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Pressemitteilungen

 

 

UKL-Internist Prof. Dr. Joachim Mössner und Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie-Experte Prof. Dr. Dr. Alexander Hemprich mit Bundesverdienstkreuz geehrt<img alt="Ministerpräsident Kretschmer überreicht an Bürgerinnen und Bürger den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. v.l. Prof. Dr. Alexander Hemprich, Prof. Dr. Joachim Mössner, Ministerpräsident Michael Kretschmer, Hanna Kämmer, Prof. Max Uhlig, Dr. Bernd Müller-Kaller." src="/presse/PressImages/pic_20220711105443_822554e540.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2022-07-10T22:00:00ZLeipzig. Prof. Dr. Joachim Mössner, langjähriger Direktor der Klinik für Gastroenterologie und Rheumatologie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) und Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig, sowie Prof. Alexander Hemprich, 25 Jahre lang Direktor der UKL-Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, wurden für ihre Verdienste mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Die Orden sind den Emeriti am 9. Juli 2022 in Dresden durch den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer überreicht worden. <p>Prof. Joachim Mössner leitete 25 Jahre lang bis zu seiner Emeritierung 2018 die <a href="/einrichtungen/medizinische-klinik-2">Klinik und Poliklinik für Gastroenterologie und Rheumatologie</a> am Universitätsklinikum Leipzig. In dieser Zeit begleitete er den Neustart der universitären Medizin nach der Wende, von 1996 bis 2002 auch als Prodekan und Dekan der Medizinischen Fakultät. Dazu gehörten neben dem Ausbau der renommierten Gastroenterologie am UKL auch viele Neuberufungen von Professoren und Klinikdirektoren und damit wichtige Weichenstellungen für die gesamte weitere Entwicklung des Medizinstandortes Leipzig. &#160;&#160;</p> <p>Für diese bedeutende Lebensleistung und seine Verdienste um Leipzig und Sachsen wird der 71-Jährige nun mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland geehrt. &#160;&#160;</p> <p>&quot;Diese Auszeichnung freut uns sehr&quot;, sagt Prof. Christoph Josten, Medizinischer Vorstand des UKL. &quot;Prof. Mössner schätzen wir nicht nur als einen hervorragenden Arzt mit großem Engagement für seine Patient&#58;innen, sondern auch als brillanten Forscher und starke Führungspersönlichkeit. Auf all diesen Gebieten hat er entscheidend dazu beigetragen, die Universitätsmedizin Leipzig zu dem Leuchtturm zu machen, der sie heute ist.&quot;&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>&quot;Prof. Mössner hat den Wissenschaftsstandort Leipzig wie auch die Medizinische Fakultät sehr nachhaltig geprägt. Das von ihm eingeführte System der leistungsbezogenen Forschungsbewertung wenden wir bis heute an, um Forschungsgelder auf Basis von nachgewiesenen Erfolgen zielgerichtet verteilen zu können&quot;, ergänzt Prof. Michael Stumvoll, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. &#160;</p> <p>&#160;</p> <p>Auch zum heutigen Stand der Inneren Medizin hat Prof. Mössner an vielen Stellen einen Beitrag geleistet. 1999 war er einer der jüngsten Präsidenten seines Gebietes, der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten und durfte den Kongress in der neu erbauten Messe ausrichten. 