Forschungsschwerpunkte
Kraniofaziale Anomalien und seltene Syndrome (interdisziplinäre Sprechstunde)
Ein zentraler Fokus der klinischen Forschung liegt auf der interdisziplinären Diagnostik und Versorgung von Patientinnen und Patienten mit angeborenen kraniofazialen Anomalien (z. B. Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, Oligodontie) sowie seltenen kraniofazialen Erkrankungen in Zusammenarbeit u. a. mit MKG-Chirurgie, Humangenetik, Pädiatrie und HNO. In einer spezialisierten Sprechstunde werden Befunde longitudinal erfasst, klinisch und bildgebend ausgewertet und der Behandlungsverlauf strukturiert dokumentiert. Bei auffälligen kraniofazialen Phänotypen wird eine systematische humangenetische Abklärung angestrebt (Gen-Panel-Analysen/Whole-Exome-Sequenzierung), um Diagnostik und Therapie mechanistisch zu fundieren und personalisierte Versorgungspfade zu ermöglichen.
Digitale Kieferorthopädie und digitale Therapieplanung
Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die Evaluation digitaler Workflows in der Kieferorthopädie. Die Poliklinik für Kieferorthopädie untersucht in klinischen Studien die Qualität, Passgenauigkeit und Effizienz von CAD/CAM-Verfahren zur Herstellung kieferorthopädischer Apparaturen, insbesondere Retainern, einschließlich potenzieller Nebenwirkungen und klinischer Ergebnisparameter. Ergänzend werden in Kooperation mit der MKG-Chirurgie klinische Studien zur digitalen Planung und Ergebnisbewertung bei Patientinnen und Patienten mit ausgeprägten Dysgnathien durchgeführt – perspektivisch auch unter Einbezug KI-basierter Verfahren zur Behandlungsplanung und Qualitätskontrolle.
Patientenorientierte Versorgungsforschung und Lebensqualität (LIFE CHILD)
Die Poliklinik für Kieferorthopädie bearbeitet
patientennahe Fragestellungen der Versorgungsforschung in Kooperation mit der
Poliklinik für Kinderzahnheilkunde. Im Rahmen der Leipziger LIFE CHILD-Studie
wird insbesondere untersucht, wie Zahn- und Kieferfehlstellungen sowie
Gesichts- und Zahnasymmetrien die mundgesundheitsbezogene Lebensqualität im
Kindes- und Jugendalter beeinflussen. Ziel ist es, diese Erkenntnisse in
evidenzbasierte Präventions- und Versorgungskonzepte zu überführen.
Prof. Dr. Dr. Till Köhne
Klinikdirektor
Telefon: 0341 - 97 21050
E-Mail: kfo@medizin.uni-leipzig.de