtung zudem als "Trainings-Zentrum" für die Lehre und Weitergabe der internationalen Norm akkreditiert – als eines von weltweit vier. <p style="margin&#58;0cm 0cm 0pt;line-height&#58;150%;"><span style="line-height&#58;150%;font-family&#58;'Arial','sans-serif';font-size&#58;11pt;"><span style="color&#58;#000000;">&quot;DC/TMD&quot; - so der Name der Richtlinie - steht für &quot;Diagnostic Criteria for Temperomandibular Disorders&quot;, Diagnosekriterien für Kiefergelenk-Erkrankungen. <br></span><span style="color&#58;#000000;"> Die neue Norm soll nun in Deutschland bekannter gemacht und weiterverbreitet werden. Unter Federführung von Privatdozent Dr. Oliver Schierz und Dr. Angelika Rauch von der <a href="http&#58;//prothetik.uniklinikum-leipzig.de/" rel="ext" target="_blank">Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde</a> trafen sich dafür kürzlich Universitäts-Zahnärzte aus ganz Deutschland gemeinsam mit zwei schwedischen Kollegen der Universität Mälmö zu einem mehrtägigen Workshop am UKL. <br><span style="line-height&#58;150%;font-family&#58;'Arial','sans-serif';font-size&#58;11pt;"><span style="color&#58;#000000;">Prof. Sebastian Hahnel, als Direktor der Poliklinik auch Gastgeber des Arbeitstreffens, erläutert, weshalb die beiden skandinavischen Mediziner teilnahmen&#58; &quot;Prof. Thomas List und Birgitta Häggman Henrikson gelten als das, was in der Wissenschaft 'kalibrierte Goldstandards' genannt wird. Beide haben sich so intensiv mit der neuen Norm vertraut gemacht, dass sie den gültigen Standard repräsentieren.&quot; Die Teilnehmer besprachen sowohl die neuen Untersuchungstechniken als auch die darauf basierenden Diagnosen. </span></span></span></span></p> <p style="margin&#58;0cm 0cm 0pt;line-height&#58;150%;"><span style="line-height&#58;150%;font-family&#58;'Arial','sans-serif';font-size&#58;11pt;"><span style="color&#58;#000000;">&#160;</span></span></p> <p style="margin&#58;0cm 0cm 0pt;line-height&#58;150%;"><span style="line-height&#58;150%;font-family&#58;'Arial','sans-serif';font-size&#58;11pt;"><span style="color&#58;#000000;">Dabei wurde die UKL-Poliklinik von einem international anerkanntem Konsortium, welches für die Verwaltung der Kriterien zuständig ist, nach Aarhus (Dänemark), Buffalo (USA) und dem schwedischen Malmö als viertes &quot;DC/TMD Training and Reliability Center&quot; weltweit akkreditiert. <span style="line-height&#58;150%;font-family&#58;'Arial','sans-serif';font-size&#58;11pt;"><span style="color&#58;#000000;">&quot;Nach diesem sehr erfolgreich verlaufenen Debüt sollen nun weitere Universitäten und niedergelassene Zahnärzte von den Vorzügen dieses einheitlichen Untersuchungsstandards überzeugt und geschult werden&quot;, erklärt Prof. Hahnel. </span></span></span></span></p>
Prof. Sebastian Hahnel leitet Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde<img alt="Prof. Dr. med.dent. Sebastian Hahnel leitet die Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde am Universitätsklinikum Leipzig." src="/presse/PressImages/pic_20180515084118_67a26d8726.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2018-05-14T22:00:00ZLeipzig. Die Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde am Universitätsklinikum Leipzig steht seit Kurzem unter neuer Leitung: Prof. Dr. med. dent. Sebastian Hahnel übernahm mit seiner Berufung auf den Lehrstuhl für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde auch die Poliklinikleitung. Sein Fachgebiet umfasst die Entwicklung und den Einsatz modernster Zahnprothesen. <p>Prof. Sebastian Hahnel wechselt vom Universitätsklinikum Regensburg nach Leipzig. Der gebürtige Bayer war dort nach dem Studium der Zahnmedizin und der Habilitation in der zahnärztlichen Prothetik tätig, unterbrochen von einem mehrmonatigen Forschungsaufenthalt in Dublin. 