2012 war er Präsident der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, 2017 zeichnete ihn die europäische Pankreas-Gesellschaft für sein Lebenswerk aus. Und nicht zuletzt bekam er 2018 die Ernst-von-Bergmann-Plakette, eine hohe Auszeichnung der Bundesärztekammer, für das Engagement in der Fort- und Weiterbildung der Ärzteschaft. Ehrenhafte Aufgaben wie Mitglied der nationalen Akademie der Wissenschaften, der Leopoldina, und Vizepräsident der Sächsischen Akademie der Wissenschaften runden die außergewöhnliche Leistung von Prof. Mössner als Wissenschaftler ab. Nun schließt sich die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an.&#160;</p> <p>&quot;Ich fühle mich sehr geehrt&quot;, sagt Prof. Joachim Mössner. &quot;Es war und ist mir ein großes Anliegen, mit meinem Wissen und Können etwa für die Menschen in Leipzig und Sachsen tun zu können. Es freut mich, dass dies offenbar so wahrgenommen wird und mit dieser hohen Auszeichnung Anerkennung findet.&quot; &#160;</p> <p>&#160;</p> <p><strong>Prof. Dr. Dr. Alexander Hemprich&#58; Hunderten Kindern ein normales Lächeln geschenkt</strong></p> <p>Nach einem Vierteljahrhundert an der Spitze der <a href="/einrichtungen/mkg">Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie</a> des Universitätsklinikums Leipzig ging Prof. Dr. Dr. Alexander Hemprich zum Jahresende 2018 in den Ruhestand. 1993 wurde er nach Leipzig berufen. Unter Prof. Hemprich sind in den folgenden Jahren viele moderne Therapien ins Leistungsspektrum aufgenommen worden, darunter Operationen zur Behebung von Kieferfehlstellungen, die Behandlung von Schädelfehlbildungen, Lappenrekonstruktionen und mikrovaskuläre Chirurgie zur Korrektur angeborener und erworbener Defekte.&#160;</p> <p>Die wichtigste Entwicklung, die die Klinik nahm, war aber die hin zu einem der erfolgreichsten Spalt-Zentren Europas. Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten zählen zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen bei Neugeborenen. Jedes Jahr werden am UKL etwa 60 bis 70 neue Spalt-Kinder behandelt. Eine erfolgreiche Therapie ist nur gewährleistet, wenn verschiedene Fachdisziplinen in einem Behandlungsteam eng zusammenarbeiten. Das dies heute so ist, gilt unter anderem als Verdienst Prof. Hemprichs. Viele Operationen führte der renommierte Plastische Gesichtschirurg selbst aus.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>Vier Jahre lang war er Präsident und Vize-Präsident der Deutschen Gesellschaft für MKG-Chirurgie, 2002 holte Hemprich den Deutschen MKG-Kongress nach Leipzig, 2018 sogar den Weltkongress Lippen-Kiefer-Gaumenspalten.</p> <p>Er war Gründer der Deutsch-Vietnamesischen Gesellschaft zur Förderung der Medizin (DEVIEMED), deren Präsident er noch immer ist und operiert seit vielen Jahren unzählige Kinder in Vietnam.</p> <p>&quot;Prof. Alexander Hemprich ist ein würdiger Empfänger dieser hohen Auszeichnung. Er entwickelte das Universitätsklinikum Leipzig bei der Behandlung von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten zu einem national und international bekannten Zentrum. Hunderten Kindern wurde aufgrund seiner Leistungen ein normales Lächeln geschenkt&quot;, hebt anerkennend UKL-Vorstand Prof. Christoph Josten hervor. &quot;Dass sich unter den durch Ministerpräsident Michael Kretschmer Geehrten gleich zwei ehemalige Klinikdirektoren des UKL befinden, spricht für die hohe Qualität unseres Klinikbetriebs und macht uns sehr stolz.&quot;</p>
