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Myomsprechstunde

Was sind Myome der Gebärmutter?

​Myome sind häufige und gutartige Geschwulste, welche von der Muskulatur der Gebärmutter ausgehen und unter dem Einfluss weiblicher Geschlechtshormone entstehen und wachsen. Myome können schnell oder langsam wachsen und teilweise sehr zahlreich und sehr groß werden. Abhängig von deren Größe oder Lage innerhalb der Gebärmutter können Myome verschiedene, teils sehr beeinträchtigende Beschwerden hervorrufen. Diese Beschwerden verschwinden in aller Regel nach den Wechseljahren durch den Abfall der weiblichen Hormone und das dadurch bedingte Schrumpfen der Myome. Jedoch kommt es nicht selten in den Jahren vor der Menopause zu einem  deutlichen Wachstum dieser Muskelknoten, sodass die Beschwerden in diesem Lebensabschnitt häufig besonders ausgeprägt sind.

Eine bösartige Entartung von Myomen kommt, auch wenn diese schnell wachsen oder besonders groß werden, in weniger als 1 Prozent der Fälle vor.

Typische Myombeschwerden

​Zu den typischen Myombeschwerden gehören:

  • verlängerte und / oder verstärkte Menstruationsblutungen
  • Druck- oder Schweregefühl im Becken
  • Schmerzen im unteren Rücken, in die Beine ziehend oder beim Geschlechtsverkehr
  • Vermehrter Harndrang durch Druck der Myome auf die Blase
  • Blähungen oder Obstipation durch Druck der Myome auf den Darm

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

​Medikamentöse Therapie

Da das Myomwachstum von der Stimulierung durch weibliche Geschlechtshormone abhängig ist, ergibt sich hierdurch die Möglichkeit einer Therapie mit Medikamenten. Wirkstoffe wie die GnRH-Analoga stellen eine dieser Möglichkeiten dar und hemmen das hormonbedingte Wachstum der Myome, können jedoch wegen deren Nebenwirkungen (z.B. Abnahme der Knochendichte durch den verursachten Östrogenmangel) maximal 3 - 6 Monaten verabreicht gegeben werden.

Das neuere Präparat "Esmya" (Wirkstoff: Ulipristalacetat) wird aktuell wegen des laufenden Risikobewertungsverfahrens nicht mehr empfohlen (siehe aktuellen Rote-Hand-Brief der BfArM).

Magnetresonanztomographie-gesteuerter, fokussierter Ultraschall (MRgFUS) / MR-gesteuerter hochintensiver fokussierter Ultraschall (HIFU)

Bei diesem Verfahren handelt es sich um eine relativ neue Therapieoption, welche ebenfalls ohne Hautschnitt oder Narkose auskommt. Gestützt durch die MRT-Bildgebung werden energiereiche Ultraschallwellen von außerhalb des Körpers auf die zu behandelnden Myome konzentriert. Dadurch kommt es zu einer Erhitzung des Zielgewebes auf 60° bis 80° Celsius und zur Zerstörung der Myomzellen. Angrenzendes gesundes Gewebe bleibt dabei unverletzt. Trotz hoher Effektivität eignen sich nicht alle Patientinnen für diese Therapie. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn die zu behandelnden Myome sehr zahlreich, sehr groß oder etwa zu weit von der Bauchdecke entfernt sind. Diese Therapieoption findet in enger Zusammenarbeit mit der Klinik für interventionelle Radiologie statt.

Embolisation der Arteria uterina

Dieses minimalinvasive gebärmuttererhaltende Verfahren stellt eine Behalndlungsalternative insbesondere für Patientinnen mit eingeschränkter Operabilität und mit mehrfachen Voroperationen im Bauchraum dar. Bei dieser Methode werden jene Arterien, welche das Myom versorgen, aufgesucht und mittels einer speziell hierfür hergestellten Substanz verschlossen (embolisiert). Diese Therapie findet ebenfalls in Zusammenarbeit mit unserer Klinik für interventionelle Radiologie statt.

Operative Hysteroskopie

Myome, welche direkt unter der Gebärmutterschleimhaut und somit gut von der Gebärmutterhöhle erreichbar sind, lassen sich häufig mittels einer Gebärmutterspiegelung erfolgreich entfernen. Unter Einsatz einer schmalen Kamera, welche in die Gebärmutterhöhle eingeführt wird, lassen sich diese Myome mit einer elektrischen Schlinge effektiv entfernen. Zwar braucht man bei dieser Operation keinen Hautschnitt, jedoch ist eine kurze Narkose und gegebenenfalls ein kurzer stationärer Aufenthalt notwendig.

Myomentfernung mittels Bauchspiegelung oder Bauchschnitt

Liegen Myome in der Gebärmutterwand oder an der Gebärmutteroberfläche, so sind diese häufig nur über die Bauchhöhle erreichbar und somit ohne Bauchschnitt nicht zu entfernen. Wird bei einer Operation nur das Myom entfernt und die Gebärmutter erhalten, so spricht man hierbei von einer Myomenukleation. Diese kann oft mittels einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) erfolgen. Hierbei wird durch einen kleinen Schnitt am Bauchnabel eine Kamera und durch zwei kleine Schnitte im rechten und linken Unterbauch die weiteren benötigten Instrumente eingeführt. Ist jedoch ein Myom sehr groß oder schwer mit einer Bauchspiegelung zugänglich, so bleibt als einzige operative Möglichkeit der Bauchschnitt (Laparotomie). Eine neue Operationsmöglichkeit an der Universitätsfrauenklinik Leipzig stellt das sogenannte Da-Vinci-Operationssystem (roboter-assistiertes Chirurgiesystem) dar, welches erweiterte Operationsmöglichkeiten mit minimaler Invasivität kombiniert.

Gebärmutterentfernung (Hysterektomie)
Hierbei handelt es sich um die radikalste, jedoch gleichzeitig auch die effektivste Therapiemethode. Die vollständige Entfernung der Gebärmutter samt ihrer Myome führt zu einem sicheren Ende der Beschwerden, ist jedoch mit einer Operation und einem mehrtägigen Krankenhausaufenthalt verbunden. Abhängig von der Größe der Gebärmutter/Myome führen wir diese Operation mittels Bauchspiegelung, Bauchschnitt oder Da-Vinci-System durch.

Was passiert in der Myomsprechstunde?

​Zu Anfang wird mit jeder Patientin eine ausführliche Anamnese durchgeführt, mittels der wir Beschwerden, Leidensdruck und individuelle Wünsche erfragen. Dieser folgt eine vollständige gynäkologische Untersuchung samt eines Ultraschalles, um erste Informationen über die Beschaffenheit der Myome zu sammeln. Im Anschluss findet ein ausführliches Gespräch gegebenenfalls zusammen mit einer Radiologenin / einem Radiologen statt, in der die verschiedenen Therapieoptionen erörtert und deren Erfolgschancen bzw. Nebenwirkung diskutiert werden. Abschließend planen wir die gewählte Therapie, welche am besten den Wünschen der Patientin entspricht. 

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