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Pressemitteilungen

 

 

Blut, Sauerstoff, Nahrung: Modernes Organperfusionsgerät bereitet Spenderlebern auf<img alt="In diesem vollautomatisierten Organperfusionsgerät kann das Innere des menschlichen Körpers fast perfekt nachgebildet werden. Operateure haben so mehr Zeit für eine Transplantation. Neben dem Leipziger Uniklinikum besitzen derzeit bundesweit nur zwei weitere Zentren eine solche Maschine." src="/presse/PressImages/pic_20200907111748_69ac34a401.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-09-06T22:00:00ZLeipzig. Neue Hoffnung für Patienten auf der Warteliste zur Lebertransplantation: Als einem von derzeit bundesweit nur drei Zentren steht dem Universitätsklinikum Leipzig (UKL) seit Kurzem für Lebertransplantationen ein vollautomatisiertes Organperfusionsgerät zur Verfügung. Es ermöglicht die maschinelle Perfusion (Durchspülung) einer Spenderleber. Dank dieses Geräts können die die Experten des Transplantationszentrums am UKL die Organfunktion bereits vor der Transplantation genauer beurteilen und müssen daher weniger Organe ablehnen. <p>Seit über 25 Jahren werden am UKL Lebern erfolgreich <a href="/einrichtungen/transplantationszentrum">transplantiert</a>. Zunehmend sehen sich die Mediziner mit einer abnehmenden Qualität der Spenderorgane konfrontiert. &quot;Die Spender werden älter und kränker und damit auch ihre Lebern&quot;, erläutert Dr. Sebastian Rademacher, Oberarzt des Bereichs <a href="/einrichtungen/vttg/hepatobiliäre-chirurgie-viszerale-transplantation">hepatobiliäre Chirurgie und viszerale Transplantation</a>. Hinzu kommt die Tatsache, dass Deutschland in Europa Schlusslicht beim Spenderaufkommen ist. 15 bis 30 Prozent aller gespendeten Organe können in westlichen Industrieländern derzeit aufgrund einer relevanten Vorschädigung der Spenderleber, zum Beispiel einer stärkeren Verfettung, nicht transplantiert werden&#58; &quot;Dem wollen und müssen wir entgegenwirken.&quot;&#160;<br>Geforscht wird an der Organperfusion bereits seit vielen Jahren, nun ist die Technologie sehr weit fortgeschritten. &quot;Es ist immer noch ein neues, aber ein zugelassenes und sicheres Verfahren&quot;, betont Dr. Rademacher daher.&#160;<br><br></p> <p>Bisher haben Transplanteure ungefähr 12 bis 14 Stunden Zeit, um ein entnommenes Organ wieder zu verpflanzen.&#160;In einem Organperfusionsgerät kann jedoch das Innere des menschlichen Körpers fast perfekt nachgebildet werden. So kommt die vorher bei 4 Grad Celsius gelagerte Leber erst einmal in die moderne Maschine. In diese werden zuvor Blutkonserven und Nährstoffe gegeben. Das Organ wird dann über Kanülen und Schläuche an das Gerät angeschlossen und mit dem Blut durchspült (&quot;perfundiert&quot;). Eine eingebaute &quot;künstliche Lunge&quot; versorgt dieses Blut mit Sauerstoff. Auf solche Weise wird ein fast kompletter Organismus simuliert.&#160;<br>&quot;Mit diesem Gerät prüfen wir auch Organe, die wir bisher nicht genommen hätten, das schafft sehr viel Sicherheit für den Patienten&quot;, erläutert Oberarzt Rademacher. &quot;Nach vier Stunden können wir sehen, ob das Organ funktioniert oder nicht. Wenn es funktioniert, haben wir nach vier Stunden eine wieder gut aufbereitete Leber.&quot;<br>Weiterer großer Vorteil&#58; Der zeitliche Druck ist viel geringer, weil die Leber durch die Maschine gut versorgt wird - bis zu 24 Stunden. So können die Mediziner die eigentliche Transplantation in Ruhe vorbereiten und durchführen.