2011 vertiefte Hahnel dank eines Stipendiums seine Expertise auf dem Gebiet der Seniorenzahnmedizin.<br><br>Hier sieht der Spezialist für Prothetik auch künftig die besonderen Herausforderungen für sein Fachgebiet&#58; &quot;Das Alter, in dem heute Zahnersatz benötigt wird, hat sich erfreulicherweise nach oben verschoben&quot;, beschreibt Prof. Hahnel. &quot;Statt des vierzigjährigen Patienten, der eine Brücke braucht, haben wir immer mehr ältere Patienten.&quot; Auch die Zahl der chronisch kranken und pflegebedürftigen Zahnpatienten steigt in Folge der allgemeinen demografischen Entwicklung, zudem müssten Implantate oder Prothesen heute viel länger halten. Das alles bringt neue Anforderungen an Prothesen und deren Material mit sich.<br><br> Dieser Fragestellung widmet sich Prof. Sebastian Hahnel in seiner wissenschaftlichen Arbeit. Er erforscht unter anderem die Einsatzmöglichkeiten neuer innovativer Werkstoffe bei der Prothesenherstellung, um diese leichter und besser verträglich zu machen. Dazu gehört auch die Integration antimikrobieller Wirkstoffe, die eine Schutzwirkung im Mund der Patienten entfalten sollen. Und auch in der Ausbildung künftiger Zahnärzte, einer seiner zentralen Aufgaben, sieht Hahnel Veränderungsbedarf in Folge der zunehmenden Alterung der Patienten. <br><br>&quot;Wir erleben gerade einen Wandel unseres Berufsbilds&quot;, erklärt der 35-Jährige. &quot;Der Zahnarzt wird immer mehr zu einem aufsuchenden Arzt, der zum Patienten zum Beispiel ins Pflegeheim kommt.&quot; Darauf müssen Studenten vorbereitet werden. &quot;In Leipzig geschieht das bereits durch ein deutschlandweit einzigartiges Projekt - ein Praktikum für Zahnmedizinstudenten im Seniorenheim&quot;, zeigt sich Hahnel begeistert. Insgesamt müssten sich Zahnärzte künftig auch ganzheitlicher ihren oftmals an Mehrfacherkrankungen leidenden Patienten widmen können. &quot;Der Anteil an breiteren, allgemeinmedizinischen Kenntnissen bei Zahnärzten wird steigen müssen&quot;, glaubt Hahnel. &quot;Wir diskutieren dazu ja bereits ein breiter gefächertes Programm für das Studium.&quot;<br><br>Bereits breit aufgestellt ist der <a title="Prothetik" href="http&#58;//prothetik.uniklinikum-leipzig.de/" rel="ext" target="_blank">zahnmedizinische Bereich,</a> dessen Leitung der Vater von Zwillingen in Leipzig jetzt übernommen hat. Das Spektrum des Angebots reicht von der klassischen zahnärztlichen Prothetik sowie der Implantatprothetik über <a title="Spezialsprechstunden" href="http&#58;//prothetik.uniklinikum-leipzig.de/prothetik.site%2cpostext%2cSpezialsprechstunden.html" rel="ext" target="_blank">Sprechstunden</a> für Patienten mit allergischen Reaktionen und Materialunverträglichkeiten bei Zahnersatz bis hin zu Kiefergelenkserkrankungen. Eine Leipziger Besonderheit ist der große Bereich der Epithetik, wo spezielle Gesichtsprothesen hergestellt werden. Künftig will Prof. Sebastian Hahnel die interdisziplinäre Vernetzung der zahnärztlichen Werkstoffkunde mit externen und internen Partnern weiter ausbauen. &quot;Hier sehe ich gute Voraussetzungen, auch dank des sehr angenehmen kollegialen Miteinanders, das ich in diesen ersten Wochen hier am UKL erlebt habe.&quot;</p>
