Team Tumorgenomik

Das Tumorgenomik-Team befasst sich mit der umfassenden molekulargenetischen Untersuchung von Tumorerkrankungen.

​​​​

Team

PD Dr. rer. nat. Julia Hentschel:

  • Teamleiterin der Tumorgenomik, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Humangenetik, Universitätsklinikum Leipzig AöR (seit 08/2026)
  • Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Humangenetik und Vorstandsmitglied der Forschungsgemeinschaft Mukoviszidose e. V. (seit 2025)
  • Mitglied der Promotionskommission der Medizinischen Fakultät des Universitätsklinikums Leipzig (seit 2025)
  • Mitglied der Fachhumangenetikerkommission der GfH (seit 2024)
  • Teamleitung Molekulargenetik, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Humangenetik, Universitätsklinikum Leipzig AöR (11/2013–07/2026)
  • Habilitation im Fach Experimentelle Medizin und Humangenetik (09/2021)
  • Qualifikation als European Clinical Laboratory Geneticist (ECLG; 2021)
  • Anerkennung als Fachhumangenetikerin (GfH, 2018)
  • Wissenschaftliche Tätigkeit im Mukoviszidose-Zentrum des Universitätsklinikums Jena (2010–2016)
  • Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Humangenetik Jena (2004–2009) mit Abschluss der Promotion im Bereich der molekularen Humangenetik (2008)
  • Studium der Biologie in Braunschweig und Jena (1998-2003)

Mein klinischer Schwerpunkt liegt in der genetischen Diagnostik bei Patienten mit Verdacht auf erbliches Tumorrisiko. Dabei stehen für mich eine Diagnostik auf höchstem fachlichem Niveau, orientiert am aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik, sowie die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Integration genetischer Erkenntnisse in den klinischen Alltag im Mittelpunkt. Wissenschaftlich beschäftige ich mich insbesondere mit der Genetik der Mukoviszidose und ihrem Einfluss auf Therapieentscheidungen sowie in der Onkologie mit familiärem Brust- und Eierstockkrebs und der Bedeutung polygenetischer Risikofaktoren. Für eine hohe Qualität und nachhaltige Weiterentwicklung der Humangenetik engagiere ich mich zudem in der Fachgesellschaft, in Leitlinienarbeit, der fachlichen Betreuung von Ringversuchen und in der Forschungsförderung auf nationaler Ebene.

M. Sc. Simone Ahting

  • Stellv. Teamleitung Tumorgenomik, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Humangenetik, Universitätsklinikum Leipzig AöR (seit 08/2026)
  • Stellv. Teamleitung Molekulargenetik, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Humangenetik, Universitätsklinikum Leipzig AöR (08/2024-07/2026)
  • Promotion, Institut für Humangenetik Leipzig – Thema: Cystische Fibrose im Wandel: Genetische Diagnostik und Therapieoptimierung durch Next-Generation-Sequencing-Technologien, betreut von PD Dr. rer. nat. habil. Julia Hentschel; gefördert durch ein Stipendium des Mukoviszidose e.V. (11/2023–04/2025); voraussichtlicher Abschluss Herbst 2026 (seit 12/2020)
  • Teamleitung Eingangslabor, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Humangenetik, Universitätsklinikum Leipzig AöR (08/2020–07/2024)
  • Master of Science Bioinformatik, Universität Leipzig, berufsbegleitend (10/2023–04/2025)
  • Hotel Management, The Gibson Hotel, Dublin, Irland (04/2018–03/2020)
  • Master of Science Molekulare Medizin, Trinity College Dublin, Irland – mit Auszeichnung (09/2016–12/2017)
  • Bachelor of Science Biochemie, Universität Jena (09/2012–10/2015)

Meine Arbeit verbindet molekulargenetische Diagnostik, vor allem der Tumorgenomik mit translationaler Forschung im Bereich der Zystischen Fibrose. Im Rahmen meiner Promotion beschäftige ich mich mit der Weiterentwicklung der genetischen CFTR-Diagnostik mittels Next-Generation-Sequencing sowie mit Fragestellungen zur Therapieoptimierung, unter anderem im Kontext moderner CFTR-Modulatortherapien. Neben meiner wissenschaftlichen Tätigkeit trage ich als stellvertretende Teamleitung der Tumorgenomik Verantwortung für die Keimbahn-, sowie die Somatikdiagnostik und arbeite daran, unser diagnostisches Spektrum stetig zu erweitern, um Patient:innen mit Tumorprädispositionssyndromen möglichst breit und fundiert betreuen zu können.​