&#160;</p> <p>Eingesetzt wird das Organperfusionsgerät trotz der vielen Vorteile aus Kostengründen nur bei denjenigen Organen und Patienten, bei denen es die größten Vorteile bringt, so zum Beispiel bei Organen, welche bereits relativ lang gelagert worden sind oder bei Patienten, bei denen die Transplanteure aus logistischen Gründen mehr Zeit brauchen. Das Verfahren ist nicht preiswert, die Krankenkassen tragen bisher nicht die Kosten dafür, sondern das UKL selbst. &quot;Doch wegen der großen Vorteile für die Betroffenen möchten wir es anbieten&quot;, sagt Dr. Rademacher.&#160;<br><br></p> <p>Zwei Durchläufe hat das neue UKL-Gerät bereits absolviert. Beide waren erfolgreich, wenn auch in unterschiedliche Richtungen&#58; &quot;Der erste Fall war erfolgreich für den Patienten, der eine neue Leber transplantiert bekam. Auch der zweite Fall kann als Erfolg eingeordnet werden. Hier zeigte die Maschine, dass das Organ nicht transplantabel war.&#160;<br>Auch die Erfahrungen, die man zum Beispiel in Münster, neben Frankfurt und nun Leipzig eines der drei Zentren in Deutschland, wo dieses spezielle Gerät zum Einsatz kommt, seien sehr positiv gewesen. &quot;Eigentlich wollten wir bereits vor Monaten loslegen, doch das Coronavirus brachte auch hier alles durcheinander&quot;, meint Rademacher.&#160;</p>
3D-Modelle helfen bei schwierigen Tumor-Operationen in der UKL-Viszeralchirurgie<img alt="Privatdozent Dr. Boris Jansen-Winkeln, Stellvertretender Leiter des Bereichs Viszeralchirurgie am UKL, mit dem Modell eines Beckens mit dem Rezidivtumor (pink eingefärbt)." src="/presse/PressImages/pic_20200828105504_5b8c484824.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-08-27T22:00:00ZLeipzig. In der Bauchchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) hat jetzt auch der 3D-Druck Einzug gehalten. Mit patientengetreu erstellten Kunststoffmodellen gelingt gerade bei Tumor-Operationen im kleinen Becken eine optimale Visualisierung der individuellen anatomischen Verhältnisse, sagt Privatdozent Dr. Boris Jansen-Winkeln, Stellvertretender Leiter des Bereichs Viszeralchirurgie. <p>&quot;Das kleine Becken hat aus Sicht des Operateurs den Nachteil, dass hier Organe wie Rektum, Harnblase, Uterus sehr dicht beieinanderliegen und große Blutgefäße verlaufen. Von Vorteil ist aber, dass diese Strukturen in einem knöchernen Gerüst fixiert sind&quot;, erläutert der <a href="/einrichtungen/vttg/viszeralchirurgie/viszeralchirurgie">UKL-Experte</a>. &quot;Damit verändert sich - im Vergleich zum Bauchraum mit Leber, Magen, Darm - die Anatomie kaum. Somit man kann ein 3D-Modell dieser Region anfertigen, das auch noch aussagefähig ist, wenn die Lage des Patienten verändert wird.&quot;<br>Individuelle Kunststoffmodelle aus dem 3D-Drucker helfen Medizinern der verschiedensten Fachrichtungen bei der Behandlung von Patienten&#58; In der Neurochirurgie, in der Gefäßchirurgie, in der Zahnmedizin und in der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie sind Modelle, Implantate und Prothesen schon Standard. Dabei stand aber meist ein passgenauer Ersatz von harten Knochen im Mittelpunkt. Was PD Dr. Jansen-Winkeln jedoch brauchte, war ein patientenspezifisches Abbild der Lage der weichen Organe im kleinen Becken. Gemeinsam mit Prof. Dr. Dirk Winker, medizinischer Leiter der Arbeitsgruppe &quot;Next3D&quot; am UKL, wurde eine Lösung gefunden.</p> <p>Vor der Operation nimmt ein Computertomograph die Körperregion in sehr dünnen Schichten auf. Daraus kann die Arbeitsgruppe Next3D nicht nur einen dreidimensionalen, sondern auch mehrfarbigen Druck in Originalgröße anfertigen. &quot;Für einen präzisen Eingriff ist es wichtig, dass der Operateur mit individuellen Räumen und Lagebeziehungen vertraut ist. Da hilft das 3D-Modell, das man in der Hand drehen und wenden kann, ungemein, um die Operation erfolgreich und sicher, also ohne Verletzung von Organen, Gefäßen und Nerven zu Ende zu führen&quot;, so der Leipziger Chirurg.