Dissertationsthemen

​​​​Der Stellenwert einer medizinischen Dissertation ist hoch einzuschätzen. Unsere Klinik bietet für Promovenden hervorragende Möglichkeiten, klinische und experimentelle Forschungsarbeit zu leisten und diese mit einer Promotion abzuschließen.

Wir würden uns freuen, falls Sie Interesse haben, sich in einem Forschungsprojekt der Klinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie einzubringen und eine medizinische Dissertation zu verfassen. Bitte wenden Sie sich mit kurzer Darlegung Ihrer Vorstellungen nach Möglichkeit per E-Mail an das Sekretariat.

Univ.-Prof. Dr. med. Ines Gockel, MBA
Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie
Liebigstraße 20 
D - 04103 Leipzig

E-Mail: chi2@medizin.uni-leipzig.de

 

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*** Aktuell ***

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Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie 

Promotionsangebot für Medizinstudierende

​Titel:
„Untersuchung von Änderungen des Lipidmetabolismus in der malignen Transition von der hepatischen Steatose zum hepatozellulären Karzinom"

Hintergrund:
Das hepatozelluläre Karzinom (HCC) ist die weltweit dritthäufigste Krebstodesursache. Es entsteht in vorgeschädigtem Lebergewebe, vorwiegend auf dem Boden chronischer Lebererkrankungen oder einer Leberzirrhose. Die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) entwickelt sich in westlichen Gesellschaften zur führenden Ursache chronischer Lebererkrankungen, wobei das NAFLD-assoziierte HCC gehäuft bereits in der nicht-zirrhotischen Leber auftritt (1).

Im Rahmen der Hepatokarzinogenese kommt es zu weitreichenden metabolischen Umstellungen auf zellulärer Ebene. HCC-Zellen weisen u.a. einen Shift im Glucosemetabolismus in Richtung anaerobe Glycolyse (sog. Warburg-Effekt) auf. Unsere Arbeitsgruppe konnte kürzlich zeigen, dass derartige metabolische Anpassungen bereits im prämalignen Stadium beobachtet werden können (2). Auch auf Ebene des Lipidstoffwechsels kommt es zu Änderungen, die sich bereits in prämalignen Stadien abzuzeichnen scheinen (3). Dies ist Gegenstand aktueller Untersuchungen.

Primären humane Hepatozyten (PHHs) gelten als Goldstandard für modellhafte in vitro-Analysen des Leberstoffwechsels. In unserer Arbeitsgruppe sind die Isolierung und Kultivierung von PHHs als auch die Isolierung von primären HCC-Zellen (PHCs) etablierte Verfahren (2, 4). In der Vergangenheit wurde ein in vitro-Modell der Steatosis hepatis in der Arbeitsgruppe etabliert (5, 6). Mit der transfizierten Primärzelllinie HepaFH3 steht uns zudem ein Modell für ein prämalignes Stadium des HCC zur Verfügung (7). 

Aufgabenstellung:
Das Ziel der hier ausgeschriebenen experimentellen Promotionsarbeit ist es, Änderungen des Lipidmetabolismus in steatotischen PHHs und HepaFH3-Zellen zu untersuchen und mit PHCs zu vergleichen. Hierzu sollen zunächst HepaFH3-Zellen anhand eines gut etablierten Protokolls kultiviert und verfettet werden. Die verschiedenen Phasen des Lipidmetabolismus (Fettsäureaufnahme, -oxidation, Liponeogenese und Lipidexkretion) sollen anhand molekularbiologischer Methoden (RT-qPCR, Proteinanalyse, biochemische Assays, Fluoreszenzmikroskopie) untersucht werden. Es sollen zudem PHHs und PHCs aus Lebergeweben von Patient:innen, die am Department für Hepatobiliäre Chirurgie und Viszerale Transplantation eine Leberresektion erhalten, isoliert werden. An diesen sollen vergleichende Analysen zu relevanten Ergebnissen aus den HepaFH3-Experimenten erfolgen.

Für die Dauer der Experimente sollten zwei Freisemester eingeplant werden. Der Beginn der Arbeit ist für das Sommersemester 2023 (bzw. für die methodische Einarbeitung die vorausgehende vorlesungsfreie Zeit) vorgesehen. 

Interessierte melden sich bitte bei:
Dr. med. Lena Seidemann (lena.seidemann@medizin.uni-leipzig.de)
oder
​Gerda Schicht (gerda.schicht@medizin.uni-leipzig.de) 
Department für Hepatobiliäre Chirurgie und Viszerale Transplantation
Forschungslabor am SIKT (AG Seehofer)
Philipp-Rosenthal-Strasse 55, 04103 Leipzig 

Quellen:
1. Younossi ZM: Non-alcoholic fatty liver disease - A global public health perspective. J Hepatol 2019; 70(3): 531–44.

2. Schicht G, Seidemann L, Haensel R, Seehofer D, Damm G: Critical Investigation of the Usability of Hepatoma Cell Lines HepG2 and Huh7 as Models for the Metabolic Representation of Resectable Hepatocellular Carcinoma. Cancers (Basel) 2022; 14(17).

3. Balakrishnan K: Hepatocellular carcinoma stage: an almost loss of fatty acid metabolism and gain of glucose metabolic pathways dysregulation. Med Oncol 2022; 39(12): 247.

4. Kegel V, Deharde D, Pfeiffer E, Zeilinger K, Seehofer D, Damm G: Protocol for Isolation of Primary Human Hepatocytes and Corresponding Major Populations of Non-parenchymal Liver Cells. J Vis Exp 2016(109): e53069.

