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Das Schweigen der Männer: Was tun in einer seelischen Krise?<img alt="Prof. Georg Schomerus." src="/presse/PressImages/pic_20201216102105_d411dca734.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-12-15T23:00:00ZLeipzig. Eine Depression ist nicht gleich Depression – vor allem die Bewältigungsstrategien von Frauen und Männern unterscheiden sich deutlich. Männern neigen eher dazu, psychotherapeutische Hilfe abzulehnen. Wie hier mit einem geschlechtssensiblen Ansatz dennoch eine psychotherapeutische Versorgung ermöglicht werden kann, beleuchtet ein neues Fachbuch, mit verfasst von Prof. Georg Schomerus, Direktor der Klinik für Psychiatrie am UKL. <p>Männer leiden anders an psychischen Störungen als Frauen, und sie sind viel seltener in Therapie. Aggressives Verhalten, Missbrauch von Substanzen oder sozialer Rückzug können Bewältigungsstrategien von Männern sein, die zum Beispiel eine Depression haben. Das sichtbare Verhalten verstellt dabei den Blick auf innere Krankheitsprozesse. Psychische Krankheiten werden bei Männern deshalb häufig erst später entdeckt, und Männer suchen auch seltener eine Behandlung auf. Prof. Georg Schomerus, Direktor der Klinik für Psychiatrie des Universitätsklinikums Leipzig, hat gemeinsam mit dem Psychologen Steffen Bartholomes aus Stralsund ein Buch geschrieben, das ein Behandlungsprogramm für Männer vorschlägt. &quot;Wir haben damals gemeinsam in einer Tagesklinik in Bergen auf Rügen gearbeitet&quot;, berichtet Schomerus. &quot;Als die Werft in Stralsund wieder mal in großem Stil Mitarbeiter entlassen hat, hatten wir auf einmal einige Männer in Behandlung, die nur schwer mit unseren Angeboten zurecht kamen. Diese Männer waren schwer depressiv, aber unsere Angebote passten für sie nicht gut.&quot; &#160;</p> <p>Viele Konzepte der Psychiatrie und Psychotherapie sind auf &quot;typisch weibliche&quot; Bewältigungsmuster zugeschnitten. Ganz oben auf der Liste&#58; Über die eigenen Gefühle reden. &quot;Im Kreis sitzen und über Probleme reden - für viele Männer ist allein diese Vorstellung Grund genug, keine Therapie aufzusuchen. Ein typischer Mann will etwas tun, ohne viel darüber zu reden - das ist zwar ein Stereotyp, aber es gibt durchaus eher weibliche und eher männliche Strategien, mit Krisen umzugehen&quot;, beschreibt der Psychiater. Was aber weitestgehend fehlt, sind Therapieangebote, die speziell auf die männlichen Lösungswege zugeschnitten sind. &#160;</p> <p>Auf Rügen haben der Psychiater Schomerus und der Psychologe Steffen Bartholomes deshalb ein Gruppenprogramm für Männer entwickelt, bei dem das Handeln im Mittelpunkt steht. &quot;Der Ausgangspunkt ist ein Projekt, etwas, das man sich vornimmt, das getan werden soll&quot;, erläutert Schomerus. Das kann das Wiederaufgreifen eines Hobbies sein oder eine lange fällige Reparatur - oder auch ein Gespräch mit den eigenen Eltern, das man schon lange führen wollte. Rund um dieses Vorhaben entwickele sich die Therapie. &quot;Das Buch ist mit der Hilfe von Gruppenteilnehmern entstanden, die alle Inhalte gegengelesen und kommentiert haben&quot;, berichtet Schomerus. &quot;Das war die ultimative Qualitätskontrolle, denn dadurch wurde nochmals vieles klargestellt.&quot; &#160;&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>Bartholomes/Schomerus<br>&quot;Ambulante Gruppentherapie für Männer mit Depressionen&quot; &#160;<br>Psychiatrie Verlag</p>