<br>Drei Operation hat Dr. Jansen-Winkeln bisher mit jeweils einem individuellen 3D-Modell als Hilfsmittel erfolgreich ausgeführt. Dabei handelte es sich um Eingriffe wegen Rektumkarzinom-Rezidiven, also dem erneuten Auftreten der Krankheit, sowie Sarkomen. Sarkome sind seltene bösartige Tumoren, die entweder vom Weichteilgewebe oder vom Knochen ausgehen.&#160;</p> <p>&quot;Nur bei solch schwierigen Tumor-Operationen, die bei uns einmal im Monat vorgenommen werden, wird ein solches Modell angefertigt&quot;, erläutert Dr. Jansen-Winkeln. &quot;Denn primäre Rektumkarzinome sind einfach zu operieren, ein Modell ist dort nicht notwendig. Daher fokussiere ich mich gerne auf Rezidive, welche viel schwieriger zu operieren sind.&quot; Und gerade weil sie so anspruchsvoll sind, würde sich der UKL-Experte wünschen, dass diese Operationen vor allem an spezialisierten Zentren wie dem Universitätsklinikum Leipzig durchgeführt würden&#58; &quot;Immer wieder wird das extern operiert - und leider oft nicht optimal. Wenn der Tumor angeschnitten wird, ist die Prognose für den Betroffenen sehr schlecht.&quot; Ähnlich sei es beim Sarkom. Auch hier dürfe der Tumor unter keinen Umständen eröffnet werden. Daher sei hier auch wieder das Modell sehr sinnvoll.&#160;</p>
Innovative Bildgebungsverfahren in der Bauchchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig<img alt="PD Dr. Boris Jansen-Winkeln, Oberarzt und Stellvertretender Leiter des Bereichs Viszeralchirurgie am UKL, bei einer Operation. Mit dem MIC-Turm, zu erkennen unterhalb des Bildschirms, können jetzt Robotik, Hyperspektral-Bildgebung und die Fluoreszenz-Darstellung mit Indocyanin-Green kombiniert werden." src="/presse/PressImages/pic_20200818104517_84babc3e7f.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-08-17T22:00:00ZLeipzig. Für die Viszeralchirurgen des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) ist der "High-Tech-OP" bereits Realität. Nicht nur, dass mit der neuartigen Hyperspektral-Bildgebung (HSI), der Fluoreszenz-Darstellung mit ICG (=Indocyanin-Green) und dem Einsatz von OP-Robotern die modernsten und damit für die Patienten sichersten Verfahren zum Einsatz kommen, neuerdings können sie dank eines so genannten MIC -Turms (MIC steht für "minimal-invasive Chirurgie") auch noch kombiniert werden.<p>Gleich mehrere HSI-Kameras stehen für die Robotik- und minimal-invasiven OPs zur Verfügung. &quot;Diese Technik kommt beim gesamten Spektrum der Bauchchirurgie zum Einsatz, besonders aber bei Tumoren des Magen-Darm-Trakts&quot;, erläutert Prof. Ines Gockel, Direktorin der <a href="/einrichtungen/vttg/viszeralchirurgie/viszeralchirurgie">Viszeralchirurgie am UKL.</a> Mit dem MIC-Turm können jetzt Robotik, HSI und die Fluoreszenz-Darstellung mit ICG (Indocyanin-Green) kombiniert werden. Von dieser Art der Präzisionschirurgie erhoffen sich die Leipziger Bauchchirurgen eine noch höhere Qualität und Patientensicherheit. &#160;&#160;</p><p>&#160;&quot;Mit dem Einsatz der Hyperspektral-Bildgebung können wir bisher für das menschliche Auge Unsichtbares sichtbar machen&quot;, erklärt Prof. Gockel. &quot;Seit drei Jahren erforschen und praktizieren wir in Kooperation mit dem ICCAS, dem <a href="https&#58;//www.iccas.de/">Innovation Center Computer Assisted Surgery</a> der Universität Leipzig, dieses innovative intraoperative Bildgebungsverfahren, das kontaktfrei, nicht-invasiv und kontrastmittellos beispielsweise Gewebedurchblutung und Tumorgrenzen zeigt&quot;, so die UKL-Expertin. Besonders hilfreich sei dies, um chirurgische Anastomosen, also neugeschaffene Verbindungen des Magen-Darm-Trakts nach Entfernung von Tumoren, zu beurteilen.<br>Denn gerade die Anastomoseninsuffizienz, wenn also die neue Verbindung nicht hält, stellt in der Viszeralchirurgie die gravierendste und folgenschwerste Komplikation dar&#58; &quot;Mit der Hyperspektral-Bildgebung können insbesondere die Perfusions-, also die Durchblutungs-Verhältnisse besser beurteilt werden - als wichtigste Voraussetzung für eine gute Heilung&quot;, so Prof. Gockel.</p><div class="embed-responsive embed-responsive-16by9"> <iframe width="1920" height="1080" class="embed-responsive-item" src="https&#58;//www.youtube.com/embed/B6TYepdrwhY" frameborder="0"></iframe>&#160;</div><p> <br>Auf Initiative der UKL-Viszeralchirurgen werden jetzt mehrere Multi-Center-Studien aufgelegt, um zu belegen, welche Vorteile für den Patienten durch Verwendung neuartiger Technologien während der Operation entstehen. Die in Leipzig bereits erhobenen Daten mit hervorragenden Ergebnissen bei den operierten Patienten sollen auf diese Weise evaluiert werden.&#160;</p>
Hoffnung für Leberpatienten<img alt="Mit der Gründung des neuen Zentrums am UKL wollen die Mediziner jetzt zum Beispiel den an Leberzirrhose Erkrankten wirksamer als bisher helfen." src="/presse/PressImages/pic_20200805105734_ed33392d3a.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-08-04T22:00:00ZLeipzig. Jährlich müssen in Deutschland mehrere tausend Menschen aufgrund eines Leberversagens in Krankenhäusern behandelt werden. Bis zu 20.000 versterben hierzulande jedes Jahr an den Folgen einer Leberzirrhose. Um das Expertenwissen für die Behandlung und Erforschung dieser Erkrankungen zu bündeln und so den Betroffenen besser helfen zu können, wurde am UKL nun ein spezialisiertes Zentrum gegründet. <p>Im interdisziplinären Forschungs- und Behandlungszentrum für Leberversagen am UKL kommen alle für die Therapie und Diagnostik der Lebererkrankungen relevanten Fachbereiche zusammen&#58; Neben der <a href="/einrichtungen/medizinische-klinik-2/hepatologie">Hepatologie</a> sind dies die <a href="/einrichtungen/internistische-intensivmedizin">Internistische Intensivmedizin</a>, die <a href="/einrichtungen/vttg/hepatobiliäre-chirurgie-viszerale-transplantation">Transplantationschirurgie</a>, die <a href="/einrichtungen/medizinische-klinik-2/gastroenterologie">Gastroenterologie</a>, die <a href="/einrichtungen/radiologie">Radiologie</a> und die <a href="/einrichtungen/labormedizin">Laboratoriumsmedizin</a> . Sie alle sind Teil eines Expertennetzes, das Patienten helfen will, deren Leber versagt. Eine solche schwerwiegende Funktionsstörung tritt ein, wenn das Organ infolge einer akuten Erkrankung, zum Beispiel einer Infektion oder einer Vergiftung, nicht mehr richtig arbeiten kann. Sie kann aber auch als Verschlechterung einer chronischen Lebererkrankung im Sinne eines Akut-auf-chronischen Leberversagens (&quot;acute-on-chronic liver failure&quot;, ACLF) auftreten. &quot;In allen Fällen ist es wichtig, das Problem rasch zu erkennen, um entsprechend mit Therapiemaßnahmen beginnen zu können&quot;, erklärt Prof. Thomas Berg die medizinische Herausforderung im Fall eines Leberversagens. Der Hepatologe leitet das neugegründete Zentrum am UKL. &quot;Es ist eine Frage der Zeitspanne, die zwischen dem Auftreten der Störung und dem Behandlungsbeginn vergeht, ob und wie wir den Patienten helfen können&quot;, so Berg.