Reise mit sächsischer Delegation nach Ostafrika: Achse Leipzig – Kampala gestärkt<img alt="Bei einem Besuch im „Kiruddu National Referral Hospital&quot; in Ugandas Hauptstadt Kampala unterzeichneten Prof. Christoph Lübbert (2.v.r.), Leiter des Zentrums für Infektionsmedizin am UKL, sowie Klinikdirektor Dr. Charles Kabugo (li.) und Dr. Michael Klingler (2.v.l.) von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) eine offizielle Absichtserklärung über den längerfristigen Betrieb eines neu errichteten mikrobiologischen Labors. Rechts Delegationsleiter Oliver Schenk, Chef der Sächsischen Staatskanzlei." src="/presse/PressImages/pic_20220707094522_16e5cf0acb.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2022-07-06T22:00:00ZLeipzig. Als sich im Juni eine offizielle Delegation des Freistaats Sachsen, mit dem Chef der Staatskanzlei Oliver Schenk an der Spitze, auf eine Reise nach Uganda begab, befand sich unter den Teilnehmern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft auch Prof. Christoph Lübbert, Leiter des Zentrums für Infektionsmedizin am Universitätsklinikum Leipzig (UKL). Er pflegt bereits seit mehreren Jahrzehnten beruflich und privat enge Beziehungen zu Uganda. Als Experte unter anderem für das Problemfeld Antibiotika-Resistenzen waren seine Landeskenntnisse und sein Wissen auf dieser Reise gefragt. <p>Es sind eine Reihe schöner Zufälle, die das UKL, den Freistaat Sachsen und das ostafrikanische Uganda miteinander verbinden. Prof. Lübbert bereist das Land schon seit 30 Jahren und ist Autor eines anerkannten Reiseführers. Seine Mitarbeiterin im <a href="/einrichtungen/medizinische-klinik-2/infektions-und-tropenmedizin">Bereich Infektions- und Tropenmedizin</a>, Oberärztin und Privatdozentin Dr. Amrei von Braun, ist ebenfalls seit zehn Jahren und schon vor ihrer Tätigkeit am UKL mit Projekten in Uganda aktiv. Und dann sucht der Freistaat Sachsen ein Partnerland unter den sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern, Uganda steht hier schon länger im Fokus der Landesregierung in Dresden.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>Erst seit 1986 hat das Land begonnen, nach Bürgerkriegsjahren eine Zivilgesellschaft aufzubauen. Eine Demokratie nach mitteleuropäisch-westlichem Verständnis ist es noch nicht. &quot;Die Zivilgesellschaft dort zu stärken, daran hat Sachsen großes Interesse&quot;, sagt Prof. Lübbert. Eines der Themen dieser geplanten Partnerschaft und damit der Reise sei die Medizin und darin enthalten das sogenannte Antibiotic Stewardship-Programm (ABS). &quot;Hier wird Leipzig und das UKL eine führende Rolle spielen&quot;, bestätigt Lübbert.</p> <p>&#160;</p> <p>Unter &quot;Antibiotic Stewardship&quot; (antibiotic = Antibiotikum; stewardship = Verantwortung) versteht man das nachhaltige Bemühen einer medizinischen Einrichtung oder eines Gesundheitssystems, eine Verordnungspraxis von Antiinfektiva, wie beispielsweise Antibiotika, in einem rationalen Maß sicherzustellen und zu verbessern. Unter Leitung von Oberärztin Dr. von Braun baut das UKL ein solches Programm am &quot;Kiruddu National Referral Hospital&quot; in Ugandas Hauptstadt Kampala auf.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>Auf Grund seiner langjährigen Kenntnisse des Landes hat Prof. Christoph Lübbert nach eigener Aussage auch ein gutes Gespür, wie sich Uganda entwickelt. &quot;Das Land hat sehr unter Corona gelitten&quot;, meint er. So seien im gesamten Land die Schulen von März 2020 bis Ende 2021 komplett geschlossen gewesen. Die Reise nun im Juni sei auch bereits eigentlich für 2021 geplant gewesen - die Pandemie ließ es nicht zu. Die fünf Tage vor Ort hätten, so Infektiologe Lübbert, der Delegation einen guten Eindruck vermittelt, wo das Land stünde. Die offiziellen Termine mit der Delegation führten nicht nur zur Gesundheitsministerin, sondern sogar bis hinauf zum ugandischen Staatspräsidenten Yoweri Kaguta Museveni.