M. Sc. Maike Karnstedt

Doktorandin / wissenschaftliche Mitarbeiterin

  • Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Humangenetik Leipzig (Team Molekulargenetik/ Tumorgenomik, seit 06/2026)
  • Doktorandin, Institut für Humangenetik Leipzig (GRIN-assoziierte Erkrankungen, seit 12/2024)
  • Medizinisch-technische Assistentin, Institut für Humangenetik Leipzig (10/2019-12/2024)
  • Research Assistant Evotec Göttingen (In vitro Pharmakologie, Transcriptomics, 11/2018-10/2019)
  • Master of Science Biodiversität, Evolution und Ökologie, Georg-August-Universität Göttingen (09/2016-10/2018)
  • Bachelor of Science Biologie, Universität Mainz/Göttingen (10/2012-09/2016)

Neben meiner Forschung zu GRIN-assoziierten Erkrankungen, in der ich mich mit phänotypischen Unterschieden zwischen GRIN-Genen, der Entwicklung von Kriterien zur Variantenklassifikation und therapeutischen Ansätzen beschäftige, engagiere ich mich in der Jungen Humangenetik und setze mich dort insbesondere für die Planung und Gestaltung von Veranstaltungen und den wissenschaftlichen Austausch ein.

Dr. rer. med. Rosanna Krakowsky

Ärztin in Weiterbildung – Humangenetik · Dr. rer. med. · M.Sc. Biochemie · B.Sc. Biowissenschaften

  • Ärztin in Weiterbildung, Institut für Humangenetik, Universitätsklinikum Leipzig (seit 2024)
  • Promotion (Dr. rer. med.), Universitätsklinikum Leipzig – Abteilung Hämatologie/Onkologie (2019)
  • Studium der Humanmedizin, Universität Leipzig, 2. Staatsexamen (2017–2023)
  • Master of Science Biochemie, Universität Leipzig (2013–2016)
  • Bachelor of Science Biowissenschaften, Universität Rostock (2010–2013)

Meine Arbeit verbindet klinisch-genetische Diagnostik, translationale Forschung und wissenschaftliches Engagement in der Facharztweiterbildung. Meine wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen im Bereich der Epigenetik und aktuell polygene Risikoscores (PRS).​

Leistungsumfang und Beispielbefunde

Ein Schwerpunkt liegt auf der Untersuchung von Keimbahnvarianten, die hinsichtlich ihrer möglichen Bedeutung für eine hereditäre Tumorprädisposition und ein damit verbundenes familiäres Tumorrisiko bewertet werden.

Ergänzend können somatische, im Tumorgewebe erworbene genetische Veränderungen untersucht werden. Diese Analysen können in bestimmten Fällen auch zur weiteren Einordnung unklarer Keimbahnbefunde beitragen. So kann beispielsweise untersucht werden, ob eine zunächst unklare Variante (VUS) funktionell oder biologisch mit der Tumorentstehung in Zusammenhang stehen könnte, etwa durch den Nachweis eines zweiten Ereignisses („Second Hit“) oder eines Verlusts des gesunden Allels (Loss of Heterozygosity, LOH).

Solche weiterführenden somatischen Analysen kommen insbesondere dann zum Einsatz, wenn die Fragestellung über das diagnostische Spektrum der routinemäßigen pathologischen Tumordiagnostik hinausgeht. Die Beurteilung einer möglichen hereditären Tumorprädisposition erfolgt dabei auf Grundlage der Keimbahndiagnostik; somatische Befunde können hierzu ergänzende Hinweise liefern. 

Auswertung

Unsere Auswertung richtet sich nach der klinischen und tumorbiologischen Fragestellung, die Sie als Einsender auf dem Anforderungsschein angeben. Wir berücksichtigen insbesondere:

  • Tumorentität und Erkrankungsalter: Passen seltene Keimbahnvarianten in den Genen des Tumorprädispositions-Panels zum Tumor und zum Erkrankungsalter?
  • Familienanamnese: Gibt es Hinweise auf ein familiär gehäuftes Auftreten von Tumorerkrankungen?
  • Spezifische Fragestellungen: Bei einem konkreten klinisch-genetischen Verdacht bitten wir um die Angabe der entsprechenden Gene auf dem Anforderungsschein. Diese können dann bei der Auswertung gezielter berücksichtigt werden.