&#160;</p> <p>Denn letztlich bleibt bei einem Leberversagen eine Organübertragung oft die einzige Option auf Heilung. &quot;Damit können wir derzeit aber nur einem Bruchteil unserer Patienten helfen&quot;, sagt Prof. Thomas Berg. &quot;Im vergangenen Jahr wurden in ganz Deutschland 813 Lebern transplantiert - aber es starben bis zu 20.000 Menschen an den Folgen einer Leberzirrhose, und damit einem Versagen dieses lebenswichtigen Organs.&quot;&#160;</p> <p>Mit der Gründung des neuen Zentrums am UKL wollen die Mediziner um Prof. Berg jetzt dieser besonderen Patientengruppe wirksamer als bisher helfen. &quot;Leberzirrhose wird immer noch als eine Erkrankung betrachtet, die nicht heilbar ist&quot;, beschreibt Berg. Das sei allerdings nicht so. &quot;Neue Behandlungsansätze bieten Hoffnung für unsere Patienten, mit der Möglichkeit, die Erkrankung langfristig zu stabilisieren oder die Zirrhoseentwicklung sogar rückgängig zu machen&quot;, so der Leberexperte.</p> <p>Dazu gehören Therapien der Grunderkrankung, der Leberregeneration, Verfahren der interventionellen Radiologie, wie die TIPS Anlage, aber vor allem auch Verfahren zur Leberunterstützung (sogenannte Leberdialyse bzw. Plasmapherese), um die gefährlichen Prozesse bei einem Leberversagen zu stoppen und die Patienten wieder zu stabilisieren. Das sei erforderlich, um eine anschließende Transplantation zu ermöglichen. &quot;Bei einem akuten oder akut-auf-chronischem Leberversagen haben wir nur ein sehr kleines Zeitfenster, in dem wir die Chance haben, mit einer Transplantation das Leben des Patienten zu retten&quot;, so Berg. &quot;Dieses Fenster müssen wir nutzen und, wenn möglich, vergrößern, um mehr Patienten eine Überlebenschance durch eine Transplantation bieten zu können&quot;.&#160;</p> <p>Ein Problem besteht aktuell darin, dass das &#160;Leberversagen oft zu spät erkannt wird. Hier soll das Zentrum dazu beitragen, das Wissen um dieses Krankheitsbild stärker zu vermitteln und Ärzte dafür zu sensibilisieren.&#160;</p> <p>Eine weitere Aufgabe des Zentrums wird darin bestehen, mehr Patienten den Zugang zu klinischen Studien zu ermöglichen, in denen neue Medikamente und Verfahren zur Verfügung stehen. Auch dafür ist der interdisziplinäre Verbund der Spezialisten im Zentrum ein Garant. &quot;Hier kommen alle zusammen, die das erforderliche Wissen um diese besondere Erkrankung mitbringen und entsprechend reagieren können&quot;, so Berg. Dieses Wissen stellen die Leipziger Mediziner gern allen Kolleginnen und Kollegen zur Verfügung - zum einen in Weiterbildung, zum anderen aber auch als Ansprechpartner für Fragen bei ganz konkreten Fällen. &quot;Hier stehen wir jederzeit zur Verfügung, um zu unterstützen und den Betroffenen schnell helfen zu können&quot;, betont Prof. Berg.&#160;</p>
Kleine Schnitte, schnellere Genesung: Knapp die Hälfte aller Leberoperationen am UKL erfolgt minimal-invasiv<img alt="Privatdozent Dr. Robert Sucher, Leitender Oberarzt des Bereichs Hepatobiliäre Chirurgie und Viszerale Transplantation am UKL, erhält den Edgar-Ungeheuer-Preis 2020 der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) im Jahr 2020." src="/presse/PressImages/pic_20200616113418_3c4b1baf3b.