&#160;</p> <p>&quot;Wir haben das Interesse und den Grad der Nachhaltigkeit für unser ABS-Projekt durch diese Reise sicherlich stark verbessert, denn das Problem ist wie immer die Finanzierung&quot;, erklärt Prof. Lübbert. &quot;Und ich habe mich überzeugen können, dass das mit unserer Hilfe aufgebaute mikrobiologische Labor am 'Kiruddu National Referral Hospital' auch wirklich läuft.&quot;&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>Im Rahmen einer Klinik-Partnerschaft zwischen dem Universitätsklinikum Leipzig und dem Infectious Diseases Institute der Makerere University in Kampala sowie dem Lehrkrankenhaus &quot;Kiruddu National Referral Hospital&quot; wurde bereits über einen längeren Zeitraum gemeinsam ein Konzept zur unmittelbaren und nachhaltigen Verbesserung der Versorgung von Patient&#58;innen mit bakteriellen Infektionen entwickelt. Über ein Projekt des Bund-Länder-Programms (BLP) wurde in diesem Krankenhaus in der ugandischen Hauptstadt nun zusätzlich ein modernes mikrobiologisches Labor aufgebaut. Als wichtiges Zeichen wertet Prof. Lübbert auch die Unterzeichnung einer offiziellen Absichtserklärung (&quot;Memorandum of Understanding&quot;) über den längerfristigen Betrieb des neu errichteten Labors.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>&#160;&quot;Wir machen Projektarbeit auf Augenhöhe&quot;, erklärt der UKL-Experte. &quot;Wir bauen ein Labor auf, wir schulen Leute, wir tauschen Wissen aus. Aber wir übertragen Leipzig nicht 1&#58;1 auf Kampala, denn wir können auch von den Partnern in Uganda lernen. Mit Krankheiten wie tropischer Malaria beispielsweise haben die ugandischen Kolleginnen und Kollegen täglich zu tun und folglich viel mehr Erfahrung.&quot;&#160;Was den renommierten Arzt sehr freut, ist die Erkenntnis, dass die Menschen dort im Land zunehmend besser ausgebildet sind&#58; &quot;Viele von ihnen sagen, 'ich will hier in Uganda bleiben und hier was bewegen', das finde ich toll.&quot;</p> <p>&#160;</p> <p>Sichtlich zufrieden war nach dem Besuch auch Staatskanzleichef Oliver Schenk. In einer Email dankte die Staatskanzlei Prof. Lübbert und Oberärztin von Braun&#58; &quot;Durch Sie haben wir in Uganda eine Anker-Aktivität, die in beiden Ländern neben dem Sachinhalt für hervorragende Resonanz sorgt.&quot;</p> <p>&#160;</p> <p><strong>Antibiotic Stewardship-Programm in Uganda / Besuch aus Kampala am UKL</strong></p> <p>Die Zahl antimikrobieller Resistenzen nimmt weltweit zu. Als eine Hauptursache gilt der zu hohe Verbrauch von Antibiotika. Diese Entwicklung aufzuhalten, gelingt nach Ansicht vieler Experten nur durch medizinische Zusammenarbeit über Landesgrenzen hinweg.</p> <p>Mikrobiologische Diagnostik zur Identifizierung von Erregern und Resistenzen steht Patient&#58;innen mit Infektionskrankheiten in Kampala aktuell nur sehr eingeschränkt zur Verfügung. Proben müssen aufwendig verschickt werden, so dass Resultate nur verzögert vorliegen. Unter der unzureichenden Diagnostik leidet dann auch die Versorgung der Mehrzahl der Patient&#58;innen mit Infektionen erheblich, da auf diese Weise keine gezielte Therapie möglich ist.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>Und die vielleicht gravierendste Folge&#58; Durch Therapien mit sehr breit wirkenden Medikamenten werden zunehmend Antibiotikaresistenzen provoziert.&#160;</p> <p>&quot;Es ist der Verdienst von Privatdozentin Dr. Amrei von Braun und ihres klinischen ABS-Projekts, dass nun bekannt ist, dass bis zu 80 Prozent aller Behandlungen mit Antibiotika in unserer Partnerklinik wegen Resistenzbildung gar nicht oder nicht mehr funktionieren&quot;, erklärt Prof. Christoph Lübbert. &quot;Diese Entwicklung zu kontrollieren oder aufzuhalten wollen wir nun gezielt weiterverfolgen.