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Jugendliche während der Ausgangsbeschränkungen begleiten<img alt="Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) ist Teil des Konsortium ProHEAD, einem bundesweiten Forschungsprojekt, das jungen Menschen Online-Programme zur Förderung des seelischen Wohlbefindens bietet." src="/presse/PressImages/pic_20200506140658_fb84a11f43.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-05-05T22:00:00ZLeipzig. Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus herrschen derzeit immer noch Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote. Damit verbunden ist auch der Wegfall des regulären Schulalltags, die meisten Kinder und Jugendlichen müssen aktuell immer noch zu Hause lernen. Dazu kommen fehlende oder reduzierte Sport- und Freizeitmöglichkeiten, Home-Office der Eltern und nur wenige Optionen zum Auspowern oder Ablenken. Dadurch befinden sich viele Jugendliche in einer emotional belastenden Situation. <p>Gerade bei der Erkrankung Depression benötigen die Betroffenen auch während der Corona-Pandemie professionelle Unterstützung. &quot;Es ist daher umso wichtiger, dass wir mit unserem Präventions-Projekt &quot;Depression&quot; des Konsortiums ProHEAD auch in der aktuellen Situation Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland über E-Mail, Chat beziehungsweise ein Online-Programm erreichen und so Unterstützung anbieten können&quot;, erläutert Prof. Christine Rummel-Kluge von der <a href="/einrichtungen/psychiatrie-psychotherapie">Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie</a> des Universitätsklinikums Leipzig (UKL). &quot;Die Screening-Untersuchungen - in Leipzig sind 3000 geplant - können die Schülerinnen und Schüler im Moment von zu Hause aus ausfüllen und die Interventionen laufen in diesem E-Mental-Health-Projekt schon seit Beginn online beziehungsweise telefonisch.&quot;</p> <p>ProHEAD (&quot;Promoting help-seeking using e-technology among adolescents&quot;) unter der Leitung des Universitätsklinikums Heidelberg in Kooperation mit den Standorten Leipzig, Mannheim, Hamburg, Schwäbisch Gmünd und Marburg ist ein bundesweites Forschungsprojekt, das jungen Menschen Online-Programme zur Förderung des seelischen Wohlbefindens bietet. Aktuell nutzen bereits 5.200 Teilnehmende aus über 100 Schulen ein ProHEAD Online-Angebot, das kostenlos und jederzeit für sie zugänglich ist. ProHEAD soll für 15.000 Jugendliche aus ganz Deutschland offenstehen und ist damit bundesweit die bislang größte Studie zu E-Mental-Health-Angeboten für Kinder und Jugendliche.<br>Prof. Michael Kaess von der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Heidelberg stellt dazu klar fest&#58; &quot;Niedrigschwellige Angebote, die Jugendliche auch während der Corona-Pandemie nutzen können, gibt es nur wenige. Im Internet frei zugängliche Programme sind häufig nicht wissenschaftlich fundiert und eher von fragwürdigem Nutzen. Umso mehr freuen wir uns, dass wir mit dem ProHEAD-Konsortium niedrigschwellige Angebote anbieten und evaluieren können.&quot;</p> <p>Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert seit 3 Jahren das Konsortium ProHEAD. Hier lernen Jugendliche, wie sie ihr Wohlbefinden stärken, mit Stress besser umgehen oder bei Problemen einen Ausweg finden können. Auch Jugendlichen, die ernsthafte und schwerwiegende Probleme haben oder solche durch die derzeitigen äußeren Umstände vermehrt entwickeln, wird Hilfe angeboten. Die Teilnahme funktioniert vom PC, Laptop oder Smartphone aus. Das ist nicht nur in gewohnten Zeiten ein beliebter Zugangsweg für Jugendliche. Auch jetzt, in dieser außergewöhnlichen Situation, spielt das Internet eine bedeutende Rolle für die Kommunikation der Jugendlichen untereinander, aber auch für professionelle Angebote, um Jugendliche weiterhin zu erreichen. Diese Möglichkeiten sollten vermehrt in den Fokus gerückt und ausgebaut werden. Gäbe es ProHEAD bereits flächendeckend, so könnte vielen Jugendlichen auch in der jetzigen Situation unkompliziert bedarfsgerechte Unterstützung geboten werden.