Eine Reise durch den Mund: Tag der offenen Tür in der Universitätszahnmedizin<img alt="Das markante Gebäude der Universitätszahnmedizin Leipzig an der Ecke Liebigstraße / Nürnberger Straße." src="/presse/PressImages/pic_20161027102619_75f9820626.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2016-10-26T22:00:00ZLeipzig. Einen Blick in ein Forschungslabor werfen, etwas über moderne 3D-Röntgendiagnostik lernen oder herausfinden, ob Mundgeruch wirklich messbar ist: Das alles ist möglich beim Tag der offenen Tür in der Universitätszahnmedizin am Sonnabend, 5. November. Vorträge, Führungen, Info-Stationen – für alle Altersgruppen ist etwas Interessantes dabei. Gerade bei den Stationen gilt: Anfassen und Mitmachen ist ausdrücklich erwünscht. <p>Von 14 bis 18 Uhr öffnen sich die Türen der <a href="http&#58;//zia.uniklinikum-leipzig.de/zia.site%2cpostext%2cuniversitaetszahnmedizin.html?PHPSESSID=o6f13vgii76ujnhsknqa5bfes3" rel="ext" target="_blank">Zahnklinik </a>in der Liebigstraße 12. Angesprochen sind interessierte Leipziger und Gäste aus dem Umland genauso wie Studierende der Leipziger Hochschulen und natürlich die Mitarbeiter der Universitätsmedizin. Im ersten Obergeschoss, da wo sonst die Studierenden ihre praktischen Übungen durchführen, warten 14 Informationsstationen auf neugierige Besucher. Zusätzlich werden Vorträge und geführte Besichtigungen angeboten.</p> <p><strong>Blick ins Zahninnere</strong></p> <p>So geht es im Stundenrhythmus ins Forschungslabor oder ins zahntechnische Labor. Kinder können unterdessen spielerisch den Zahnarztstuhl kennenlernen oder gemeinsam mit Mama und Papa Zähne putzen üben. In kurzen Vorträgen erfahren Interessierte beispielsweise, ob Implantate die besseren Zähne sind, was wirklich zu tun ist, wenn der Zahn ein Loch aufweist und welche Bedeutung Zähne und Kiefer eigentlich für das Schlucken und die Stimme haben.<br> Beim Rundgang durch die Info-Stationen im Behandlungsbereich der Studierenden kann mittels Dentalmikroskop ins Zahninnere geblickt werden, eine Intra-Oralkamera ermöglicht eine Reise durch den Mund und es gibt eine Antwort auf die Frage, ob Mundgeruch messbar ist. Eine Station informiert über Behandlungsmöglichkeiten bei Kiefer-Gesichts-Defekten, eine weitere über metallfreien Zahnersatz. Und wer möchte, schaut bei der virtuellen Konstruktion von Zahnersatz zu.</p> <p><strong>Anmeldung zur Untersuchung</strong></p> <p>Neben so viel Wissenswertem können alle Gäste ihren Besuch in der Liebigstraße auch mit etwas ganz Praktischem verbinden und sich für eine Zahnuntersuchung anmelden. Am Info-Stand im ersten Obergeschoss haben sie die Möglichkeit, direkt einen Termin für eine Erstuntersuchung mit Abschätzung des Behandlungsbedarfs zu vereinbaren.&#160;</p> <p>In dem 2012 eröffneten markanten Gebäude am Bayrischen Platz bietet das UKL seinen Patienten wissenschaftlich fundiert das gesamte Spektrum der Diagnostik und Therapie im Bereich der Zähne, des Mundes und des Gesichtes an.</p>
Wo starke Kräfte sinnlos pressen: Zu viel Knirschen macht Zähne langfristig kaputt<img alt="Dr. Oliver Schierz, Leiter des Bereichs Klinische Prothetik an der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde des Universitätsklinikums Leipzig, mit einem Kausimulator." src="/presse/PressImages/pic_20160825115212_547884cea6.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2016-08-24T22:00:00ZLeipzig. Gerade Zahnärzte müssen immer wieder feststellen, dass viele Menschen den Ausspruch "sich durch etwas durchbeißen müssen" viel zu wörtlich nehmen: Immer wieder pressen sie ihre Kiefer aufeinander, bewegen dabei den Unterkiefer und knirschen so mit den Zähnen. Auf Dauer tut dies den menschlichen Kauwerkzeugen nicht gut, auch Muskel- und Kiefergelenkschmerzen können auftreten. Häufige Ursache: Stress – und zwar sowohl situationsbedingter als auch chronischer Stress. <p>Wird mit den Zähnen geknirscht (Fachbegriff&#58; Bruxismus), zieht sich die Muskulatur rhythmisch