&quot;</p> <p>&#160;</p> <p>Einige Tage vor Lübberts Reise nach Ostafrika besuchte eine Gruppe ärztlicher Kolleg&#58;innen aus dem &quot;Kiruddu National Referral Hospital&quot; das UKL. Während ihres einwöchigen Aufenthaltes nahmen sie an einem Workshop zum Thema ABS teil, der vom Team des Klinikbereichs Infektiologie und Tropenmedizin organisiert worden war. Dort diskutierten sie Fragen der Resistenzentwicklung und Maßnahmen dagegen. Im Mittelpunkt stand die Entwicklung eines Konzeptes zur Einführung von ABS-Visiten am Hospital in Kampala, welche zukünftig eng von der UKL-Infektiologie aus betreut werden. Einen Eindruck, wie die verschiedenen Bereiche am UKL arbeiten, die sich mit ABS auseinandersetzen, erhielten die Besucher&#58;innen aus Uganda während eines Rundgangs auf der Internistischen Intensivstation, in der Mikrobiologie, der Virologie sowie der <a href="/einrichtungen/apotheke">Klinikumsapotheke</a>.</p>
Ösophagusatresie: Expert:innen vieler Fachrichtungen arbeiten erfolgreich Hand in Hand für optimale Behandlung in jedem Alter<img alt="Expert&#58;innen verschiedener Fachrichtungen arbeiten am UKL eng zusammen, um Menschen, die an der seltenen Erkrankung Ösophagusatresie leiden, bestmöglich zu behandeln (v.l.n.r.)&#58; Dr. Jürgen Feisthammel (Zentrale Endoskopie), Oberärztin PD Dr. Steffi Mayer (Kinderchirurgie), Prof. Ines Gockel (Viszeralchirurgie), Oberarzt Dr. Freerk Prenzel (Kinderpneumologie), Oberarzt Dr. Gunter Flemming (Kindergastroenterologie), Prof. Holger Stepan (Geburtsmedizin), Prof. Ulrich Thome (Neonatologie) und Prof. Martin Lacher (Kinderchirurgie)." src="/presse/PressImages/pic_20220705101841_b2e203234d.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2022-07-04T22:00:00ZLeipzig. Als Ösophagusatresie bezeichnen Mediziner:innen eine angeborene Fehlbildung der Speiseröhre. Nur sehr wenige Kliniken in Deutschland behandeln betroffene Kinder und Erwachsene mit dieser seltenen Erkrankung auf höchstem Niveau. Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) ist nun von der Selbsthilfeorganisation KEKS e.V. in vier von vier möglichen Modulen zertifiziert worden. Am UKL können Kinder und Erwachsene aller Altersgruppen bestmöglich versorgt werden. <p>KEKS steht für &quot;Patienten- und Selbsthilfeorganisation für <strong>K</strong>inder und <strong>E</strong>rwachsene mit <strong>k</strong>ranker <strong>S</strong>peiseröhre&quot;. Neben dem UKL ist bislang mit der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) nur ein weiteres Klinikum in Deutschland zertifiziert worden.&#160;</p> <p>Das UKL erhielt die Qualitätsbescheinigungen in den Modulen&#160;</p> <ul> <li>&quot;Pränatale Versorgung&quot; (<a href="/einrichtungen/geburtsmedizin">Abteilung für Geburtsmedizin</a>),</li> <li>&quot;Erstversorgung des Neugeborenen mit Ösophagusatresie&quot; (<a href="/einrichtungen/neonatologie">Abteilung für Neonatologie</a>, <a href="/einrichtungen/kinderchirurgie">Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie</a>),&#160;</li> <li>&quot;Nachsorge des Kindes mit Ösophagusatresie&quot; (<a href="/einrichtungen/kinderklinik">Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin</a>, Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie) sowie&#160;</li> <li>&quot;Nachsorge des Erwachsenen mit Ösophagusatresie&quot; (<a href="/einrichtungen/vttg/viszeralchirurgie/viszeralchirurgie">Viszeralchirurgie</a>).