Viele Menschen mit Mukoviszidose werden durch genetische Untersuchungen diagnostiziert, bei denen Veränderungen im CFTR-Gen nachgewiesen werden. Diese genetischen Tests erfassen jedoch nicht immer alle möglichen Varianten.
Besonders sogenannte Komplexallele – also mehrere genetische Veränderungen auf demselben Chromosom – bleiben manchmal unentdeckt. Solche Varianten können die Funktion des CFTR-Proteins beeinflussen und möglicherweise auch den Verlauf der Erkrankung sowie das Ansprechen auf moderne Therapien verändern.
Die heute häufig eingesetzte Dreifachtherapie Elexacaftor/Tezacaftor/Ivacaftor (ETI, Kaftrio) verbessert bei den meisten Betroffenen den Chloridtransport, senkt den Schweißchloridwert und führt zu einer besseren Lungenfunktion und Lebensqualität. Bei einem kleinen Teil der Patientinnen und Patienten ist der Therapieeffekt jedoch geringer als erwartet.
Ziel des Projekts:
Ziel unseres Projekts ist es zu verstehen, warum manche Menschen mit Mukoviszidose weniger stark auf ETI ansprechen.
Wir untersuchen insbesondere Personen, bei denen unter der Therapie
- der Schweißchloridwert nur gering sinkt (weniger als etwa 10–15 mmol/l) oder
- aus ärztlicher Sicht ein insgesamt geringes Therapieansprechen beobachtet wird.
Durch umfassende genetische Analysen möchten wir herausfinden, ob bisher unentdeckte Varianten oder Komplexallele im CFTR-Gen eine Rolle spielen.
Wie läuft die Studie ab?:
Die Studie erfolgt in Zusammenarbeit mit Mukoviszidose-Zentren in ganz Deutschland sowie dem deutschen Mukoviszidose-Register.
Patientinnen und Patienten können teilnehmen, wenn sie:
- eine Mukoviszidose-Diagnose haben
- mit ETI (Kaftrio) behandelt werden
- und nur gering oder ungewöhnlich auf die Therapie ansprechen
Bei einem regulären Ambulanztermin wird zusätzlich eine Blutprobe entnommen.
Aus dieser Probe wird DNA isoliert, um das CFTR-Gen detailliert zu untersuchen. Ziel ist es, bisher nicht erkannte genetische Varianten zu identifizieren, die möglicherweise Einfluss auf die Erkrankung oder das Therapieansprechen haben.
Warum ist diese Forschung wichtig?:
Bisher wurde in Deutschland nicht systematisch untersucht, wie häufig CFTR-Komplexallele bei Menschen mit Mukoviszidose vorkommen und welchen Einfluss sie auf moderne Therapien haben.
Unsere Studie soll helfen zu verstehen:
- wie häufig solche genetischen Varianten vorkommen
- warum manche Menschen weniger gut auf ETI ansprechen
- wie genetische Unterschiede den Therapieerfolg beeinflussen
Ausblick:
Die Ergebnisse des Projekts können dazu beitragen,
- die genetische Diagnostik bei Mukoviszidose zu verbessern
- das Therapieansprechen besser zu verstehen
- und langfristig personalisierte Behandlungsstrategien zu entwickeln.
Damit möchten wir dazu beitragen, die Behandlung weiter zu verbessern und die Lebensqualität von Menschen mit Mukoviszidose zu erhöhen.
Dokumente: