UNIFY – Untersuchung, Navigation und Implementierung einer nachhaltigen Hochschulkultur zur Förderung der psychischen Gesundheit von Studierenden (Förderung: BMFTR)
UNIFY – Psychische Gesundheit im Blick: Datenbasierte und digitale Unterstützung im Hochschulkontext
Forschungsgruppe E-Mental Health und digitale Gesundheitsförderung
Research Group E-Mental Health and digital health promotion
Ansprechpersonen: Prof. Dr. med. Christine Rummel-Kluge, Dr. Elisabeth Kohls, Juliane Hug, Dr. Aneliana da Silva Prado, Philipp Laue
Projektbeschreibung:
Spätestens seit 2020 reihen sich globale gesellschaftliche Krisen (u. a. Corona-Pandemie, Klimakrise, Kriege, wirtschaftliche Inflation) aneinander und beeinträchtigen die psychische Gesundheit langfristig. Insbesondere junge Studierende haben ein erhöhtes Risiko, psychische Probleme zu entwickeln, die durch Faktoren wie Zukunftsunsicherheit, Leistungsdruck oder strukturelle Rahmenbedingungen der Hochschulen verstärkt werden können. Geringe mentale Gesundheit wirkt sich für diese Gruppe v. a. negativ auf Studienerfolg, soziale Interaktionen und die berufliche Entwicklung aus. Vor allem vulnerable Studierende erfahren im Umgang mit diesen Herausforderungen geringe Unterstützung und suchen selbst weniger nach Hilfe.
In den letzten Jahren reagierten Hochschulen verstärkt auf diese Problematik psychischer Erkrankung ihrer Studierenden. So wurden vielerorts niedrigschwellig erreichbare psychosoziale Beratungsstellen aufgebaut. Darüber hinaus wurden Studien zur psychischen Gesundheit durchgeführt, deren Ergebnisse den Auf- und Ausbau von niedrigschwelligen Unterstützungssystemen und der digitalen Plattform „enhance“ voranbrachten. Jedoch geraten diese Angebote durch eine gestiegene Nachfrage bei gleichzeitigem erhöhtem Belastungsgrad von Studierenden an ihre Grenzen. Der Bedarf an Ansätzen, die die gesamte Hochschulstruktur umfassen, ist hoch.
Das Verbundprojekt UNIFY zielt darauf ab, evidenzbasierte Maßnahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit zu entwickeln und diese strukturell in den Hochschulalltag zu integrieren. Dabei wird der gesamtorganisationale Ansatz der gesundheitsförderlichen Hochschulkultur (GHK) verfolgt, der individuelle und institutionelle Gesundheitsfaktoren beinhaltet. Neben der Analyse psychischer Belastungen und vorhandener Unterstützungsangebote, soll ein standardisiertes Erhebungsinstrument zur nachhaltigen Verbesserung der Datenerhebung entwickelt werden. Zudem sollen Angebote wirksamer Online-Interventionen in die Strukturen der beteiligten Hochschulen integriert und verstetigt werden.
Am Standort Leipzig liegt der Fokus auf der systematischen Erfassung und Analyse psychischer Belastungen vulnerabler Studierendengruppen sowie der Entwicklung und Implementierung passgenauer Unterstützungsmaßnahmen. Dafür werden bestehende Daten aus Studierendenbefragungen der Universitäten Leipzig („enhance“) und Jena („REALISE“) sekundäranalysiert, durch weitere Datenerhebungen ergänzt und mit internationalen Erkenntnissen verknüpft. Zudem werden leitfadengestützte Expert*inneninterviews mit verschiedenen Zielgruppen (Studierende, Lehrende, psychosoziale Dienste, externe Akteure) geführt, um Barrieren, Erfolgsfaktoren sowie Diskrepanzen zwischen Angebot und Bedarf zu identifizieren.
Verbundpartner*innen:

Institut für Hochschulforschung (HoF) an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Prof. Dr. Peer Pasternack, Dr. Justus Henke, M. A. Christiane Maue)

Universität Jena (Dr. Fabian Rottstädt)
Kontakt: unify@medizin.uni-leipzig.de
Laufzeit: 01.11.2025 – 29.02.2028
Förderung: Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)