zusammen, die Zahnreihen pressen sich aufeinander, und die mahlenden Bewegungen des Unterkiefers erzeugen das typische Geräusch. &quot;Dabei können Kräfte von bis zu 70 Kilogramm auf die Zähne einwirken&quot;, weiß Dr. Oliver Schierz, Leiter des Bereichs Klinische Prothetik an der <a href="http&#58;//prothetik.uniklinikum-leipzig.de/" rel="ext" target="_blank">Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde des Universitätsklinikums Leipzig</a>. Mit Hilfe von Zahlen verdeutlicht er, was Knirschen für das Gebiss bedeutet&#58; &quot;Betrachtet man den Zahnkontakt pro 24 Stunden, sprechen wir beim Kauen von acht Minuten, beim Schlucken von 15 Minuten und beim Zähneknirschen von bis zu zwei Stunden - bei viel höheren Kräften.&quot;</p> <p>Die Mediziner unterscheiden zwischen dem Knirschen am Tag und dem in der Nacht. Während nächtliches Knirschen mittlerweile als Schlafstörung angesehen wird und in den Übergängen zwischen den Schlafphasen auftritt, ist das Knirschen tagsüber meist ein Zeichen für Stress.</p> <p>&quot;Durch das Knirschen werden der Schläfen- und Wangenmuskel trainiert, was die wirkenden Kräfte unglücklicherweise sogar noch verstärkt&quot;, beschreibt Schierz einen ungewollten Effekt. &quot;Betroffene registrieren zwar oft das Knirschen, merken aber nicht, wie stark sie pressen&quot;, beschreibt er das Phänomen.</p> <p>Die Folgen jahrelangen Knirschens sind im wahrsten Sinn des Wortes messbar&#58; Die Zähne werden sichtbar kürzer, planer und somit scharfkantiger. Füllungen fallen heraus, Zahnersatz geht schneller kaputt. Auch werden die Zähne durch den Druck und die Bewegungen gestaucht, am Zahnhals können kleine Scherben abplatzen, wodurch dieser überempfindlich wird oder der Zahnnerv am Ende sogar absterben kann. Durch die hohen Kräfte sind die Kiefer chronisch überbelastet. Das führt zu Kaumuskel- und Kiefergelenkschmerzen, vor allem, wenn sowohl nachts als auch tagsüber geknirscht wird. Als Folge können migräneartige Kopfschmerzen entstehen.</p> <p>Was sollten Betroffene tun, um ihre Zähne zu schützen? &quot;Auch da müssen wir wieder zwischen Tag und Nacht unterscheiden&quot;, erläutert Dr. Schierz. &quot;Nachts ist es eine unbewusste Sache, auf die eigentlich kein Einfluss genommen werden kann. Zum Schutz ihrer Zähne sollten diese Menschen so genannte Aufbissschienen aus Kunststoff tragen.&quot; Statt der Zähne gehe so nur der Kunststoff kaputt, und der, so der UKL-Experte, könne eben viel leichter und kostengünstiger ausgetauscht werden.</p> <p>&quot;Tagesknirscher&quot; hingegen könnten versuchen, ihre Muskulatur in stressigen Situationen zu entspannen&#58; &quot;Man kann lernen, sich das Knirschen am Tage abzugewöhnen&quot;, meint Dr. Schierz. Als Beispiel für eine Methode nennt er autogenes Training. Eine weitere sei die Roter-Punkt-Methode&#58; &quot;Man bringt einen roten Punkt gut sichtbar an einem Ort im eigenen Alltag an, wo man bisher immer geknirscht hat. Das kann der Arbeitsplatz sein oder auch im Auto. Fällt dann der Blick auf diesen roten Punkt, sollte sich der Betroffene kurz selbst kontrollieren&#58; Presse ich gerade oder nicht?&quot; Ein positiver Effekt, ist sich der Mediziner sicher, stelle sich nach etwa zwei bis drei Monaten ein. Schienen wie in der Nacht kämen für die Knirscher am Tage nicht in Frage&#58; &quot;Mit diesen Kunststoffteilen lässt es sich einfach schlecht sprechen, und sie sind optisch auch nicht ansprechend&quot;, begründet Dr. Schierz.</p> <p>Und für Statistiker&#58; Kinder knirschen häufiger als Erwachsene und Frauen tun es genau so oft wie Männer.</p> <p>&#160;</p>

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