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Nachweis von disseminierten Tumorzellen im Knochenmark zur prognoseverbessernden Therapie von Patientinnen mit Mammakarzinom

Auch viele Jahre nach erfolgreicher Therapie des Primärtumors, sind etwa 30 % der Mammakarzinom-Patientinnen von einem Rezidiv betroffen. Ein möglicher Grund dafür könnte die hämatogene Tumor-Verbreitung im frühen Stadium der Erkrankung sein, wenn sich einzelne Tumorzellen vom Primarius absiedeln und über das Lymphsystem bzw.  die Blutbahn zu entfernten Organen wie Leber und Lunge gelangen, wo sie dann Metastasen bilden. Im Knochenmark bilden diese Zellen sogenannte Mikrometastasen, wobei sie in einen Ruhezustand übergehen. In diesem „schlummernden" Zustand können die Tumorzellen nicht von der auf stark proliferierende Zellen wirkenden Chemotherapie vernichtet werden, sodass sie „persistent" bleiben und zu einem späteren Zeitpunkt in das Blutsystem rezirkulieren und somit Metastasen verursachen können. Im Knochenmark nachweisbare Tumorzellen, die sogenannten „disseminierten Tumorzellen" (DTCs), sind bei etwa 40% der Brustkrebspatientinnen zum Zeitpunkt der Diagnose detektierbar und stellen  einen unabhängigen prognostischen Faktor für das Wiederauftreten der Erkrankung dar.

Mit dem Ziel, die Prognose von Patientinnen mit Mammakarzinom durch erweiterte therapeutische Optionen zu verbessern, haben wir in unserem Forschungslabor eine automatisierte Methode zum Nachweis von Pan-Cytokeratin-positiven Zellen im Knochenmark etabliert. Der positive Nachweis von DTCs im Knochenmark  muss kein ungünstiger Prognosefaktor für Brustkrebspatientinnen sein. Im Laufe der Jahre konnte anhand verschiedenen Studien belegt werden, dass Patientinnen mit positivem DTC-Nachweis im Knochenmark und Einnahme von Bisphosphonaten die gleiche Prognose hatten wie Patientinnen, bei denen keine Zellen nachgewiesen werden konnten. Der DTC-Status scheint prädiktiv für die Effektivität einer Bisphosphonat-Behandlung zu sein. Zukünftig könnten diese Behandlungen mit zielgerichteten Therapien kombiniert werden. Auch in diesem Setting sollten die DTCs als geeignete nicht-invasive Biomarker in Betracht gezogen werden. 

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