</p> <p><strong>Nutzung hat seit Lockdown zugenommen</strong><br>Das zeigt die deutliche Zunahme der Nutzung der Angebote seit März 2020. Jugendliche mit ernsthaften Problemen reagieren häufiger auf die regelmäßigen Kurzbefragungen zu ihrem aktuellen Wohlbefinden und Hilfesuchverhalten (Anstieg um 43% seit dem Lockdown im März im Vergleich zu den Vormonaten), schreiben und beantworten häufiger Nachrichten und nehmen vermehrt das Angebot des Chats mit professionellen Beraterinnen wahr (insgesamt fünffache Inanspruchnahme im März im Vergleich zu den Vormonaten). Auch in den präventiven Online-Programmen für Jugendliche mit erhöhtem Risiko für die Entwicklung einer Essstörung (Verdopplung der Chats im März; deutlicher Anstieg der durchschnittlichen Online-Zeit), einer Depression (Anstieg der Inanspruchnahme von Einzel- und Gruppenchats um 43%) oder eines riskanten Alkoholkonsums (im März wurden 13% mehr der versandten SMS beantwortet) zeigte sich eine gesteigerte Nutzung.</p> <p>Auch nach Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen und der Öffnung der Schulen werden ProHEAD und die Entwicklung von Angeboten im Bereich E-Mental-Health nicht an Bedeutung verlieren, denn digitale Kommunikation und Vernetzung scheinen in allen Lebenslagen und vor allem derzeit von großer Bedeutung zu sein.</p> <p><a href="http&#58;//www.prohead.de">www.prohead.de</a> &#160;&#160;</p> <p>Instagram&#58; @prohead_official</p> <p>&#160;</p>
„Menschen mit psychischen Krankheiten trifft die Isolation schwer“<img alt="Prof. Dr. Georg Schomerus, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Leipzig" src="/presse/PressImages/pic_20200415103436_86e8d03fe9.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-04-14T22:00:00ZLeipzig. "Mit dem Shutdown hat sich für alle Menschen der Alltag verändert", sagt Prof. Dr. Georg Schomerus, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL). "Für viele Menschen mit schweren psychischen Krankheiten aber sind die Veränderungen besonders schwerwiegend: Statt persönlicher Gespräche sind nur Telefonsprechstunden möglich, Beratungsstellen in der Stadt wurden geschlossen, soziale Kontakte fallen weg, die bisherige Struktur des Alltags und vor allem der Austausch mit anderen sind gestört. Das ist eine Herausforderung – für die Patienten, aber auch für uns." <p>Deshalb bringen sich die Mitarbeiter der <a href="/einrichtungen/psychiatrie-psychotherapie">Klinik</a> verstärkt persönlich ein. Auf der Webseite der Klinik werden den Patienten die E-Mail-Adressen der Ärzte, Psychologinnen und Sozialarbeiter aufgeführt mit der Bitte, direkt mit dem Behandelnden Kontakt aufzunehmen und per Mail eine Rückrufnummer anzugeben. So können telefonische Einzel-Termine vereinbart werden. Außerdem gibt es nun unter 0341 / 97-24444 eine Hotline für Menschen in Krisen, die täglich von 11 von 15 Uhr erreichbar ist. &quot;Daneben werden in ganz dringenden Fällen natürlich auch Termine vereinbart, bei denen sich Patienten persönlich bei uns vorstellen&quot;, so Prof. Schomerus. &quot;Das versuchen wir aber im Rahmen zu halten. Denn auch für uns gilt es, keine Infektionsketten zuzulassen.&quot;</p> <p>Die <a href="/einrichtungen/psychiatrie-psychotherapie/Seiten/ambulanzen-pia.aspx">Psychiatrische Institutsambulanz (PIA)</a> der Klinik bietet außerdem den Patienten Gruppen-Chats an. &quot;Mit Hilfe dieses Projektes soll unseren Patientinnen und Patienten der Austausch mit Therapeuten und Mitpatienten ermöglicht werden&quot;, so Prof. Dr. Christine Rummel-Kluge, Oberärztin und Leiterin der PIA. &quot;Die aktuelle Situation macht es schwer, ambulante psychiatrische Patienten weiter ausreichend psychiatrisch und psychosozial versorgen zu können. Denn viele unserer Patienten, die sonst regelmäßig und mehrmals wöchentlich unsere Therapie- und Gruppenangebote nutzen, können dies aktuell nicht tun. Deshalb bieten wir unseren Patienten diagnosespezifische Chats an.&quot; Manchen Patienten fällt es sogar leichter, über manche Themen in einem Chat zu schreiben. Aus diesem Chat-Projekt will Prof. Rummel-Kluge zudem eine Studie ableiten.</p> <p>Über die Situation der schwer psychisch Kranken berichtet Prof. Schomerus, dass es vielen zunächst durchaus gut gelingt, mit der Kontaktsperre zurechtzukommen. Doch mit der Dauer der Sperre erwüchsen dann Probleme. &quot;Am Ende entstehen echte psychiatrische Notfälle&quot;, berichtet er. Manchen Patienten würde die Zahl der Probleme - die eigene psychische Krankheit, der Furcht vor der Seuche und die gesellschaftliche Isoliertheit - über den Kopf wachsen, andere hätten unter der fehlenden Tagesstruktur und der Isolation zu leiden. Über die Ambulanz versucht die Klinik, mit Patienten zu Hause telefonisch im Kontakt zu bleiben. Aber das gelingt nicht bei allen. &quot;Wer Schwierigkeiten hat, soll sich gerne bei uns melden&quot;, so Prof. Schomerus. &quot;Wir suchen dann gemeinsam eine Lösung.&quot;</p> <p><strong>Telefonnummer der Hotline &quot;Wege aus der Krise&quot;&#58; 0341 / 97-24444, Montag bis Freitag von 11 bis 15 Uhr</strong></p> <p>&#160;</p>
Teambesprechung auf die Straße verlegt<img alt="Draußen statt drinnen&#58; Aus Protest gegen die neue Richtlinie zur Personalausstattung haben Mitarbeiter der UKL-Kliniken für Psychiatrie und für Psychosomatik ihre Teamsitzung auf die Straße verlegt. Mit dabei die Klinikdirektoren Prof. Anette Kersting (sitzend, 3.v.r.) und Prof. Georg Schomerus (sitzend, 4.v.r.)." src="/presse/PressImages/pic_20191212101733_13a006f03d.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2019-12-11T23:00:00ZLeipzig. Am Donnerstag, dem 12. Dezember 2019, haben die Mitarbeiter der Klinik für Psychiatrie sowie der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Leipzig ihre reguläre Teambesprechung auf die Straße verlegt. Mit dieser Aktion protestierten die Mitarbeiter um die Klinikdirektoren Prof. Georg Schomerus, Psychiatrie und Psychotherapie, und Prof. Anette Kersting, Psychosomatik, gegen die neue Richtlinie zur Personalausstattung in der Psychiatrie. An der Aktion beteiligten sich Vertreter aller in den beiden Kliniken tätigen Berufsgruppen. <p>&quot;Die neue Richtlinie legt Standards fest, die faktisch zu einer Verschlechterung der Versorgung von Menschen mit psychischen Krankheiten führen werden&quot;, begründet Klinikdirektor Prof. Georg Schomerus die Protestaktion.<br>Eine moderne psychiatrische Versorgung braucht viel Personal - so ist die Psychotherapie ein integraler Bestandteil der psychiatrischen Versorgung. Schomerus&#58; &quot;Und das geht nur von Mensch zu Mensch.&quot; Insgesamt bedeute gute Psychiatrie, sich Zeit nehmen zu können für Menschen in der Krise, wobei viele Berufsgruppen zusammen arbeiten. &quot;Es geht nicht nur um das Austeilen von Tabletten, sondern um eine leitliniengerechte, vielschichtige Therapie, zu der Psychotherapie genauso gehört wie Ergotherapie, Physiotherapie oder Soziotherapie&quot;, so der Sozialpsychiater.<br><br>Mit dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Versorgung und Vergütung für psychiatrische und psychosomatische Leistungen (PsychVVG) ist der G-BA (Gemeinsamer Bundesausschuß) vor drei Jahren beauftragt worden, eine angemessene Mindestpersonalausstattung in psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken festzulegen. Damit sollten Missstände, die eine leitliniengerechte Versorgung erschweren, behoben und ethische, rechtliche und medizinische Qualitätsstandards in der Patientenversorgung sichergestellt werden. &quot;Ziel war unter anderem dafür zu sorgen, dass die Patienten mehr Teilhabe an den Entscheidungen erhalten und Zwangsmaßnahmen vermieden werden können&quot;, erläutert Prof. Schomerus. Eine angemessene Personalausstattung sei zudem auch Grundlage für geregelte Arbeitsbedingungen und ein menschenwürdiges Arbeitsklima in der Psychiatrie. &quot;Die aktuell verabschiedete Richtlinie legt die bislang geltende Personalverordnung von 1990 - statt sie qualitativ und signifikant zu erhöhen - als Personaluntergrenze fest&quot;, so der Experte. Die Psychiatrie habe sich aber weiterentwickelt. Für viele schwere psychische Krankheiten gebe es leitliniengerechte Behandlungsempfehlungen, die mit den Personaluntergrenzen kaum umzusetzen seien.