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Spezialsprechstunde für erbliche Tumorerkrankungen des Magen-Darm-Traktes

​​​​​​​​Erbliche Tumorprädispositionssyndrome erhöhen das Risiko, im Laufe des Lebens bestimmte Tumorerkrankungen gehäuft und in jüngerem Alter zu entwickeln. Durch eine frühzeitige Diagnose und individuell abgestimmte Vorsorgeprogramme können viele Tumorerkrankungen verhindert oder in einem frühen, gut behandelbaren Stadium erkannt werden.

Unsere Spezialsprechstunde richtet sich an Patientinnen und Patienten mit einer bekannten oder vermuteten erblichen Veranlagung für Darmkrebs und andere Tumorerkrankungen des Magen-Darm-Traktes. Als universitäres Zentrum bieten wir eine interdisziplinäre Betreuung in enger Zusammenarbeit mit den Bereichen Humangenetik, Viszeralchirurgie, Gynäkologie, Onkologie, Pathologie sowie weiteren spezialisierten Fachdisziplinen.

Als Zentrum sind wir Bestandteil des Deutschen Konsortiums Familiärer Darmkrebs (DKFD). Dieses bundesweite Netzwerk universitärer Zentren hat sich zum Ziel gesetzt, die Diagnostik, Vorsorge und Behandlung von Menschen mit erblichen Darmkrebs- und Tumorprädispositionssyndromen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Durch den engen wissenschaftlichen Austausch und die Orientierung an nationalen und internationalen Leitlinien gewährleisten wir eine Versorgung auf höchstem medizinischem Niveau. Unsere Patientinnen und Patienten profitieren von einer spezialisierten interdisziplinären Betreuung sowie der Möglichkeit zur Teilnahme an klinischen Studien und innovativen Versorgungsprogrammen.

Gemeinsam entwickeln wir ein individuelles Vorsorge- und Betreuungskonzept auf Grundlage der aktuellen wissenschaftlichen Empfehlungen und internationalen Leitlinien.

Lynch-Syndrom

​Das Lynch-Syndrom ist das häufigste erbliche Darmkrebssyndrom. Ursache sind krankheitsverursachende Veränderungen in Genen der DNA-Reparatur (Mismatch-Reparatur-Gene). Betroffene haben ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs sowie weitere Tumorerkrankungen, insbesondere der Gebärmutter, Eierstöcke, des Magens, Dünndarms, der Harnwege und weiterer Organe.

Eine regelmäßige Vorsorge ermöglicht es, Vorstufen von Darmkrebs frühzeitig zu erkennen und zu entfernen oder Tumorerkrankungen in einem frühen Stadium zu diagnostizieren.

In unserer Spezialsprechstunde bieten wir:

  • individuelle Risikoabschätzung
  • Planung der Darmkrebsvorsorge
  • Organisation weiterer organspezifischer Vorsorgeuntersuchungen
  • Beratung zu aktuellen Leitlinien und Präventionsmöglichkeiten
  • enge Zusammenarbeit mit der Humangenetik und weiteren Fachabteilungen​

FAP und andere Polyposis-Syndrome

​Polyposis-Syndrome sind durch die Bildung zahlreicher Polypen im Magen-Darm-Trakt gekennzeichnet. Hierzu gehören unter anderem:

  • Familiäre adenomatöse Polyposis (FAP)
  • attenuierte FAP (AFAP)
  • MUTYH-assoziierte Polyposis (MAP)
  • Peutz-Jeghers-Syndrom
  • Juvenile Polyposis
  • Serratiertes Polyposis-Syndrom

Diese Erkrankungen gehen mit einem deutlich erhöhten Risiko für Darmkrebs sowie – abhängig vom jeweiligen Syndrom – weiteren Tumorerkrankungen einher.

Unsere Spezialsprechstunde unterstützt Sie bei der langfristigen Planung der Vorsorge und begleitet Sie bei allen Fragen rund um endoskopische Überwachung, medikamentöse Prävention sowie gegebenenfalls notwendige operative Maßnahmen.

Unser Angebot umfasst:

  • individuelle Vorsorgeprogramme
  • spezialisierte endoskopische Betreuung
  • Beratung zu Operationszeitpunkten und Nachsorge
  • interdisziplinäre Fallbesprechungen
  • Betreuung von Familienangehörigen in Zusammenarbeit mit der Humangenetik​

Weitere erbliche Tumorprädispositionssyndrome

​Neben den bekannten Darmkrebssyndromen existieren weitere seltene genetische Erkrankungen, die mit einem erhöhten Risiko für Tumoren des Magen-Darm-Trakts verbunden sein können.

Hierzu gehören beispielsweise:

  • PTEN-Hamartom-Tumorsyndrom (Morbus Cowden)
  • Li-Fraumeni-Syndrom
  • weitere seltene hereditäre Tumorprädispositionssyndrome

Je nach zugrunde liegender genetischer Veränderung unterscheiden sich die empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen erheblich. Deshalb erstellen wir für jede Patientin und jeden Patienten ein individuelles Überwachungskonzept entsprechend der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse und in enger Abstimmung mit den beteiligten Fachdisziplinen.


Terminvereinbarung

​Eine Vorstellung in unserer Spezialsprechstunde ist möglich:

  • nach humangenetischer Diagnosestellung
  • bei bestehendem Verdacht auf ein erbliches Tumorprädispositionssyndrom
  • nach ärztlicher Überweisung
  • auf eigenen Wunsch bei entsprechender familiärer Vorgeschichte

Bitte bringen Sie genetische Befunde, Endoskopieberichte, histologische Befunde sowie relevante Arztbriefe zur Erstvorstellung mit. So können wir Ihre Situation umfassend beurteilen und gemeinsam ein individuelles Vorsorge- und Betreuungskonzept erstellen.

Zum Online-Terminanfrage-Formular

Anfahrt zur Sprechstunde

Sie finden uns auf dem Gelände des Universitätsklinikums Leipzig unter folgender Adresse:

Universitäres Krebszentrum Leipzig (UCCL)
Universitätsklinikum Leipzig
Liebigstraße 22, Haus 7
04103 Leipzig

Haus 7 ist in folgender Abbildung grün markiert: Anfahrt

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Liebigstr. 20 (Haus 4), Liebigstr. 22 (Haus 7)
04103 Leipzig
Telefon:
0341 - 97 12200
Fax:
0341 - 97 12569
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