Filme sind wie kollektive Träume: Sie können verbinden, zum Schwelgen einladen und gleichwohl lernen wir etwas über die Werte, Wünsche und Gesellschaft.
Die nächste Veranstaltung findet am 12.10.2026 in den Passage Kinos (Hainstraße 19 a, Leipzig) statt.
Kino ist Weltaneignung, etwas, das unsere Lebenserfahrung nicht nur bereichert, sondern verlängert, hält Andrej Tarkowski in seinem Essay "Die versiegelte Zeit" fest. Die Vermutung liegt nahe, dass der sowjetische Regisseur dabei auch über sein im Jahr vorher erschienen Werk "Nostalghia" reflektiert. Das Film-gewordene Gemälde erzählt von einer Reise nach Italien, die zum Sinnbild für eine unaufhörliche Suche nach der verlorenen Verbundenheit, nach Gemeinschaft, wird. Und das greift der Film mit dem 1978 in Italien verabschiedeten Gesetz zur Schließung psychiatrischer Anstalten, um gemeindenahe Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen, zu stärken, auf. "Freiheit heilt" ist das Motto, mit dem sich die Herangehensweise des italienischen Psychiaters Franco Basaglia zusammenfassen lässt - und das bis heute nichts an seiner Kraft verloren hat.
Durch den bildgewaltigen Film "Nostalghia" regen wir zum Austausch darüber an, wie die Trennung von Psychiatrie und Gesellschaft in der Geschichte aufgebrochen wurde und bis heute anhält. Dazu geben uns Prof. Dr. med. Thomas Becker, Seniorprofessor an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Leipzig und Claudia Helmert, der Arbeitsgruppe "Psychiatrie und Gesellschaft“, Einblicke in die Psychiatriegeschichte und die Forschung zur Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen.
Nostalghia (Tarkowski, 1983) OmU, 12.10.2026, Passage Kinos (Hainstraße 19 a, Leipzig)
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Woche für seelische Gesundheit statt.
https://passage-kinos.de/
Vergangene Veranstaltung:
Filme sind wie kollektive Träume: So auch "Dogtooth" (2009) des griechischen Regisseurs Yorgos Lanthimos ("The Lobster", "Poor Things"), dessen Hauptcharakter sich Moralvorstellungen und Werte ausdenkt, um die Welt ganz anders als bisher zu verstehen.
Anhand der Bilder und Geschichte regen wir zum Austausch darüber an, was wir unter psychischen Erkrankungen verstehen. Dazu geben uns der Privatdozent Dr. med. habil. Sven Speerforck, stellvertretender Leiter der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie und Claudia Helmert, der Arbeitsgruppe "Psychiatrie und Gesellschaft“, Einblicke in die Forschung zum Thema Krankheitskonzepte und Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen.
Die Veranstaltung war Abschluss der Woche für seelische Gesundheit und fand am 20.10.2025, 20.15 Uhr in den Passage Kinos (Hainstraße 19 a, Leipzig) statt.