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-06-15T22:00:00ZLeipzig. Bereits über 40 Prozent aller gut- und bösartigen Lebertumoren werden am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) minimal-invasiv operiert. Das heißt für Patienten, nur wenige kleine Schnitte, keine große Wunde am Bauch und kürzere Krankenhausaufenthalte. Mit dieser Quote gehört das UKL deutschlandweit zu den führenden Kliniken. Für seine Arbeit zu diesem Thema ist Privatdozent Dr. Robert Sucher, Leitender Oberarzt des Bereichs Hepatobiliäre Chirurgie und Viszerale Transplantation zum wiederholten Male ausgezeichnet worden. Er erhielt nach dem Videopreis der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie im Jahr 2017 nun auch den Edgar-Ungeheuer-Preis 2020 der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) im Jahr 2020. <p>Der Preis wurde für die beste wissenschaftliche Publikation in Form eines Videoartikels mit dem Titel &quot;Intraoperative Indocyanin Grün Visualisierung bei der minimalinvasiven Hemihepatektomie&quot; verliehen.&#160;<br>International werden minimal-invasive Operationstechniken zur Behandlung von Lebertumoren seit etwa 15 Jahren zunehmend eingesetzt. Das UKL mit seiner <a href="/einrichtungen/vttg">Klinik für Viszeral-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie</a> sieht PD Dr. Sucher aktuell deutschlandweit unter den führenden Kliniken auf diesem Gebiet, was Anzahl und Qualität dieser Operationen betrifft. Seit vier Jahren leitet Prof. Daniel Seehofer den Bereich Hepatobiliäre Chirurgie und Viszerale Transplantation, untetstützt von PD Dr. Sucher als seinem Stellvertreter, der im April 2016 gemeinsam mit Seehofer von der Berliner Charité ans UKL wechselte. Die persönliche Erfahrung beider Experten für minimal-invasive Leberchirurgie beläuft sich auf zehn beziehungsweise acht Jahre.&#160;<br>Kontinuierlich steigende Fallzahlen dokumentieren den Erfolg&#58; Waren es 2016 rund 200 Lebertumor-Operationen, von denen etwa 20 Prozent minimal-invasiv durchgeführt worden sind, belaufen sich aktuelle Zahlen auf mehr als 40 Prozent minimal-invasiver OPs - bei insgesamt steigenden Fallzahlen. Im Lebertumorzentrum des UKL arbeiten die Chirurgen mit den Experten der <a href="/einrichtungen/medizinische-klinik-2/hepatologie">Sektion Hepatologie</a> um Prof. Thomas Berg zusammen. &quot;Die exzellente interdisziplinäre Zusammenarbeit trägt Früchte&quot;, betont Dr. Robert Sucher.&#160;</p> <p><strong>Viele Vorteile für Patienten<br></strong>Als minimal-invasive Chirurgie bezeichnet man operative Eingriffe über kleinstmögliche Zugangswege. &quot;Bei Leberresektionen, also dem Entfernen der von Tumoren befallenen Segmente des Organs, genügen dem Operateur auf diese Weise wenige kleine Schnitte an der Bauchdecke. Der große Bauchschnitt ist nicht mehr notwendig.&#160;<br>Die Patienten haben kleinere Wunden, geringere Schmerzen und viel weniger Wundinfektionen. Sie erholen sich dadurch&#160;schneller nach dem operativen Eingriff und können das Krankenhaus nach kürzerer Zeit wieder verlassen&quot;, zählt Dr. Sucher die Vorteile für Patienten auf.&#160;</p> <p><strong>UKL eines von drei deutschen &quot;Exzellenzzentren für minimal-invasive Chirurgie&quot;</strong><br>Wegen dieser und weiterer Vorteile stellt die minimal-invasive Chirurgie auch in anderen chirurgischen Bereichen einen der Schwerpunkte der Klinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie des UKL dar. Von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) wurde die Klinik daher auch vor zwei Jahren als <a href="/presse/Seiten/Pressemitteilung_6520.aspx">&quot;Exzellenzzentrum für minimal-Invasive Chirurgie</a>&quot; zertifiziert, und ist damit neben Heidelberg und Lübeck immer noch eine von nur drei Kliniken in Deutschland, die diese höchste Zertifizierungsstufe erreicht haben.</p> <p>&#160;</p>

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