Für eine möglichst aussagekräftige Auswertung bitten wir Sie Tumorentität, Erkrankungsalter und relevante Angaben zur Familienanamnese möglichst detailliert anzugeben.

Umfang der Keimbahnanalyse​

Die Analyse umfasst:

  • Sequenzvarianten (SNV)
  • Kopienzahlveränderungen (CNV)

Bei entsprechender Fragestellung kann ergänzend eine somatische Analyse des Tumorgewebes erfolgen. Diese kann beispielsweise dazu beitragen, den möglichen Zusammenhang einer Keimbahnvariante mit der Tumorentstehung zu beurteilen, etwa durch den Nachweis eines zweiten, somatisch erworbenen Ereignisses („Second Hit").

Segregationsanalyse in Familien

Bei Nachweis einer Keimbahnvariante mit möglicher Bedeutung für die Familie bieten wir die Testung weiterer Angehöriger an, um die Segregation der Variante mit der Erkrankung zu prüfen und die Risikoeinschätzung für Familienmitglieder zu präzisieren.

Reklassifikation von Varianten

Die Einstufung genetischer Varianten kann sich mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen ändern. Wir überprüfen daher bereits berichtete Varianten unklarer Signifikanz (VUS) regelmäßig gemäß den Vorgaben des Deutschen Konsortiums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs (DK-FBREK) und informieren Einsender:innen bzw. Patient:innen im Rahmen unseres Recall-Systems über klinisch relevante Neubewertungen.

Tumorboards / interdisziplinäre Fallbesprechung

Bei Fragestellungen an der Schnittstelle von Keimbahn- und Tumordiagnostik nehmen wir an interdisziplinären Tumorboards teil und stehen für die gemeinsame Fallbesprechung mit den behandelnden Fachdisziplinen zur Verfügung.

Eilige Diagnostik

Eine beschleunigte Bearbeitung ist auf Anfrage jederzeit möglich. Die Bearbeitungszeit für eilige Proben beträgt etwa zwei Wochen.

Zufallsbefunde

Genetische Untersuchungen können auch Befunde ergeben, die nicht unmittelbar mit der ursprünglichen Fragestellung zusammenhängen, aber für Patient:innen und deren Familien gesundheitlich relevant sein können. Solche Zufallsbefunde werden – sofern gewünscht – entsprechend den aktuellen Empfehlungen des American College of Medical Genetics and Genomics (ACMG) mitgeteilt.

Forschung / wiss. Projekte

Unsere Forschungsschwerpunkte sind, u.a.:

  • Charakterisierung des Zusammenspiels von Keimbahn- und somatischen Veränderungen bei Tumorerkrankungen, insbesondere Nachweis eines pathogenetischen Zusammenhangs (z. B. second hit, Loss of Heterozygosity) bei Varianten unklarer Signifikanz in Prädispositionsgenen
  • Klassifikation und Neubewertung von Varianten unklarer Signifikanz (VUS) im Kontext hereditärer Tumorprädispositionssyndrome
  • Etablierung und Weiterentwicklung somatischer Sequenzierungsansätze zur Ergänzung der Keimbahndiagnostik
  • Polygene Risikoscores bei Tumorprädisposition

Für weitere Details verweisen wir auf die Seite zur Forsc​hung am Institut.

Interessierte Student:innen, die eine medizinische Doktorarbeit in der Humangenetik absolvieren möchten (bzw. Bachelor-, oder Masterarbeit), sind herzlich eingeladen, sich bei uns zu bewerben. Weitere Details sind auf der Seite zur Fors​chung am Institut hinterlegt (Rubrik Medizinische Doktorarbeit / Masterarbeit in der Humangenetik). Hier finden Sie auch Feedback ehemaliger Doktorand:innen in der Humangenetik.

Philipp-Rosenthal-Str. 55, Haus W (Institut), Semmelweisstraße 14, Haus 14 (Sprechstunde)
04103 Leipzig
Institut:
0341 - 97 23800
Fax:
0341 - 97 23819
Map