Platz 6 in Deutschland: Erneute Spitzenposition für das Universitätsklinikum Leipzig in der TOP-100-Klinikliste von „FOCUS Gesundheit“<img alt="Nur fünf Kliniken in Deutschland werden besser bewertet&#58; Das Universitätsklinikum Leipzig belegt wie im vergangenen Jahr Platz 6 in der TOP 100-Klinikliste des Magazins „FOCUS Gesundheit“." src="/presse/PressImages/pic_20201023100107_977b532403.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-10-22T22:00:00ZLeipzig. Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) gehört auch in diesem Jahr zu den besten Krankenhäusern Deutschlands. In der neuen "Klinikliste 2021" des Nachrichtenmagazins "Focus", die am 20. Oktober erschienen ist, belegt das UKL unter 100 Kliniken erneut einen hervorragenden sechsten Platz und konnte somit seine Position halten. Vor dem UKL rangieren nur die Berliner Charité als Gesamtsieger sowie die Universitätsklinika Heidelberg, Schleswig-Holstein, Dresden und München (LMU). <p>Ermittelt werden die Platzierungen durch umfangreiche Untersuchungen eines unabhängigen Recherche-Instituts, das von der Zeitschrift beauftragt wurde. In die Bewertung fließen Fallzahlen, Behandlungserfolge bei OPs und Komplikationsquoten ein. Geprüft wurden zudem die technische Ausstattung, die Anzahl der Ärzte oder Qualifikation der Pflegenden. Sehr wichtig sind auch die Beteiligung an Qualitätsinitiativen, die Patientenzufriedenheit und der Hygienestandard. Wie externe Mediziner das UKL bewerten und wie oft sie es weiterempfehlen, spielt ebenfalls eine große Rolle.</p> <p>31 Fachbereiche des UKL sind in den Empfehlungslisten von FOCUS Gesundheit aufgeführt - 15 von ihnen sogar in der Spitzengruppe des jeweiligen Krankheitsbildes&#58;&#160;</p> <p>Risikogeburt, Hautkrankheiten, Diabetes (Erwachsene und Kinder), Kinderchirurgie, Darmkrebs, Leukämie, Nuklearmedizin, Prostatakrebs, Strahlentherapie, Adipositaschirurgie, Schlaganfall, Unfallchirurgie, Wirbelsäulenchirurgie und Depression.<br><br></p> <p>17 Kliniken und Einrichtungen des UKL werden als TOP-Kliniken - zum Teil mehrfach - genannt&#58;</p> <p>· &#160; &#160; &#160; &#160; Abteilung für Geburtsmedizin</p> <p>· &#160; &#160; &#160; &#160; Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie</p> <p>· &#160; &#160; &#160; &#160; Klinik und Poliklinik für Endokrinologie, Nephrologie, Rheumatologie</p> <p>· &#160; &#160; &#160; &#160; Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde</p> <p>· &#160; &#160; &#160; &#160; Klinik und Poliklinik für Hämatologie, Zelltherapie und Hämostaseologie</p> <p>· &#160; &#160; &#160; &#160; Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin</p> <p>· &#160; &#160; &#160; &#160; Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie</p> <p>· &#160; &#160; &#160; &#160; Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie</p> <p>· &#160; &#160; &#160; &#160; Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie</p> <p>· &#160; &#160; &#160; &#160; Klinik und Poliklinik für Neurologie</p> <p>· &#160; &#160; &#160; &#160; Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin</p> <p>· &#160; &#160; &#160; &#160; Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie</p> <p>· &#160; &#160; &#160; &#160; Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie</p> <p>· &#160; &#160; &#160; &#160; Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie</p> <p>· &#160; &#160; &#160; &#160; Klinik und Poliklinik für Urologie</p> <p>· &#160; &#160; &#160; &#160; Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie</p> <p>· &#160; &#160; &#160; &#160; Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie</p> <p>&#160;</p> <p>&quot;Es ist uns gelungen, diesen hervorragenden Platz sechs unter den nationalen TOP 100 zu bestätigen - dieses tolle Ergebnis freut uns sehr&quot;, sagte Prof. Christoph Josten, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig. &quot;In diesem wegen der Corona-Pandemie sehr außergewöhnlichen Jahr ist das eine wohltuende Bestätigung für die mit viel Engagement geleistete Arbeit unserer Ärztinnen und Ärzte sowie aller Mitarbeiter aus anderen Bereichen, die zu dieser sehr guten Platzierung beigetragen haben.&quot;</p>