</li> </ul> <p>Bei einer Ösophagusatresie besitzt die Speiseröhre keine Verbindung zum Magen und endet blind oder mündet in die Luftröhre. Auch sind starke Verengungen möglich, so dass keine Nahrung durch die Speiseröhre gelangen kann.</p> <p>&quot;Die Krankheit ist selten. Etwa 15 Fälle pro Jahr werden in Sachsen gezählt, in Deutschland sind es etwa 250 bis 300&quot;, berichtet Prof. Martin Lacher, Direktor der UKL-Kinderchirurgie, der sich gemeinsam mit seinen Kolleg&#58;innen der anderen beteiligten Fachrichtungen über die Zertifizierung freut. Denn er weiß&#58; &quot;Die Behandlungsergebnisse sind nicht überall gut, betroffene Kinder sind oftmals nicht optimal operiert worden.&quot; Wie so oft, gelte auch hier&#58; In Kliniken, in denen die Erkrankung häufiger behandelt werde, seien auch die Ergebnisse besser.&#160;</p> <p>Die oftmals unbefriedigenden Resultate einer Behandlung waren es, die KEKS als bundesweit tätige Selbsthilfeorganisation veranlassten, ein Zertifizierungsverfahren aufzubauen. So soll eine &quot;transparente und belastbare Grundlage&quot; geschaffen werden, &quot;um Empfehlungen aussprechen zu können&quot;, schrieb die Organisation in ihrer Mitgliederzeitung &quot;Krümelchen&quot;. Orientiert hat sich KEKS dabei an den Kolleg&#58;innen von &quot;Muko e.V.&quot;, die bereits vor über 20 Jahren einen ähnlichen Prozess gestartet hatten und die Zertifizierung &quot;Muko Cert&quot; etablierten.</p> <p>&#160;</p> <p>&quot;Weil wir Kinderchirurgen mit der Erwachsenenchirurgie und der Endoskopie eng kooperieren, können wir an unserem Klinikum Kinder und Erwachsene aller Altersstufen mit Ösophagusatresie behandeln&quot;, hebt Prof. Lacher hervor. Da die Patient&#58;innen häufig &quot;viele Baustellen&quot; hätten, zum Beispiel im Bereich der Atemwege, könne sie kein Arzt, keine Ärztin allein versorgen. &quot;Es braucht ein Team aus operativen und nicht-operativen Fachbereichen, um optimale Ergebnisse zu erzielen&quot;, erklärt der leitende UKL-Kinderchirurg mit Blick auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit. &quot;Unsere Behandlungsergebnisse und die Zufriedenheit der Eltern geben uns recht&quot;, sagt er.&#160;</p> <p>Seine Klinik ist zudem Referenzzentrum des Europäischen Referenznetzwerks (ERN) für Menschen mit Ösophgusatresie. &quot;Wir haben viele überregionale Patient&#58;innen und behandeln derzeit schon mehr Kinder als vor der Corona-Pandemie, vielleicht auch dank der Möglichkeit unserer Videosprechstunde.&quot; Denn der erste Kontakt zu neuen Patient&#58;innen bahnt sich oftmals nach dieser virtuellen Sprechstunde an&#58; &quot;Geben die ersten Gespräche Anhaltspunkte für eine mögliche Behandlung, werden nachfolgend alle Expert&#58;innen der benötigten Fachrichtungen eingeschaltet&quot;, so Prof. Martin Lacher. <br>Das KEKS-Zertifikat bestätigt&#58; Am Leipziger Universitätsklinikum ist für Patienten mit angeborenen Fehlbildungen der Spreiseröhre eine Rundum-Versorgung für alle Altersgruppen auf qualitativ höchster Stufe sicher.</p>