<br><br>Die Folge sei, dass Krankenhäuser noch weniger Personal als bisher von den Krankenkassen finanziert bekommen. Dies konterkariere den gesetzlichen Auftrag. &quot;Ergreift der Gesetzgeber nicht zeitnah Gegenmaßnahmen, nimmt er die Gefährdung der Patientensicherheit mit allen Konsequenzen in Kauf&quot;, ist Schomerus überzeugt.<br>Der aktuelle bundesweite Protest, an dem sich die Leipziger mit der morgigen Aktion beteiligen, wird von einem breiten Bündnis aus Organisationen der Selbsthilfe und der Angehörigen sowie Berufs- und Klinikverbänden getragen. Der Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen (BApK) hat dazu eine Petition im Bundestag eingereicht, die bis zum 24. Dezember unterschrieben werden kann.</p> <p>Mehr Informationen dazu unter&#58; <a href="https&#58;//www.dgppn.de/petition.html" rel="ext" target="_blank">https&#58;//www.dgppn.de/petition.html</a></p>
Symposium „Sozialpsychiatrie in Leipzig - gestern, heute, morgen“<img alt="Prof. Georg Schomerus, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am UKL, leitet das Symposium zu Ehren des verstorbenen Leipziger Psychiaters Prof. Klaus Weise." src="/presse/PressImages/pic_20191111102321_fb8a7a22a8.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2019-11-10T23:00:00ZLeipzig. Am 14. Mai dieses Jahres verstarb der Leipziger Psychiater Prof. Dr. Klaus Weise. Er war von 1973 bis 1995 Ordinarius für Psychiatrie an der Universität Leipzig. Sein Wirken prägt die Psychiatrie in dieser Stadt bis heute. Mit einem Symposium am Mittwoch, 13. November unter dem Titel "Sozialpsychiatrie in Leipzig gestern, heute, morgen" ehrt die Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des UKL Leben und Werk von Prof. Klaus Weise. <p>&quot;Er hat wie kein Zweiter eine humanistische, soziale Psychiatrie gestaltet, die in Ost und West als vorbildlich galt und bis heute die Strukturen der psychiatrischen Versorgung in Leipzig prägt&quot;, sagt <a href="/einrichtungen/psychiatrie-psychotherapie" rel="ext" target="_blank">Klinikdirektor Prof. Dr. Georg Schomerus</a>. Weise gelte als einer der bedeutendsten Sozialpsychiater in Deutschland. Seine wissenschaftlichen Arbeiten seien auch heute unter anderen politischen Vorzeichen noch gut lesbar. Vor allem habe er bis 1995 die &quot;Wende&quot; in der psychiatrischen Klinik und in der Versorgungslandschaft gestaltet und in Leipzig bleibende, innovative Strukturen etabliert, so Prof. Schomerus.</p> <p>Das Symposium erinnert einerseits an den großen Psychiater Weise, zeigt aber andererseits zukünftige Entwicklungen der Psychiatrie in Forschung, Lehre und Klinik in Leipzig auf. &quot;Dabei geht es nicht zuletzt um eine gute Zusammenarbeit aller Beteiligten, innerhalb und außerhalb der Kliniken&quot;, betont Schomerus. &quot;Was können wir heute von Klaus Weise lernen? Wie können Lösungen, die unter den Bedingungen der DDR gefunden wurden, heutige Entwicklungen inspirieren? In welche Richtung wollen wir die Psychiatrie in Leipzig und darüber hinaus weiterentwickeln&quot;, umschreibt der UKL-Klinikdirektor einige der Fragestellungen, über die bei diesem besonderen Symposium diskutiert werden sollen.<br>Die Veranstaltung im Neuen Rathaus in Leipzig, Martin-Luther-Ring 4-6, 13 bis 17 Uhr, erfolgt in Kooperation mit dem Gesundheitsamt der Stadt Leipzig. Über 200 Teilnehmer haben sich bereits angemeldet.</p>