UKL-Klinik sucht Probanden: Neue Studie zu antidepressiver Medikation<img alt="Die Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Leipzig in der Semmelweisstraße sucht für die SIMCODE-Studie Menschen mit einem BMI größer oder gleich 30, die an einer Depression leiden." src="/presse/PressImages/pic_20200722111335_f29b6e3abc.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-07-21T22:00:00ZLeipzig. Für eine Studie, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert, sucht die Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Leipzig Probanden. "Einfach gesagt wollen wir klären, ob der bewährte Cholesterinsenker Simvastatin als Zusatztherapie eine Verbesserung bei der Behandlung von Depressionen bewirkt", erklärt Diplom-Psychologin Nicole Mauche. <p>Die Studie dauert insgesamt zwölf Wochen. Während des Ablaufs finden insgesamt sechs Untersuchungstermine statt. Der zeitliche Aufwand pro Untersuchungstermin beläuft sich auf maximal 60 Minuten. Im Rahmen der Untersuchungstermine werden die Probanden zu ihrem Befinden und den Symptomen der Depression befragt und gebeten, diesbezüglich Fragebögen auszufüllen. Weiterhin finden zu bestimmten Terminen Blutentnahmen statt.</p> <p>Das Simvastatin wird zusätzlich zur antidepressiven Medikation mit Escitalopram bei Patienten mit Depression und Adipositas gegeben. Verglichen wird die mögliche Wirkung dieses Statins mit einem Placebo. Die eine Hälfte der Probanden erhält das Simvastatin als Zusatzmedikament, die andere Hälfte ein Placebo. Sicher ist für alle Patienten&#58; Sie erhalten in jedem Fall die leitliniengerechte antidepressive Standardtherapie mit Escitalopram.<br>Teilnahmekriterien sind unter anderem das Vorliegen einer Depression, ein Body-Mass-Index größer oder gleich 30, ein Alter bis 65 Jahre und die bisherige Nichteinnahme von Statinen. Weitere Teilnahmekriterien werden im Rahmen einer ausführlichen Voruntersuchung geprüft.</p> <p>&#160;</p> <p>Statine wie Simvastatin, werden empfohlen in der primären Prävention von kardiovaskulären Krankheiten, die sowohl mit Depression als auch mit Adipositas in Verbindung gebracht wurden. Darüber hinaus gibt es erste Hinweise, dass Statine als Ergänzung zu einer antidepressiven Standardtherapie eine zusätzliche antidepressive Wirkung haben könnten. Diese Studie nun soll die mögliche antidepressive Wirkung von Statinen bei Patienten mit Depression und Adipositas prüfen.</p> <p>&#160;</p> <p><strong>Anmeldung zur Teilnahme an der Studie&#58;<br></strong>Telefon&#58; 0341/ 97-24498<br>E-Mail&#58; <a>simcode-studie@medizin.uni-leipzig.de</a>&#160;</p>
Jugendliche während der Ausgangsbeschränkungen begleiten<img alt="Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) ist Teil des Konsortium ProHEAD, einem bundesweiten Forschungsprojekt, das jungen Menschen Online-Programme zur Förderung des seelischen Wohlbefindens bietet." src="/presse/PressImages/pic_20200506140658_fb84a11f43.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-05-05T22:00:00ZLeipzig. Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus herrschen derzeit immer noch Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote. Damit verbunden ist auch der Wegfall des regulären Schulalltags, die meisten Kinder und Jugendlichen müssen aktuell immer noch zu Hause lernen. Dazu kommen fehlende oder reduzierte Sport- und Freizeitmöglichkeiten, Home-Office der Eltern und nur wenige Optionen zum Auspowern oder Ablenken. Dadurch befinden sich viele Jugendliche in einer emotional belastenden Situation. <p>Gerade bei der Erkrankung Depression benötigen die Betroffenen auch während der Corona-Pandemie professionelle Unterstützung. &quot;Es ist daher umso wichtiger, dass wir mit unserem Präventions-Projekt &quot;Depression&quot; des Konsortiums ProHEAD auch in der aktuellen Situation Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland über E-Mail, Chat beziehungsweise ein Online-Programm erreichen und so Unterstützung anbieten können&quot;, erläutert Prof. Christine Rummel-Kluge von der <a href="/einrichtungen/psychiatrie-psychotherapie">Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie</a> des Universitätsklinikums Leipzig (UKL). &quot;Die Screening-Untersuchungen - in Leipzig sind 3000 geplant - können die Schülerinnen und Schüler im Moment von zu Hause aus ausfüllen und die Interventionen laufen in diesem E-Mental-Health-Projekt schon seit Beginn online beziehungsweise telefonisch.