Corona-Pandemie beeinflusst erheblich Kampf gegen Krebs<img alt="Prof. Florian Lordick, Leiter des Universitären Krebszentrums (UCCL) am Uniklinikum Leipzig (2.v.r., hier bei einer Visite) rechnet mit Folgen der Pandemie für die Situation von Krebspatient&#58;innen." src="/presse/PressImages/pic_20220202101915_bcb182ab31.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2022-02-01T23:00:00ZLeipzig. "Bei einer Krebserkrankung ist es wichtig, dass sie früh erkannt und dann optimal behandelt wird", betont Prof. Dr. Florian Lordick, Direktor des Universitären Krebszentrums Leipzig (UCCL) am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) mit Blick auf den Weltkrebstag am 4. Februar. "Durch die SARS-CoV-2-Pandemie wurden aber Diagnose, Therapiegeschehen und damit wahrscheinlich auch die Lebenserwartung der Erkrankten in erheblichem Ausmaß beeinflusst. Das legen Studien aus den verschiedensten Ländern nahe." <p>Beispielsweise wurden Daten aus dem holländischen Krebsregister publiziert, die in der Frühphase der Pandemie eine signifikant geringere Zahl an Krebsneudiagnosen während der ersten Wochen des Lockdowns belegen. &quot;Das könnte zwei Gründe haben&#58; Einerseits wurden Strukturen des Gesundheitssystems auf die Corona-Erkrankungen konzentriert. Andererseits hatten Menschen plötzlich generell Bedenken, zum Arzt zu gehen. Die Folge ist ein Anstieg von fortgeschrittenen Krebserkrankungen in verschiedenen Ländern. So zeigt eine Untersuchung aus Norditalien, dass die Aussetzung des Mammographie-Screenings für zwei Monate kritische Auswirkungen auf das Erkrankungsstadium zum Zeitpunkt der Erstdiagnose hat. Auch in Sachsen ging die Zahl der gemeldeten Krebsneuerkrankungen im Frühjahr 2020 zurück. Allerdings sind bei uns Auswirkungen wie in Norditalien derzeit nicht zu erkennen,&quot; so Prof. Lordick.</p> <p>Wie der Leipziger Onkologe weiter erklärt, spielt auch eine Rolle, dass ein chirurgischer Eingriff bei einer Krebserkrankung meist bedeutet, dass ein Intensivbett benötigt wird. &quot;Da lagen nun aber schon Corona-Patienten drin, was dazu führte, dass Operationen hinausgeschoben werden mussten. Denn die Zahl der Intensivbetten ist ja - vor allem durch die Personalsituation - begrenzt. Am Universitätsklinikum Leipzig wurden allerdings keine gravierenden Verschiebungen von Operationen vorgenommen&quot;, so Prof. Lordick. &quot;Wir haben alles dafür getan, dass Krebsoperationen nicht verschoben wurden.&quot;</p> <p>Der Krebsspezialist macht nachdrücklich darauf aufmerksam, dass Krebspatient&#58;innen durch eine Corona-Infektion deutlich gefährdeter sind als gesunde Menschen. Besonders Patient&#58;innen mit Leukämien, mit Lungenkarzinom, mit weit fortgeschrittenen Krebserkrankungen und auch Patient&#58;innen, die gerade eine Chemotherapie absolvieren, seien Risikopersonen ersten Grades. Für Menschen, die eine länger zurückliegende Krebserkrankung überstanden haben, sei das SARS-CoV-2-Virus weniger problematisch.</p> <p>Für alle Mitarbeiter des Krebszentrums war es in dieser Pandemie besonders wichtig, die Patient&#58;innen vor einer Infektion zu schützen. &quot;Von Vorteil war, dass fast alle Betroffenen einen Selbstschutzreflex entwickelt haben&quot;, sagt Prof. Lordick. &quot;Zudem haben wir nicht nur jeden Patienten über die Vakzinierung aufgeklärt, sondern in jüngerer Zeit auch gleich Schutzimpfungen vorgenommen. Zumal internationale Studien belegen, dass Krebspatient&#58;innen von diesen Spritzen profitieren. Sie vertragen die Impfungen nicht schlechter als gesunde Menschen. Und&#58; Die Impfung wirkt sich nicht auf die Krebstherapie aus. Wobei natürlich unsere Kompetenz gefragt ist, den besten Impftermin innerhalb der Therapie zu bestimmen.&quot;</p>