Neu am UKL: Prof. Dr. Georg Schomerus<img alt="Prof. Dr. Georg Schomerus leitet die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Leipzig." src="/presse/PressImages/pic_20190527084947_ad7c2ebb96.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2019-05-26T22:00:00ZLeipzig. Prof. Dr. Georg Schomerus leitet seit dem 1. Mai die Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Leipzig. Der 45-jährige Sozialpsychiater tritt mit seiner Berufung auf den Lehrstuhl für Psychiatrie die Nachfolge von Prof. Ulrich Hegerl an. <p>Der neue Klinikdirektor wechselt aus Greifswald nach Leipzig und kehrt damit nach zehn Jahren wieder an die Klinik zurück, wo seine berufliche Laufbahn begann. Zuvor studierte der gebürtige Baden-Württemberger in Freiburg und Hannover sowie London. An diese Zeit am King's College erinnert er sich als an eines der lehrreichsten Jahre. &quot;Der sehr pragmatische und effiziente Ansatz der englischen Medizin hat mich begeistert&quot;, erzählt Schomerus. Aus dieser Zeit geblieben sind gute Kontakte, die sich zu Forschungskooperationen entwickelt haben.</p> <p>Dabei gilt das wissenschaftliche Interesse von Georg Schomerus vor allem dem Umgang mit psychischen Erkrankungen, der Frage der Bewältigung ebenso wie der Einstellung der Öffentlichkeit gegenüber den Betroffenen. &quot;Das ist aus meiner Sicht deshalb wichtig, weil psychische Erkrankungen einfach sehr häufig und damit ein Bestandteil unseres Alltags sind&quot;, so Schomerus. Umso größere Bedeutung komme dem Umgang damit zu&#58; &quot;Wir sollten mit solchen Krisen, als die eine psychische Erkrankung zu sehen ist, so förderlich wie nur möglich umgehen lernen&quot;, ist Schomerus überzeugt. Manche dieser Krisen seien gut behandelbar und blieben im Leben der Betroffenen eine einmalige Episode, aus der diese sogar gestärkt hervorgehen. Andere sind so schwer, dass sie das ganze Leben verändern. In beiden Fällen sei es wichtig, dass die Betroffenen sich rechtzeitig Hilfe holen.</p> <p>&quot;Dafür ist es nötig, psychische Erkrankungen zu enttabuisieren und Vorurteile abzubauen&quot;, sagt Prof. Schomerus. Noch dauere es einfach oft zu lange, bis jemand zum Psychiater geht. Solchen Vorurteilen und der Frage, wie sich die aktuelle Polarisierung der Gesellschaft auf Menschen mit psychischen Erkrankungen auswirkt, widmet sich eines seiner Forschungsvorhaben. Schomerus will dazu eine Langzeitstudie fortsetzen, die einer seiner Vorgänger in Leipzig, Prof. Angermeyer, bereits 1990 begonnen hat und die Einstellungen gegenüber Menschen mit psychischen Krankheiten untersucht. Insgesamt möchte er an die große Leipziger Tradition in der Sozialpsychiatrie anknüpfen und gemeinsam mit vielen außerklinischen Partnern neue Projekte und Ideen entwickeln.</p> <p>&quot;Ich finde dazu hier beste Voraussetzungen vor, mit einem sehr engagierten und hervorragend qualifizierten Team, einem Umfeld mit hervorragenden Forschergruppen und einer sehr gut aufgestellten Klinik&quot;, zeigt sich Prof. Schomerus begeistert. Entsprechend möchte er in der Patientenversorgung die vorhandenen Kompetenzen erhalten. &quot;Wir werden die sehr gute Behandlung affektiver Störungen wie zum Beispiel der Depression fortsetzen und weiterentwickeln&quot;, so Schomerus. Ein besonderes Augenmerk will er künftig zudem auf die Behandlung von Patienten mit Doppeldiagnosen legen, bei denen eine Suchtkrankheit und eine weitere psychische Störungen vorliegen. Hier gelte es, beide Probleme koordiniert zu behandeln, um so den Patienten besser helfen zu können. Generell ist dem vierfachen Familienvater die ganzheitliche Betrachtung seiner Patienten ein Anliegen. &quot;Wir als Psychiater müssen immer die Gesamtsituation jedes unserer Patienten in den Blick nehmen - also beispielsweise auch das familiäre und das berufliche Umfeld.&quot; Das mache die Arbeit spannend, vielseitig und besonders. &quot;Individualisierte Medizin ist bei uns damit bereits Standard&quot;, merkt Schomerus an.<br>Für die Zukunft sieht er die Themen Prävention und Psychiatrie im Alter als große Herausforderungen auf die Psychiatrie zukommen. Hier werde es auch darum gehen, Behandlungsangebote im häuslichen Umfeld zu schaffen, die einen stationären Aufenthalt ersetzen. Schomerus&#58; &quot;Das sind sehr spannende Aufgaben, und ich freue mich, dass ich diese hier an dieser tollen Klinik am UKL angehen kann&quot;.</p>

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