&quot;</p> <p>ProHEAD (&quot;Promoting help-seeking using e-technology among adolescents&quot;) unter der Leitung des Universitätsklinikums Heidelberg in Kooperation mit den Standorten Leipzig, Mannheim, Hamburg, Schwäbisch Gmünd und Marburg ist ein bundesweites Forschungsprojekt, das jungen Menschen Online-Programme zur Förderung des seelischen Wohlbefindens bietet. Aktuell nutzen bereits 5.200 Teilnehmende aus über 100 Schulen ein ProHEAD Online-Angebot, das kostenlos und jederzeit für sie zugänglich ist. ProHEAD soll für 15.000 Jugendliche aus ganz Deutschland offenstehen und ist damit bundesweit die bislang größte Studie zu E-Mental-Health-Angeboten für Kinder und Jugendliche.<br>Prof. Michael Kaess von der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Heidelberg stellt dazu klar fest&#58; &quot;Niedrigschwellige Angebote, die Jugendliche auch während der Corona-Pandemie nutzen können, gibt es nur wenige. Im Internet frei zugängliche Programme sind häufig nicht wissenschaftlich fundiert und eher von fragwürdigem Nutzen. Umso mehr freuen wir uns, dass wir mit dem ProHEAD-Konsortium niedrigschwellige Angebote anbieten und evaluieren können.&quot;</p> <p>Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert seit 3 Jahren das Konsortium ProHEAD. Hier lernen Jugendliche, wie sie ihr Wohlbefinden stärken, mit Stress besser umgehen oder bei Problemen einen Ausweg finden können. Auch Jugendlichen, die ernsthafte und schwerwiegende Probleme haben oder solche durch die derzeitigen äußeren Umstände vermehrt entwickeln, wird Hilfe angeboten. Die Teilnahme funktioniert vom PC, Laptop oder Smartphone aus. Das ist nicht nur in gewohnten Zeiten ein beliebter Zugangsweg für Jugendliche. Auch jetzt, in dieser außergewöhnlichen Situation, spielt das Internet eine bedeutende Rolle für die Kommunikation der Jugendlichen untereinander, aber auch für professionelle Angebote, um Jugendliche weiterhin zu erreichen. Diese Möglichkeiten sollten vermehrt in den Fokus gerückt und ausgebaut werden. Gäbe es ProHEAD bereits flächendeckend, so könnte vielen Jugendlichen auch in der jetzigen Situation unkompliziert bedarfsgerechte Unterstützung geboten werden.</p> <p><strong>Nutzung hat seit Lockdown zugenommen</strong><br>Das zeigt die deutliche Zunahme der Nutzung der Angebote seit März 2020. Jugendliche mit ernsthaften Problemen reagieren häufiger auf die regelmäßigen Kurzbefragungen zu ihrem aktuellen Wohlbefinden und Hilfesuchverhalten (Anstieg um 43% seit dem Lockdown im März im Vergleich zu den Vormonaten), schreiben und beantworten häufiger Nachrichten und nehmen vermehrt das Angebot des Chats mit professionellen Beraterinnen wahr (insgesamt fünffache Inanspruchnahme im März im Vergleich zu den Vormonaten). Auch in den präventiven Online-Programmen für Jugendliche mit erhöhtem Risiko für die Entwicklung einer Essstörung (Verdopplung der Chats im März; deutlicher Anstieg der durchschnittlichen Online-Zeit), einer Depression (Anstieg der Inanspruchnahme von Einzel- und Gruppenchats um 43%) oder eines riskanten Alkoholkonsums (im März wurden 13% mehr der versandten SMS beantwortet) zeigte sich eine gesteigerte Nutzung.</p> <p>Auch nach Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen und der Öffnung der Schulen werden ProHEAD und die Entwicklung von Angeboten im Bereich E-Mental-Health nicht an Bedeutung verlieren, denn digitale Kommunikation und Vernetzung scheinen in allen Lebenslagen und vor allem derzeit von großer Bedeutung zu sein.</p> <p><a href="http&#58;//www.prohead.de">www.prohead.de</a> &#160;&#160;</p> <p>Instagram&#58; @prohead_official</p> <p>&#160;</p>