EASL-Generalsekretär: UKL-Leberexperte führt europäische Hepatologen an<img alt="Setzt sich für die Anliegen Lebererkrankter in der europäischen Gesundheitspolitik ein&#58; Prof. Thomas Berg, Leiter des Bereichs Hepatologie am UKL, ist neuer Generalsekretär der Europäischen Arbeitsgemeinschaft zum Studium der Leber (EASL)." src="/presse/PressImages/pic_20210813103442_346db44a72.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2021-08-12T22:00:00ZLeipzig. Europas Hepatologen werden seit neuestem von einem Leipziger Experten geführt: Prof. Dr. Thomas Berg, Leiter des Bereichs Hepatologie der Medizinischen Klinik II am Universitätsklinikum Leipzig (UKL), ist zum Generalsekretär der Europäischen Arbeitsgemeinschaft zum Studium der Leber (EASL) gewählt worden. <p>&quot;Das ist eine ganz besondere Ehre, aber auch große Herausforderung, die ich mit Enthusiasmus, Respekt und der gegebenen Demut angenommen habe&quot;, erklärt Prof. Berg, &quot;ich freue mich auch, dadurch dem <a href="/einrichtungen/medizinische-klinik-2/hepatologie">Standort Leipzig als hepatologischem Zentrum</a> zusätzliche internationale Sichtbarkeit zu geben.&quot;</p> <p>Nach zwei Jahren als Vizesekretär hat Prof. Berg seit dem vergangenen Jahreskongress der EASL - &quot;The International Liver Congress&quot; - nun für weitere zwei Jahre das höchste Amt in der europäischen Hepatologie übernommen. Strukturen und Arbeitsweisen sind ihm dadurch bereits gut bekannt. Zu den zentralen Aufgaben gehört auch die Planung und Organisation des nächsten Jahreskongresses 2022. Nach der komplett digitalen Ausführung in den letzten zwei Jahren soll das kommende Jahrestreffen der Leberexperten auf jeden Fall wieder in Präsenz stattfinden. &quot;Wir haben während der SARS-CoV-2 Pandemie innovative, gut funktionierende Digital-Formate für den wissenschaftlichen Austausch und Fort- und Weiterbildungen entwickelt&quot;, berichtet Prof. Berg, &quot;doch ließ uns das auch die Grenzen spüren, denn Innovation und Originalität leben von echtem Zusammentreffen.&quot; Auf jeden Fall solle es mehr Zeit für Austausch und Diskussionen geben, hebt er hervor. Folgerichtig lautet auch das Motto des 2022er Kongresses &quot;Savour science together again&quot; - Wissenschaft wieder zusammen genießen.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>An der Spitze der Europäischen Leber-Fachgesellschaft wird Thomas Berg nun auch versuchen, auf die europäische Gesundheitspolitik Einfluss zu nehmen. So verfasste die EASL einen offenen Brief an die Europäische Union (EU) um mit Blick auf den &quot;EU beating cancer&quot;-Plan der Union auch auf die Situation der Patienten mit Leberkrebs aufmerksam zu machen und hier insbesondere Verbesserungen bei Früherkennung und Prävention einzufordern.&#160;</p> <p>Versucht werden solle zudem, Patientenorganisationen, medizinisches Fachpersonal und vor allem auch die nationalen Fachgesellschaften noch stärker in die EASL-Strategie einzubinden, so Prof. Berg&#58; &quot;Es ist hier wie auch auf anderen Gebieten&#58; Wie schafft man es, individuelle und nationale Interessen unter einem gesamteuropäischen Dach zu vereinen?&quot;</p> <p>&#160;</p> <p>Kürzlich gegründet wurde die &quot;European Liver Foundation&quot;, sie kümmert sich vor allem um Patienten und Forscher in Ländern der sogenannten Dritten Welt, um dort klinisch und wissenschaftlich zu helfen.</p> <p>Auf Prof. Bergs Aufgabenzettel als Generalsekretär finden sich daneben noch so große Vorhaben, wie die Eliminierung der Hepatitisvirus-Erkrankungen voranzutreiben, sowie die Entwicklung von Patientenregistern weiter zu fördern, wie zum Beispiel das Corona-Registers COVID-HEP zu den Folgen der Pandemie für Patienten mit Lebererkrankungen oder das Register zu seltenen Leber-Erkrankungen.&#160;</p> <p>&#160;</p>

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