5. Rennert C, Heil T, Schicht G, et al.: Prolonged Lipid Accumulation in Cultured Primary Human Hepatocytes Rather Leads to ER Stress than Oxidative Stress. Int J Mol Sci 2020; 21(19).

6. Seidemann L, Krüger A, Kegel-Hübner V, Seehofer D, Damm G: Influence of Genistein on Hepatic Lipid Metabolism in an In Vitro Model of Hepatic Steatosis 2021.

7. Scheffschick A, Babel J, Sperling S, et al.: Primary-like Human Hepatocytes Genetically Engineered to Obtain Proliferation Competence as a Capable Application for Energy Metabolism Experiments in In Vitro Oncologic Liver Models. Biology 2022; 11(8): 1195.
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 *** Ausschreibung Dissertationsstelle für Medizinstudenten/innen ***

Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie

Titel: Die Funktion von Cd97 im allergischen Asthma

Inhalt/Beschreibung: Die Inzidenz und Prävalenz des allergischen Asthmas hat sich in den westlichen Industriestaaten innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte nahezu verdoppelt. CD97 ist ein Adhäsions-GPCR, der im Menschen und in der Maus sehr stark im Lungenepithel exprimiert wird. Wir sehen in Asthmamodellen der Maus, dass ein Verlust von Cd97 (Cd97-/-) zu einer deutlichen Verschlechterung des Asthmas führt und klären z. Z. die zugrundliegenden (Immun)Mechanismen.
In der Dissertation stehen funktionelle Untersuchungen mit isolierten Leukozyten von Wildtyp und Cd97-/- Mäusen im Mittelpunkt. 
Dieses Thema richtet sich an eine/n engagierte/n Medizinstudenten/in, der/die Immunologie spannend findet und in einem DFG-geförderten Projekt einen interessanten Teilaspekt der Ursachen des allergischen Asthmas mit uns klären möchte.

Zeitraum: Wir freuen uns auf einen/eine Medizinstudenten/in mit bisher sehr guten-guten Studienleistungen für diese experimentelle Arbeit, die in 1-2 Freisemester(n) realisierbar ist.

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Titel:  Die Funktion von CD97 im Lungenepithel

Inhalt/Beschreibung: Die Lungen-spezifische Funktion von CD97, einem Adhäsions-GPCR mit hoher Expression im Lungenepithel, ist unbekannt. Wir haben in zwei Lungentumorzelllinien, die sich jeweils aus Alveozyten Typ I (AT1) und AT2 Zellen ableiten, CD97 ausgeschaltet und neue stabile CD97-defiziente Linien generiert. In der Dissertation sollen diese Linien funktionell charakterisiert werden.

Zeitraum:​ Wir freuen uns auf einen/eine Medizinstudenten/in mit bisher sehr guten-guten Studienleistungen für diese experimentelle Arbeit, die in 1-2 Freisemester(n) realisierbar ist.

Interessenten/innen melden sich bitte bei:
Experimentelle Chirurgie
Prof. Dr. Gabriela Aust
Universität Leipzig, Medizinische Fakultät, Department für Operative Medizin
Forschungslaboratorien der Chirurgischen Kliniken; ZFG, E1
Liebigstraße 19, 04103 Leipzig
Telefon: 0049-341 - 97 17555
E-Mail:  gabriela.aust@medizin.uni-leipzig.de​

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Titel: Nrf2: Ein potenzielles Target für die Therapie des ösophagealen Adenokarzinoms

Inhalt/Beschreibung: In den letzten Jahrzehnten war die Inzidenz des ösophagealen Adenokarzinoms (EAC) in den westlichen Industrienationen von einem starken Anstieg geprägt. Das Ansprechen des EACs auf Chemotherapeutika ist relativ niedrig und die 5-Jahresüberlebsrate liegt bei 50 Prozent. Daher ist es notwendig, neue Therapieoptionen und -strategien zu entwickeln. Der Transkriptionsfaktor Nrf2 reguliert die Expression von Proteinen, die die Zelle vor allem vor oxidativem Stress schützt. Wir wollen untersuchen, welchen Einfluss die Nrf2-Aktivität auf die Chemosensitivität von ösophagealen Adenokarzinomzelllinien hat und ob eine Deaktivierung zu einer erhöhten Chemosensitivität in den Zellen führt.

Aufgabenstellung:

  • Kultivierung der ösophagealen Zelllinien
  • Durchführung von Transfektionsexperimenten und Behandlung der Zellen mit Chemotherapeutika
  • Auswertung der Versuche mit molekularbiologischen und biochemischen Methoden (Expressionsanalysen, Proteinanalysen, FACS, ELISA etc.)

Nach einer initialen und intensiven methodischen Einarbeitung folgt eine selbstständige Arbeit innerhalb der gegebenen Fragestellung. In der Arbeitsgruppe findet ein wöchentliches Laborseminar statt, in dem die Ergebnisse besprochen und diskutiert werden.

Zeitraum: ca. 8 - 12 Monate, ab sofort

Interessenten/innen melden sich bitte bei:
Dr. René Thieme
Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie
Zentrales Forschungsgebäude, Liebigstraße 19
Telefon: 0341 - 97 20809
E-Mail:  rene.thieme@medizin.uni-leipzig.de

Liebigstraße 20, Haus 4
04103 Leipzig
Telefon:
0341 - 97 17200
Fax:
0341 - 97 17209
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