„Menschen mit psychischen Krankheiten trifft die Isolation schwer“<img alt="Prof. Dr. Georg Schomerus, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Leipzig" src="/presse/PressImages/pic_20200415103436_86e8d03fe9.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-04-14T22:00:00ZLeipzig. "Mit dem Shutdown hat sich für alle Menschen der Alltag verändert", sagt Prof. Dr. Georg Schomerus, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL). "Für viele Menschen mit schweren psychischen Krankheiten aber sind die Veränderungen besonders schwerwiegend: Statt persönlicher Gespräche sind nur Telefonsprechstunden möglich, Beratungsstellen in der Stadt wurden geschlossen, soziale Kontakte fallen weg, die bisherige Struktur des Alltags und vor allem der Austausch mit anderen sind gestört. Das ist eine Herausforderung – für die Patienten, aber auch für uns." <p>Deshalb bringen sich die Mitarbeiter der <a href="/einrichtungen/psychiatrie-psychotherapie">Klinik</a> verstärkt persönlich ein. Auf der Webseite der Klinik werden den Patienten die E-Mail-Adressen der Ärzte, Psychologinnen und Sozialarbeiter aufgeführt mit der Bitte, direkt mit dem Behandelnden Kontakt aufzunehmen und per Mail eine Rückrufnummer anzugeben. So können telefonische Einzel-Termine vereinbart werden. Außerdem gibt es nun unter 0341 / 97-24444 eine Hotline für Menschen in Krisen, die täglich von 11 von 15 Uhr erreichbar ist. &quot;Daneben werden in ganz dringenden Fällen natürlich auch Termine vereinbart, bei denen sich Patienten persönlich bei uns vorstellen&quot;, so Prof. Schomerus. &quot;Das versuchen wir aber im Rahmen zu halten. Denn auch für uns gilt es, keine Infektionsketten zuzulassen.&quot;</p> <p>Die <a href="/einrichtungen/psychiatrie-psychotherapie/Seiten/ambulanzen-pia.aspx">Psychiatrische Institutsambulanz (PIA)</a> der Klinik bietet außerdem den Patienten Gruppen-Chats an. &quot;Mit Hilfe dieses Projektes soll unseren Patientinnen und Patienten der Austausch mit Therapeuten und Mitpatienten ermöglicht werden&quot;, so Prof. Dr. Christine Rummel-Kluge, Oberärztin und Leiterin der PIA. &quot;Die aktuelle Situation macht es schwer, ambulante psychiatrische Patienten weiter ausreichend psychiatrisch und psychosozial versorgen zu können. Denn viele unserer Patienten, die sonst regelmäßig und mehrmals wöchentlich unsere Therapie- und Gruppenangebote nutzen, können dies aktuell nicht tun. Deshalb bieten wir unseren Patienten diagnosespezifische Chats an.&quot; Manchen Patienten fällt es sogar leichter, über manche Themen in einem Chat zu schreiben. Aus diesem Chat-Projekt will Prof. Rummel-Kluge zudem eine Studie ableiten.</p> <p>Über die Situation der schwer psychisch Kranken berichtet Prof. Schomerus, dass es vielen zunächst durchaus gut gelingt, mit der Kontaktsperre zurechtzukommen. Doch mit der Dauer der Sperre erwüchsen dann Probleme. &quot;Am Ende entstehen echte psychiatrische Notfälle&quot;, berichtet er. Manchen Patienten würde die Zahl der Probleme - die eigene psychische Krankheit, der Furcht vor der Seuche und die gesellschaftliche Isoliertheit - über den Kopf wachsen, andere hätten unter der fehlenden Tagesstruktur und der Isolation zu leiden. Über die Ambulanz versucht die Klinik, mit Patienten zu Hause telefonisch im Kontakt zu bleiben. Aber das gelingt nicht bei allen. &quot;Wer Schwierigkeiten hat, soll sich gerne bei uns melden&quot;, so Prof. Schomerus. &quot;Wir suchen dann gemeinsam eine Lösung.&quot;</p> <p><strong>Telefonnummer der Hotline &quot;Wege aus der Krise&quot;&#58; 0341 / 97-24444, Montag bis Freitag von 11 bis 15 Uhr</strong></p> <p>&#160;</p>

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